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    Berlin

    Fasten als Trend – «Mentale Diät» ist angesagt

    Mäßigung ist nach den wilden Karnevals-Tagen angesagt. Doch Fasten hat heute nicht mehr unbedingt nur etwas mit Ernährung zu tun. Viele Menschen suchen vielmehr eine innere Einkehr, sagt der Trendforscher Peter Wippermann.

    Viele sehnen sich nach einer mentalen Auszeit
    Sehnsucht nach einer mentalen Auszeit: Innere Einkehr finden viele zum Beispiel in einem Kloster.
    Foto: David Ebener – DPA

    Verzicht auf Fleisch oder Alkohol? Das war gestern. Heute geht es beim Thema Fasten auch um den bewussten Umgang mit der Zeit, sagt Peter Wippermann, Gründer des Hamburger Trendbüros, im Interview:

    Es gibt immer mehr Klöster, die Seminare zur inneren Einkehr anbieten – das hat weder etwas mit Abnehmen noch mit Religion zu tun. Gibt es in Deutschland einen Trend zu größerer Verzichtsbereitschaft?

    Wippermann: «Nein, das gibt es mit Sicherheit nicht. Aber es gibt einen Trend zum bewussteren Umgang mit Zeit. Und dazu gehört eben auch die Auszeit, zum Beispiel in einem Kloster. Dabei verzichten wir ja nicht grundsätzlich auf ein normales bürgerliches Leben. Wir versuchen vielmehr, eine Zeit für uns zu schaffen, die uns von allen Verpflichtungen freistellt.»

    Womit hängt das zusammen?

    Wippermann: «Früher hatten wir eine ganz klar getrennte Sphäre der Arbeitszeit. Dazu kam unsere persönliche Freizeit. Die konnten wir so einteilen, dass wir sowohl Aktivitäten als auch soziale Beziehungen hatten. Oder wir haben einfach mal rumgetrödelt und Löcher in die Luft gestarrt. Dann haben wir angefangen, unsere Arbeitszeit zu flexibilisieren und sehr dynamisch mit Medien umzugehen, Smartphones sind normal. Diese permanente Konzentration ist eine Herausforderung. Selbstkontrolle bedeutet seitdem, Zeit für sich zu nehmen. Das hat mit Verzicht zu tun – im Sinne von einer mentalen Diät.»

    Wird der eigene Lebensstil also eher überdacht als früher?

    Wippermann: «Der eigene Lebensstil war ja mal gekennzeichnet von Unterbeschäftigung. Die Freizeitgesellschaft und die Langeweile in ihr waren mal ein großes Thema. Im Moment ist es so, dass viele Leute viel zu viele Angebote haben – und gar nicht mehr wissen, wie sie die in eine Reihenfolge bringen und wo sie Prioritäten setzen sollen.»

    Gibt es beim Bedürfnis nach dieser mentalen Diät Unterschiede bei Männern und Frauen?

    Wippermann: «Frauen sind in diesem Punkt intelligenter als Männer. Die Idee, Zeit für sich zu nehmen, war bei Frauen immer schon ausgeprägter, vor allem in Verbindung mit einem größeren Bewusstsein für den eigenen Körper – sei es Entspannung oder Schönmachen. Bei den jüngeren Männern kann man das auch schon beobachten. Doch auch sie neigen dazu, immer in ein Leistungskorsett zurückzuschnellen, um im Wettbewerb dabeibleiben zu können. Das sieht man an dem Verhältnis, wie E-Mails im Urlaub beantwortet werden – das machen 60 Prozent Männer und 40 Prozent Frauen.»

    Meditation und andere Formen der Sammlung scheinen beliebter geworden zu sein. Hängt das mit einem größeren Wunsch nach Sinnsuche zusammen?

    Wippermann: «Yoga hat das Phänomen des Marathons abgelöst. Jetzt geht es um mentale Fitness, nicht mehr um körperliche. Früher wurde einem der Sinn mehr als Fertigprodukt vorgegeben – sei es am Arbeitsplatz oder durch Religion und Familie. Die Idee, dass wir individuell entscheiden sollen, wie wir unser Leben gestalten, heißt auch, dass wir viel mehr Entscheidungen treffen müssen als je zuvor.»

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