Archivierter Artikel vom 21.07.2011, 12:28 Uhr

Enttäuschte Wasserspringer – «Es gibt so Tage»

Shanghai (dpa). Lange Gesichter bei Deutschlands Wasserspringern: Nach glänzenden ersten WM-Tagen haben Patrick Hausding & Co. in Shanghai den Schwung verloren.

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Absturz
Nora Subschinski wird im Finale Letzte.
Foto: DPA

Kurz nach dem bitteren Halbfinal-K.o. für Europameister Hausding und Stephan Feck im Einzel-Wettbewerb vom Drei-Meter-Brett erlebte Nora Subschinski vom Turm die nächste Enttäuschung. Drei Tage nach ihrer Bronzemedaille in der Synchronkonkurrenz mit Christin Steuer belegte die Berlinerin im Finale der besten Zwölf den letzten Platz. Den siebten Sieg im siebten Sprungwettbewerb von Shanghai feierte Gastgeber China durch Olympiasiegerin Chen Ruolin.

«Es gibt eben so Tage, wo es nicht läuft», sagte Bundestrainer Lutz Buschkow. Am schwarzen Wettkampftag vermutete er auch ein «bisschen Gruppendynamik». Von Subschinski hatte keiner eine Medaille verlangt, Feck selbst hatte einen engen Kampf um den Finalzug erwartet – aber bei Hausding waren alle von einer Endkampf-Teilnahme ausgegangen.

«So richtig eine Erklärung hat er selber nicht und wir auch nicht», sagte Buschkow. «Aber Patrick Hausding hat in vielen Bereichen immer gestochen. Er ist Vize-Weltmeister, hat seine Leistung in so vielen Wettkämpfen immer wieder bestätigt. Er ist auch nur ein Mensch und man muss ihm solch einen Tag zu Gute halten und sagen, haken wir ab.»

So einfach war das für den Synchron-Silbermedaillengewinner vom Turm nicht. «Ich habe stark angefangen und stark nachgelassen. Trotzdem war es eine erfolgreiche WM», sagte Hausding. Der Berliner patzte gleich bei drei von sechs Sprüngen, besonders beim hoch gewerteten dreieinhalbfachen Delfinsalto ließ der 22-Jährige viele Punkte liegen. In den vergangenen drei Jahren hatte er bei Großereignissen immer das Finale vom Drei-Meter-Brett erreicht, in Budapest bei der EM 2010 sogar als erster Springer überhaupt Medaillen in allen fünf Disziplinen gewonnen.

Auch Vielstarterin Subschinski fand nicht zur gewünschten Form. «Ich hab mir eigentlich gedacht, wenn du ein paar ordentliche Sprünge zeigst, wird eine ordentliche Platzierung rauskommen. Dass dann gleich der Handstand, den ich eigentlich im Schlaf kann, schon nicht so gut wird...», aüßerte sich die Berlinerin ein bisschen ratlos. Sie will in der Konkurrenz vom Drei-Meter-Brett besser springen und einen Quotenplatz für Olympia sichern.

Im Gegensatz zu den Medaillengewinnern Subschinski und Hausding fährt Feck nur noch enttäuscht heim. «Das war nicht meine WM», sagte der Leipziger. Im Synchron-Wettbewerb vom Drei-Meter-Brett hatte er mit Hausding Platz fünf belegt. «Ich habe nicht alles gezeigt, was ich kann», erklärte er geknickt. Klare Halbfinal-Beste waren die Chinesen He Chong und Qin Kai, die über 100 Punkte vor den Deutschen lagen.