Archivierter Artikel vom 03.03.2012, 11:42 Uhr
Brüssel

Euro-Gruppen-Chef Juncker ist amtsmüde

Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker will nicht mehr Präsident der Euro-Gruppe sein.

Jean-Claude Juncker
Jean-Claude Juncker.
Foto: DPA

Nach siebeneinhalb Jahren als Vorsitzender der Finanzminister der 17 Euro-Staaten möchte er Ende Juni kein neues Mandat mehr erhalten, sagte Juncker. Er begründet das mit den Belastungen durch die Euro-Schuldenkrise: „Es ist einfach ein echtes Zeitproblem.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte über Juncker: „Er hat eine ganz, ganz wesentliche Arbeit geleistet.“ Die Finanzminister hätten unter Junckers Leitung bei der Hilfe für Griechenland „Hervorragendes möglich machen“ können.

Juncker sagte, er schaffe es „kaum noch, die Arbeit, die ich in Luxemburg zu verrichten habe, und die sehr anstrengende Arbeit in der Euro-Gruppe zeitlich auf einen Nenner zu bringen“. Der künftige Vorsitzende müsse das Amt hauptamtlich ausüben. Er sei von Kollegen „sehr nachdrücklich“ aufgefordert worden, Chef zu bleiben: „Aber das liegt im Moment nicht im Spektrum meiner Ambitionen.“ Er versicherte: „Verärgerungen hat es viele gegeben, unzählige Enttäuschungen – aber das ist nicht der Grund. Wem es in der Küche zu heiß ist, der soll sich um andere Hobbys als um Freizeitkochen bemühen.“