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Mainz

Epidemiologie: Seuchengefahren einschätzen lernen

dpa/tmn

Die Schweinegrippe hat in Deutschland im Jahr 2009 für große Aufregung gesorgt. Erst konnte es einigen gar nicht schnell genug gehen mit einer Schutzimpfung, später blieb der Staat auf den Impfdosen sitzen.

Hinterher stritten die Experten darüber, ob die Reaktion auf das Virus angemessen oder reine Panikmache war. Das zeigt, wie wichtig Fachkräfte sind, die solche gesundheitlichen Gefahren für die Bevölkerung sicher einschätzen können. Sie werden in dem Hochschulfach Epidemiologie ausgebildet.

Der Bedarf ist groß: «Die Epidemiologie hat in den vergangenen Jahren in Deutschland enorm an Bedeutung gewonnen. An allen Ecken und Enden fehlen aber die Fachkräfte», sagt Prof. Maria Blettner von der Universität Mainz. Dort wird ein Master in dem Fach ab dem kommenden Wintersemester angeboten. Er soll dazu befähigen, gesundheitliche Entwicklungen auf nationaler und internationaler Ebene zu analysieren. Typische Fragen im Studium seien zum Beispiel: Woher kommen Erkrankungen? Wie häufig treten sie auf? Und warum tun sie das gerade an diesem Ort? Außerdem untersuchen Studenten, inwieweit Ernährung, Stress oder Giftstoffe mit einer Krankheit zusammenhängen.

Die beiden Kernfächer des Studiums heißen Biometrie und Epidemiologie. Darin werden Methoden vermittelt, mit denen sich zum Beispiel berechnen lässt, wie wahrscheinlich eine Krankheit auftritt. In der Strahlenepidemiologie geht es außerdem um den Einfluss der Strahlung von Handys und Röntgenbehandlungen. Und nicht zuletzt untersuchen Studenten, welche genetischen Faktoren bei Erkrankungen eine Rolle spielen.

Arbeit für Absolventen gibt es in klinischen oder pharmazeutischen Einrichtungen. Bedarf haben aber auch Behörden und Krankenkassen. Studieren lässt sich das Fach außer in Mainz auch in Bielefeld, Berlin und München.

Übersicht der Hochschulrektorenkonferenz: www.hochschulkompass.de

Studienführer: www.studienwahl.de

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