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    «Felix kann alles»: Papa Loch stolz auf seinen Jungen

    Krasnaja Poljana (dpa) – Gleich in zwei Rollen durfte Norbert Loch am Sonntag jubeln. Der 51-Jährige freute sich als Rodel-Bundestrainer über den zweiten Olympia-Coup von Felix Loch – und als Vater.

    Stolz
    Norbert Loch feiert den Sieg seines Sohnes.
    Foto: Tobias Hase – DPA

    «Dass einer zweimal in vier Jahren Olympiasieger wird, das ist unbeschreiblich. Da kann man dann schon mal den Papa rauslassen», erklärte der sonst eher zurückhaltende Chefcoach seinen Gefühlsausbruch nach dem zweiten Olympia-Triumph seines Sohnes. Wie wildgeworden war der 51-Jährige am Sonntag nach der Zieleinfahrt auf die Bahn gestürmt und hatte seinen Vorzeige-Sprössling geherzt – noch vor dessen Freundin Lisa.

    So entspannt war Papa Loch vor vier Jahren nicht gewesen. Damals in Vancouver war der Bundestrainer zwar nach dem ersten Gold seines Sohnes auch auf die Bahn gestürmt, sprechen wollte er danach aber lieber nicht darüber. Ohnehin mag Loch die ständigen Verweise auf seine Doppelfunktion als Trainer und Vater des Rodel-Königs gar nicht. «Wir verstehen es, das ganz gut zu trennen», sagte der 51-Jährige einmal. «Privat bleibt privat. Daheim reden wir nur über Fußball.» Ende der nüchternen Ansage.

    Nach der deutschen Einheit waren die Lochs von Thüringen nach Bayern übergesiedelt, Klein-Felix war damals gerade zwei Jahre alt: «Das war eine schwere Entscheidung für mich, mit der ganzen Familie nach Bayern zu gehen. Das hat mir sehr viel abverlangt», erklärt Norbert Loch, der 1984 für die DDR bei den Winterspielen in Sarajevo Platz 13 belegt hatte.

    Sohn Felix kam so schon als Kind mit dem ganz großen Rodelsport in Kontakt, früh staunte er in Georg Hackls Werkstatt über die Welt der Schlitten. Und Klein-Felix wurde ein richtiger Vorzeige-Bayer. Gerne grüßt der 24-Jährige via Facebook in tiefstem Bayerisch. «Ich fühle mich zu 100 Prozent als Bayer», betont der Berchtesgadener. «Das hört man auch.»

    Lange war Norbert Loch nur Insidern als bayerischer Rodel-Landestrainer bekannt, 2008 wurde er Nachfolger von Thomas Schwab, der heute als Sportdirektor im so erfolgreichen Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) tätig ist. Da war Felix bereits als 18-Jähriger zu seinem ersten WM-Sieg gerast, Papa Loch erfuhr damals im fernen Kanada vom Coup seines Sohnes.

    Inzwischen sind Papa und Sohn bei Erfolgen vereint, und der stolze Bundestrainer stand am Sonntag nach dem ersten Glückstaumel nur noch staunend an der Bahn. «Er ist einfach nur cool. Felix kann einfach nur alles.» Da muss Freundin Lisa, mit der Felix seit geraumer Zeit in Bischofswiesen am Fuße des Watzmanns zusammenlebt, dann doch mal widersprechen. «Bügeln ist nicht so seine Stärke», berichtete sie jüngst in einem Interview der «Abendzeitung».

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