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Luxemburg

EU-Richter schützen WM und EM im Free TV

dpa

Welt- und Europameisterschaften im Fußball werden auch zukünftig nicht im Bezahlfernsehen (Pay TV) verschwinden. Das EU-Gericht in Luxemburg hat den Plänen der FIFA und der UEFA einen Riegel vorgeschoben.

Den beiden internationalen Verbänden wurde ihrem Streben nach mehr TV-Einnahmen damit ein Dämpfer erteilt. Nach Ansicht der Richter könne ein EU-Staat unter bestimmten Bedingungen die Exklusivübertragung von Spitzenpartien im Pay TV verbieten, damit diese frei zugänglich seien.

Damit bestätigte die Erste Instanz des EU-Gerichts die Rechtmäßigkeit von nationalen TV-Schutzlisten, die es auch in Deutschland gibt. Die Richter argumentierten, bei den vergangenen WM- und EM-Turnieren habe es eine hohe Zahl von TV-Zuschauern gegeben, «darunter viele, die sich normalerweise nicht für Fußball interessieren». Es sei daher auch möglich, neben den «Top-Spielen» wie etwa dem WM-Finale auch die anderen «Normalspiele» eines Turniers auf die Schutzliste zu setzen.

In Deutschland hatten sich bei der WM im Vorjahr in Südafrika die Free TV-Sender ARD, ZDF und RTL die Übertragungen der meisten Spiele aufgeteilt. Dabei wurden teilweise Zuschauerzahlen von mehr als 30 Millionen Fans erzielt. Der Pay TV-Anbieter Sky zeigte als einziger Sender alle WM-Spiele live.

Die Schutzliste regelt im Rundfunkstaatsvertrag, dass bestimmte Großereignisse «von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung» nur dann im Pay-TV ausgestrahlt werden dürfen, wenn sie gleichzeitig in einem Free TV-Programm zu sehen sind. Neben den Olympischen Spielen (Sommer, Winter) müssen bei Fußball-EM und WM alle Spiele mit deutscher Beteiligung, das Eröffnungsspiel, die Halbfinalspiele und das Finale für alle frei zu sehen sein. Auf der Liste stehen auch die Länderspiele des DFB-Teams und das DFB-Pokalfinale.

Der Weltverband FIFA und die Europäische Fußball-Union UEFA hatten sich beim EU-Gericht gegen Großbritannien und Belgien gewandt, die alle WM-Endrundenspiele als «Ereignis von erheblicher Bedeutung» für ihre Bevölkerung eingestuft hatten. Im Falle Großbritanniens stehen alle EM-Endrundenspiele auf der Schutzliste.

Das Urteil bedeute, dass dies auch für Listen aus anderen Staaten gelte wie Deutschland, Frankreich, Österreich, Irland oder Italien, sagte der Sprecher der verantwortlichen EU-Kommissarin Neelie Kroes. «Das ist eine gute Nachricht für Leute, die wichtige Sportveranstaltungen sehen wollen, ohne dafür zu bezahlen.»

Die EU-Behörde räumte ein, dass der FIFA und der UEFA erhebliche Einnahmeausfälle drohen, da der Verkauf der Übertragungsrechte eine wichtige Geldquelle sei. Sowohl die Kommission als auch die Verbände können innerhalb von zwei Monaten beim höchsten Gericht, dem Europäischen Gerichtshof (EuGH), Berufung einlegen.

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