Archivierter Artikel vom 02.01.2013, 08:00 Uhr
Rheinland-Pfalz

Fernbusse: Auswirkungen im Land sind kaum absehbar

Dass in diesem Jahr auch in Rheinland-Pfalz mehr Fernbusse unterwegs sein werden, halten die Anbieter zwar für wahrscheinlich. Konkrete Pläne legen sie aber noch nicht offen. Auch für die Kommunen sind die Fernbuspläne noch Zukunftsmusik – und die Bahn gibt sich bei der Frage bedeckt, was die neue Konkurrenz für sie bedeuten kann.

„Es muss ein Verkehrsaufkommen geben, bei dem sich das lohnt“, beantwortet Gregor Hintz die Frage, ob das Unternehmen Meinfernbus in Zukunft auch in Rheinland-Pfalz verstärkt Start- und Zielpunkte für den Busfernverkehr setzt. Maßgeblich für die Entscheidung für oder gegen einen neuen Startpunkt sind für Christian Janisch nicht nur die Einwohnerzahlen einer Stadt. Der Sprecher von Deinbus nimmt vor allem „Städte, die einen schlechteren Anschluss an den Bahnverkehr haben“, für sein Unternehmen in den Blick.

Etwa Mitte 2013 komme ein größerer Entwicklungsschritt auf die Branche zu – und dann werde sich zeigen, welche neuen Fernbuslinien in Rheinland-Pfalz an den Start gehen. Auch die Bahn will noch nicht preisgeben, mit welchen Veränderungen auf dem Fernverkehrsmarkt sie rechnet. „Da wird im Moment sehr viel spekuliert“, sagt ein Mitarbeiter. Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Nord, der mit dem Fernverkehrsgeschäft eigentlich nicht befasst ist, will trotzdem beobachten, was die Fernbusanbieter im kommenden Jahr in Rheinland-Pfalz vorhaben. Der Grund: „Es gibt gewisse Grauzonen, in denen die beiden Bereiche ineinander übergehen“, sagt Thomas Nielsen.

Der Nahverkehr stehe dort, wo es um die schnelleren Regionalverbindungen geht, durchaus in einer möglichen Konkurrenz zu den Fernbuslinien. Etwa auf der Moselstrecke zwischen Trier und Koblenz sei der Regionalzug so rasch unterwegs, dass Busse ihm Passagiere abnehmen könnten. „Wir behalten das Thema also im Auge“, sagt Nielsen. Sobald mehr Buslinien auf den Markt drängen, will sein Verband sich in den Konzessionsverfahren einbringen. „Gerade bei Mittelzentren im ländlichen Raum ist das wichtig“, findet der Sprecher. Die rheinland-pfälzischen Städte und Gemeinden warten indes ab, wie sich neue Fernbuslinien auf ihre Infrastruktur auswirken: „Das ist alles noch sehr theoretisch“, heißt es etwa aus dem Bad Kreuznacher Rathaus.

Langfristig könnte allerdings ein Busbahnhof nötig werden, auf dem auch für eine größere Zahl Fernbusse Platz ist. Koblenz hingegen sieht sich jetzt schon gut gerüstet: Am Hauptbahnhof stehen heute bereits Fernbusplätze zur Verfügung, die parallel von drei Bussen angefahren werden können, teilt die Stadt mit.

Von unserem Reporter Alexander Hoffmann