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    München

    Familien mit vielen Kindern sind oft geplant

    Drei und mehr Kinder zu bekommen, ist von den Eltern meistens geplant. Ein Großteil dieser Mütter und Väter habe sich schon vor der Heirat für viele Kinder entschieden, ergab eine Studie des Deutschen Jugendinstitutes (DJI) in München.

    Je nach Untersuchung seien in 15 bis 35 Prozent der Familien die dritten und vierten Kinder aber eher nicht geplant gewesen. Mehrkindfamilien sind laut DJI im Westen der Republik häufiger als im Osten: In den alten Bundesländern haben 10,6 Prozent der Eltern drei Kinder, weitere 3,3 Prozent sogar vier. In den neuen Ländern sind es 7,5 beziehungsweise 2,1 Prozent.

    Eltern mit drei und mehr Kindern sind in der Regel verheiratet (85 Prozent) und glauben, dass ihre Beziehung ein Leben lang halten wird. Begünstigend wirkten sich außerdem ein aktives religiöses Engagement und das eigene Aufwachsen in einer Mehrkindfamilie aus, so das DJI. Für diese Eltern ist die hohe Kinderzahl kein Zufall: Sie verfolgten dafür konkrete Pläne und seien häufiger bereit, Einschränkungen bei Zeit und Geld in Kauf zu nehmen. Konsum und Wohlstand seien ihnen weniger wichtig als anderen Erwachsenen.

    Die höchsten Kinderzahlen haben verheiratete Frauen mit niedriger Bildung, so die Wissenschaftler. Vor allem in diesen Familien herrsche eine traditionelle Arbeitsteilung vor: Die Frau kümmert sich um Haushalt und Familie, der Vater geht arbeiten. Daneben gebe es unter den Familien mit vielen Kinder aber auch eine Gruppe Hochqualifizierter: Bei 28 Prozent der Paare mit mindestens drei Kindern hat einer der Partner Abitur, in 17 Prozent der Familien gilt das sogar für beide Elternteile. Von diesen hochqualifizierten Müttern sei ein vergleichsweise hoher Anteil erwerbstätig.

    Doch was hält andere Eltern davon ab, mehr als zwei Kinder zu bekommen? 50 Prozent der Mütter und Väter erklärten, sie hätten die ideale Kinderzahl erreicht. 36 Prozent finden, ein weiteres Kind wäre eine große finanzielle Belastung. Bei 25 Prozent wollte einer der Partner keinen weiteren Nachwuchs. Daneben wollen sich Eltern ihre Freiräume erhalten (22) oder sie bezweifeln, dass ihre Kraft und Nerven für mehr Kinder ausreichen (21 Prozent).

    Webseite des Deutschen Jugendinstituts: dpaq.de/DJI_mehrkindfamilie

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