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Torshavn

Färöer-Held Knudsen: Der Unbezwingbare mit der Mütze

Der bekannteste Fußballer der Färöer sitzt beim Spiel gegen die DFB-Elf in Hannover auf der Bank. Der frühere Torwart Jens Martin Knudsen wurde mit einem Spiel und seiner weißen Pudelmütze vor mehr als 20 Jahren zur Legende bei den Färingern.

Der Mützenmann
Jens Martin Knudsen – 2002 beim intensiven Training – ist nun Torwarttrainer.
Foto: Peter Müller – DPA

Es war der 12. September 1990, als ein Mann mit weißer Wollmütze über Nacht zum Volkshelden und bekanntesten Einwohner der Färöer wurde. Mit einem Abstoß leitete Jens Martin Knudsen, damals Gabelstapelfahrer einer Fischfabrik, den historischen Angriff ein, den Stürmer Torkil Nielsen wenige Sekunden später zum 1:0-Siegtor im EM-Qualifikationsspiel gegen den haushohen Favoriten Österreich vollendete.

22 Jahre, nachdem Knudsen ein Stück Fußball-Geschichte mitschrieb, wird der frühere Keeper als Torwart-Trainer der Färinger beim Spiel gegen die deutsche Nationalelf am Freitag in Hannover auf der Bank sitzen.

An jenem denkwürdigen Tag im schwedischen Landskrona machte der Underdog von den knapp 48 000 Einwohner zählenden Schafinseln in seinem ersten offiziellen Qualifikationsspiel die Österreicher lächerlich. Die Alpen-Kicker wie Andreas Herzog oder Toni Polster waren bis auf die Knochen blamiert – Trainer Josef Hickersberger wurde sofort entlassen.

Berühmt wurde Torhüter Knudsen aber nicht nur wegen seiner zahlreichen Paraden und der Torvorbereitung. Eine leuchtend weiße Mütze zierte damals das Haupt des heute 45-Jährigen. Im Alter von 13 Jahren verletzte sich Knudsen beim Training am Kopf. Um möglichst schnell wieder spielen zu können, versprach er seiner Mutter und dem Arzt, fortan eine Mütze zum Schutz zu tragen. Die Pudelmütze blieb bis auf wenige Ausnahmen auf dem Kopf und wurde zum Markenzeichen des Keepers.

Für das Spiel gegen Österreich besorgte er sich eigens eine Mütze von «Adidas», die er auch bei seinem letzten Ligaspiel für NSÍ Runavík im Jahr 2009 auf dem Kopf trug. Die Mütze besitzt Knudsen noch heute. Kurz vor dem Spiel gegen Österreich habe er sogar überlegt, sie nicht zu tragen. «Ich dachte viel darüber nach, die Mütze abzunehmen, denn ich wäre die größte Lachnummer in Europa gewesen, wenn wir das Spiel 0:10 verloren hätte», sagte Knudsen einmal in einem Interview.

Auch Hickersberger sollte sich im Oktober des Jahres 2003 nochmals an Knudsen und dessen Markenzeichen erinnern. «Ich kann Rudi Völler nur raten, den Gegner ernst zu nehmen, auch wenn der Torwart eine Zipfelmütze trägt», gab er dem damaligen DFB-Teamchef vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen den Fußballzwerg mit auf den Weg. Auch wenn Knudsen selbst nicht auf dem Platz stand, mühte sich die DFB-Elf ebenfalls in Hannover zu einem 2:1-Sieg.

Zumindest die Paraden des Mützen-Mannes müssen die deutschen Elitekicker beim neuerlichen Aufeinandertreffen am Freitag nicht fürchten. Seinen Nachfolgern allerdings dürfte Knudsen berichtet haben, wie es ist, mit einem Spiel Geschichte zu schreiben.

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