Archivierter Artikel vom 12.05.2011, 10:56 Uhr

Englands Sportminister schließt WM-Neuvergabe aus

London (dpa). Nach den Bestechungsvorwürfen gegen sechs FIFA-Spitzenfunktionäre im Zusammenhang mit der Wahl der WM-Gastgeber 2018 und 2022 hat Englands Sportminister Hugh Robertson eine Neuvergabe der beiden Fußball-Großereignisse ausgeschlossen.

«Das wäre seitens der FIFA ein riesiges Eingeständnis eigenen Versagens», wurde Robertson von der BBC zitiert. Es gebe keine realistische Chance, dass die Vergabe wiederholt werde.

Der ehemalige Chef des englischen Verbandes (FA), David Triesman, hatte bei einer Anhörung im Londoner Parlament einem Funktionärs-Quartett des Weltverbandes FIFA unterstellt, unlautere Forderungen als Gegenleistung für Stimmen gestellt zu haben. Dabei sind laut Triesman neben finanziellen Ansprüchen auch immaterielle Gegenleistungen wie ein Ehrenrittertitel gefordert worden. Triesman selbst hatte sieben Monate vor der Vergabe der WM 2018 wegen unbewiesener Anschuldigungen gegen die Mitbewerber Russland und Spanien/Portugal zurücktreten müssen.

«Wir müssen als Land ehrlich sein», sagte Robertson, «zwar hat Lord Triesman die Anschuldigungen im Parlament gemacht, aber sie werden schwer zu beweisen sein, denn es waren nur Gespräche mit einzelnen Personen». Wie aufgefordert hat die FA erste Dokumente an die FIFA geschickt, die bei der Aufklärung helfen sollen.