Archivierter Artikel vom 10.11.2011, 15:45 Uhr
Paris

Erstmals zwei deutsche Gewichtheberinnen zu Olympia

Deutsche Gewichtheberinnen dürfen erstmals zu zweit an Olympischen Spielen teilnehmen. Das steht nach dem Auftritt von Yvonne Kranz und Mandy Wedow bei den Weltmeisterschaften in Paris fest.

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Stark
Mandy Wedow sammelte weitere Punkte für die Olympia-Qualifikation.
Foto: Maxim Schipenkow – DPA

Beide hatten in der B-Gruppe der 75-Kilogramm-Klasse 25 Punkte für die Nationenwertung erstritten. «Traumhaft. Das ist eine herausragende Teamleistung», sagte Frauen-Bundestrainer Thomas Faselt. «Wir sind überglücklich und haben gleich mal angestoßen.»

Frauen-Gewichtheben ist seit Sydney 2000 olympisch, bislang durfte aber höchstens eine deutsche Athletin teilnehmen. «Das hat uns keiner zugetraut», sagte Faselt. Die Suhlerin Kranz kam im Zweikampf auf 220 (Reißen 97/Stoßen 123) Kilogramm und Rang 16, die Heidelbergerin Wedow brachte die persönliche Bestleistung von 217 (98/119) Kilo in die Wertung. Sie erreichte den 19. Platz.

An den Tagen zuvor hatten die Görlitzerin Julia Rohde und Christin Ulrich vom ASV Ladenburg 29 Punkte gesammelt. Das Frauenteam brachte bei den Welttitelkämpfen 2010 und 2011 insgesamt 110 Punkte in die Nationenwertung. Den Titel im 75-Kilo-Limit sicherte sich die Russin Nadeschda Jewstjuchina mit 293 Kilo im Zweikampf und einem Weltrekord im Stoßen (163 kg).

Die deutschen Männer müssen um ihre drei olympischen Startplätze bangen, die sie noch nach dem Weltchampionat 2010 innehatten. Weil Olympiasieger Matthias Steiner und Ex-Europameister Jürgen Spieß wegen Verletzungen nicht antreten, fehlen wichtige Punktesammler für die Nationenwertung.

Für einen Lichtblick sorgte jedoch der Leimener Jakob Neufeld. Der 28 Jahre alte Sportsoldat hatte tags zuvor seine persönliche Bestleistung im Mittelgewicht (77 kg) auf 331 (Reißen 148/Stoßen 183) Kilogramm gesteigert. Obwohl er in der leistungsschwächeren C-Gruppe gestartet war, überholte er zahlreiche Athleten aus der B- und A-Gruppe und kam auf den 14. Platz. Damit werden dem deutschen Männerteam mehr Punkte als erhofft gutgeschrieben. Den Titel gewann der Chinese Lu Xiaojun mit 375 (Reißen 170/Stoßen 205) Kilogramm.