Archivierter Artikel vom 21.12.2011, 09:53 Uhr

EU: Ein Jahr voller Misstrauen

Die Erleichterung der Euro-Retter nach dem Gipfel-Durchbruch währte nicht lange. Das Jahr endet, wie es begonnen hat: mit Misstrauen und Skepsis bei den Investoren.

Die Erleichterung der Euro-Retter nach dem Gipfel-Durchbruch währte nicht lange. Das Jahr endet, wie es begonnen hat: mit Misstrauen und Skepsis bei den Investoren. Der Beschluss der Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder vom 9. Dezember, den Einstieg in eine politische Union mit strikten Haushalts- und Stabilitätsregeln zu wagen, muss erst den Praxis-Test bestehen, bevor er verlorenes Vertrauen in die Gemeinschaftswährung zurückgewinnen kann.

Einstweilen ist ein Ende der Schuldenkrise nicht in Sicht. Ein bisschen mutet der Rettungskurs der Europäer wie ein Rennen zwischen Hase und Igel an. Unter dem Druck der Märkte legten sie 2011 immer neue Milliarden nach – und haben trotzdem bisher das Nachsehen. Zunächst wurde das Kreditvolumen des Euro-Rettungsschirms EFSF fast verdoppelt – auf 440 Milliarden Euro.

Zudem gab Deutschland seinen Widerstand gegen einen dauerhaften Krisenfonds zur Unterstützung klammer Schuldenstaaten auf, der 500 Milliarden Euro verleihen können soll. Doch all das beeindruckte die Märkte nicht nachhaltig. Portugal musste im Mai als dritter Euro-Staat nach Griechenland und Irland Not-Hilfe der Euro-Partner in Anspruch nehmen. Im Sommer wurde dann deutlich, dass Athen ohne zweites Rettungspaket die Pleite droht – und damit Europa ein Schockszenario wie nach der Pleite der Investment-Bank Lehman Brothers. Die Europäische Zentralbank (EZB) stabilisiert mit Anleihe-Käufen den Markt, nachdem die Zinsaufschläge für die Schwergewichte Italien und Spanien gestiegen sind. Dennoch verdüstert sich die Lage weiter. EU-Kommission und IWF warnen vor einem Absturz der Konjunktur. Im Oktober beschließen die Euro-Staaten bei einem Krisengipfel einen Schuldenschnitt für Griechenland – bei dem die Banken auf 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten – sowie weitere Milliarden-Hilfen. Dennoch bleiben die Euro-Zone und die gesamte EU weiter unter Druck. ing

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