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    Fachfrau für Umwelt: Zeit ist das schönste Geschenk

    Das richtige Geschenk für Weihnachten zu finden, ist oft eine echte Herausforderung. Die Fachpromotorin für Umwelt und Entwicklung des Landes, Theresa Bittschi, empfiehlt: Verschenken Sie Zeit!

    Zeit schenken
    Zeit ist wertvoll. Deshalb eignet sie sich auch als Geschenk.
    Foto: Daniel Reinhardt - DPA

    Alle Jahre wieder stehen viele Menschen vor der komplizierten Frage: Was schenke ich meinen Liebsten an Weihnachten? Theresa Bittschi, Fachpromotorin für Umwelt und Entwicklung des Landes Rheinland-Pfalz, empfiehlt, Zeit zu verschenken. «An sich haben die meisten ohnehin schon alles», sagt die Beraterin im Interview. Anstelle eines Buchs oder einer Flasche Parfüm könne man auch mal einen Spaziergang oder einen Abend verschenken, an dem man gemeinsam kocht.

    Es klingt lapidar, ist aber vermutlich schwer zu beantworten: Wie schenkt man denn richtig?

    Theresa Bittschi: Auf jeden Fall bringt es nichts, einfach irgendwas zu schenken. Wichtig ist, sich genau zu überlegen, was derjenige wirklich braucht. Und im Idealfall sollte man beim Einkauf auch noch auf die Einhaltung von sozialen und ökologischen Standards achten - also beispielsweise in Fair-Trade-Läden einkaufen.

    Das Problem ist ja, dass viele nichts mehr brauchen - oder?

    Theresa Bittschi: Das stimmt, an sich haben die meisten ohnehin schon alles. Ich empfehle daher, statt einem Buch oder der fünften Flasche Parfüm Zeit zu schenken. Das kann ein Spaziergang sein oder ein Abend, an dem man gemeinsam kocht. Oder man schenkt dem Anderen Zeit, indem man mal auf seine Kinder aufpasst.

    Aber ist das nicht ein bisschen seltsam, am Weihnachtsabend «nur» mit einem Zeitgeschenk anzukommen?

    Theresa Bittschi: Sicher, es ist eine neue Art zu schenken, und man muss sich auch als Schenkender erst einmal daran gewöhnen. Aber wenn man dann gemeinsam Zeit verbringt, merken beide Seiten, dass sie viel mehr davon haben als von einem Sachgeschenk und dass jeder zufrieden nach Hause geht.

    Sachgeschenke haben einen Wert - Zeitgeschenke auch?

    Theresa Bittschi: Man darf nicht vergessen: Zeit ist heute unser wertvollstes Gut geworden. Viele Menschen sind ständig gestresst. Dadurch ist der Wert von Zeitgeschenken recht hoch. Man zeigt dadurch: Ich nehme mir bewusst Zeit für jemanden, der mir wichtig ist. Diesen Gedanken kann man auch am Weihnachtsabend in den Vordergrund stellen. Anstatt stundenlang Geschenke auszupacken, kann man die Zeit für Gespräche nutzen und den Abend in der Familie oder mit Freunden sehr bewusst erleben. Und auch die Vorweihnachtszeit kann man so ein bisschen gelassener angehen.

    Funktioniert so etwas auch bei Kindern?

    Theresa Bittschi: Bei Kindern ist es schwierig, weil das Weihnachtsfest traditionell mit Geschenken verbunden ist und die Erwartungshaltung entsprechend groß ist. Man sollte daher nicht darauf verzichten, Kindern etwas zu schenken. Aber auch hier sollte man sich Gedanken machen, was wirklich notwendig ist. Anstatt das nächste Computerspiel oder ein neues Handy zu schenken, kann man auch mal einen kleinen Ausflug verschenken, den sich das Kind wünscht. Man sollte es einfach ausprobieren, meist ist das Echo positiv.

    Es gibt ja auch kommerzielle Angebote zum Verschenken von Ausflügen und Events - etwa Fallschirmsprünge. Geht das auch?

    Theresa Bittschi: Wenn man es zusammen macht, kann das funktionieren. Es sollte aber auf jeden Fall ein Herzenswunsch des Beschenkten sein und von innen heraus kommen. Dann kann man die Zeit zu zweit genießen.

    Zeitgeschenke sind nun bestimmt nicht jedermanns Sache - gibt es auch Alternativen?

    Theresa Bittschi: Misereor und Oxfam bieten auch spannende Möglichkeiten für Weihnachtsgeschenke. Man kann im Namen des Beschenkten für eine bedürftige Familie etwa in Afrika oder Lateinamerika einen Grundstock zum Leben spenden. Das können Werkzeuge sein oder auch Bienen, ein paar Hühner, eine Ziege oder Obstbäume. Der Beschenkte bekommt dann einen Gutschein mit den Details.

    Was verschenken Sie denn an Weihnachten?

    Theresa Bittschi: In meiner Familie bekommt jeder einen selbstgebastelten Kalender von mir mit Fotos, die ich gemacht habe. Und das ist es dann auch schon. Ansonsten genieße ich die gemeinsame Zeit mit Freunden bei Glühwein und Plätzchen.

    Entwicklungspolitisches Landesnetzwerk

    Kampagne «Gutes Leben. Für alle!»

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