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FIFA stoppt Streitereien afrikanischer Teams ums Geld

Die erste Kraftprobe hatten die afrikanischen Fußballer stets am Verhandlungstisch um die WM-Prämien zu meistern. Diesmal ist alles anders – dank eines Vorschusses durch die FIFA. Groß Kasse können im Falle des Titelgewinns die Brasilianer und Spanier machen.

Prämien-Streit
2002 streikte das Team von Kameruns deutschem Trainer Winfried Schäfer (M) wegen der WM-Gelder.
Foto: Bernd Weissbrod – dpa

Moskau (dpa). Bei der Endrunde in Brasilien musste die ghanaische Regierung noch drei Millionen Dollar Bargeld einfliegen lassen. 2002 hing Winfried Schäfer mit Kameruns Fußballern nach einem schier unglaublichen Geschacher ums Geld drei Tage auf dem Flughafen in Paris fest.

Der Streit um die WM-Prämien hat bei Afrikas Nationalmannschaften vor Fußball-Weltmeisterschaften schon Tradition. Nicht so in diesem Jahr. Mit einer vorzeitigen Zahlung von Preisgeldern in Höhe von jeweils zwei Millionen Dollar an die fünf afrikanischen Teilnehmer hat der Weltverband FIFA vorgesorgt – offenbar mit Erfolg.

„Alles ist geregelt“, heißt es beim senegalesischen Verband, der den Spielern gut 30.000 Euro für die WM-Teilnahme zahlt. Und in Nigeria wurde eine Prämienregelung sogar schriftlich fixiert. „Das ist das erste Mal, dass es schwarz auf weiß festgehalten wurde. Das ist beruhigend zu wissen“, sagte Nigerias Kapitän John Obi Mikel, nachdem das Team der Super Eagles bei der WM 2014 noch kurzfristig in den Streik getreten war.

Professionalität, die bei den großen Teams längst Usus ist. So ist bei Weltmeister Deutschland bereits im Dezember alles haargenau geregelt worden: 350.000 Euro und damit 50.000 mehr als 2014 winken bei einer erfolgreichen Titelverteidigung. 200.000 Euro gibt es für das Finale, 150.000 für Rang drei, 125.000 für den Halbfinal-Einzug und immerhin noch 75 000 Euro für das Erreichen des Viertelfinals.

Gutes Geld, den Jackpot würden aber wohl die Brasilianer knacken. Eine Million Dollar, also umgerechnet 850.000 Euro sollen Neymar und Co. beim sechsten Titelgewinn laut Medienberichten einstreichen. Bestätigen wollte der Verband es aber nicht. Sicher ist jedoch, dass es für die Seleção erst beim Finaleinzug eine Prämie gibt. „Es war nicht ideal, dass die Mannschaft früher etwa das Halbfinale erreicht hat, dort ausgeschieden ist, aber dennoch eine Prämie dafür bekommen hat“, sagte Teammanager Edu Gaspar.

Fürstlich entlohnt würden auch die Spanier. 825.000 Euro pro Spieler wäre dem Verband der zweite Titel nach 2010 wert. In Südafrika hatten Sergio Ramos und Co. auch schon 600.000 Euro verdient. Geht es bei Vize-Weltmeister Argentinien einen Platz nach oben, sollen 19 Millionen Dollar an die 23 Spieler ausgeschüttet werden. Das macht bei einer gerechten Verteilung gut 700.000 Euro pro Spieler aus.

Bei Geheimtipp Belgien ist von 445.000 Euro pro Spieler die Rede, Frankreichs Stars müssten sich indes bei einem WM-Triumph mit 300.000 Euro begnügen. Für Englands Fußballer soll es gar nur gut 250.000 Euro für den ersten WM-Titel nach 52 Jahren geben, wie die „Sun“ erfahren haben will. Das verdient Kapitän Harry Kane in weniger als zwei Wochen bei Tottenham Hotspur. „Ich glaube nicht, dass die Spieler wirklich damit rechnen, dass sie den Titel gewinnen“, wird dabei eine Verbandsquelle zitiert. Optimismus hört sich anders an.

Knausern müssen die Teams eigentlich nicht, schließlich schüttet die FIFA so viel Geld wie nie zuvor aus. Insgesamt sollen die Prämien im Vergleich zur WM in Brasilien 2014 um 40 Prozent auf die Rekordmarke von umgerechnet 668 Millionen Euro steigen. Rund 32 Millionen Euro erhält allein der siegreiche Verband. Der WM-Zweite streicht 23,6 Millionen Euro ein, der Dritte darf sich über 20,7 Millionen freuen. Allein die Teilnahme an der Gruppenphase garantiert jedem Team 6,7 Millionen Euro. Damit lässt sich so mancher Prämienstreit schon im Vorfeld klären.

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