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Hamburg

Fastenzeit: Gewinn durch Verzicht

dpa

Der Karneval ist vorbei, das Fasten beginnt. Nach dem Ende der Narrenzeit steht Verzicht bei vielen Menschen hoch im Kurs. Was lässt sich am ehesten entbehren?

Fast-Food-Verzicht in der Fastenzeit
Alkohol, Süßigkeiten oder auch Fast Food sind für viele in der Fastenzeit tabu. (
Foto: Andy Rain) – DPA

Gewinn durch Verzicht: In der Fastenzeit nehmen sich viele Menschen eine Auszeit von Schnaps, Schokolade oder Steak. Nach dem Ende der Narrenzeit findet einer Umfrage zufolge jeder Zweite einen gezielten Verzicht auf Genussmittel, Fernsehen oder Computer gesundheitlich sinnvoll, erklärte die Krankenkasse DAK-Gesundheit in Hamburg. Das Auto stehenzulassen, ist dagegen für die meisten auch in der Fastenzeit kein Thema: Nur 13 Prozent der Befragten würden ihren Wagen dann nicht fahren.

Ganz oben auf der Verzichts-Liste steht nach den «tollen Tagen» der Alkohol (67 Prozent). Auch Süßigkeiten (60 Prozent) und Fleisch (41 Prozent) könnten viele entbehren. Für die repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse wurden 1013 Menschen interviewt – und auch gefragt, worauf sie am ehesten verzichten würden.

51 Prozent der Befragten sagten, dass sie schon mindestens ein Mal für mehrere Wochen bewusst auf Genussmittel oder Konsumgüter verzichtet hätten. «Die Beteiligung an einer Fastenzeit ist in Bayern und Baden-Württemberg mit 56 beziehungsweise 54 Prozent besonders hoch», erklärte ein DAK-Sprecher. «In den ostdeutschen Bundesländern liegt der Anteil bei 42 Prozent.» 36 Prozent der Befragten aber haben noch nie gefastet – und es kommt für sie auch nicht in Frage.

Der Beginn der Fastenzeit und das Frühjahr können aber eine gute Gelegenheit sein, die eigene Ernährungsweise zu überdenken – oder etwa durch eine Heilfastenkur alte Gewohnheiten zu verändern. Beim Heilfasten verzichtet man nicht nur auf feste Nahrung, sondern auch auf Alkohol, Kaffee und Zigaretten. «Auf diese Weise gibt man dem Körper eine Art zeitlich begrenzte Auszeit», sagte Andreas Buchinger, Mitglied der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung sowie Chefarzt einer Privatklinik in Bad Pyrmont. Dabei könne der Körper Altlasten loswerden und sich regenerieren.

Das Fasten hilft natürlich auch beim Abnehmen. «Voraussetzung ist, dass ich danach nicht gleich wieder in alte Gewohnheiten verfalle», betont Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn. «Wer dauerhaft abnehmen will, muss seine Ernährung langfristig umstellen und kommt um ein umfangreiches Bewegungsprogramm nicht herum.» Insofern sei eine Heilfastenkur nur sinnvoll, wenn man dabei auch etwas über eine gesundheitsbewusstere Ernährungs- und Lebensweise lernt.

Beim Fasten gebe es deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern, betonte der DAK-Sprecher. So fänden Frauen (56 Prozent) einen bewussten Verzicht sinnvoller als Männer (49 Prozent). Fast jeder dritte Deutsche (31 Prozent) würde in der Fastenzeit etwa sein Handy ausgeschaltet lassen – darunter sind ebenfalls mehr Frauen (34 Prozent) als Männer (27 Prozent).

Und 22 Prozent der Befragten könnten sich in der Zeit von Aschermittwoch bis Ostern vorstellen, «offline» zu gehen und auf Computer oder Internet zu verzichten. «Was die Konsumgüter anbelangt, wird mit 34 Prozent am häufigsten das Fernsehen genannt», heißt es der Umfrage zufolge.

«Wer seinem Körper oder seiner Psyche helfen möchte, sollte nicht nur an Verzicht und Verbote denken», betonte Silke Willms von der DAK-Gesundheit. «Als Alternative bietet sich an, sieben Wochen lang bewusst etwas Gutes für sich zu tun. Das kann gesunde Ernährung sein oder gezielte Entspannung.»

Expertin: Fasten nicht für jeden gut

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit – doch nicht jeder sollte aus Expertensicht fasten. Chronisch Kranke sollten vor dem Fasten mit ihrem Arzt sprechen, teilte die Ernährungsexpertin der Techniker Krankenkasse (TK) Rheinland-Pfalz, Mechthild Fröhlich, in Mainz mit. Dies empfiehlt sie Menschen mit Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. «Das gleiche gilt für Menschen, die an einer Depression oder an einer Essstörung leiden.» Schwangere sollten ganz auf das Fasten verzichten. Die Expertin rät davon ab, länger als zehn Tage auf Essen zu verzichten – das könne dazu führen, dass der Körper nicht genug mit Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen versorgt wird.

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