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    Rustenburg

    England übt Elfer: «Zeit, Geschichte zu schreiben»

    Sie üben schon Elfmeter und wärmen die alten Schauergeschichten auf: Die Furcht vor einem neuen WM-Trauma macht Englands Fußball-Stars vor dem Klassiker gegen Deutschland Beine.

    Elfmeterschützen
    Trainer Fabio Capello hat seine Elfmeterschützen benannt.

    «Wir wollen das Spiel in 90 Minuten gewinnen», betonte Torwart David James vor dem Achtelfinal-Duell mit dem Erzrivalen in Bloemfontein. Doch sicher sind sich die «Three Lions» nicht.

    Coach Fabio Capello lässt seit Wochen fleißig Strafstöße trainieren und benannte bereits seine fünf Schützen für ein mögliches Elfmeterschießen: Frank Lampard, Steven Gerrard, Gareth Barry, James Milner und Wayne Rooney sollen es richten. Groß ist die Sorge, dass die seit 44 Jahren unerfüllten Titelhoffnungen des Fußball-Mutterlands wie schon 1990 bei der WM in Italien und 1996 bei der Heim-EM im Penalty-Shootout gegen die DFB-Elf zerplatzen. «Capello: Es ist Zeit, Geschichte zu schreiben», flehte die auflagenstärkste Zeitung «The Sun».

    Der Stürmerstar ist für den «Klassiker» einsatzbereit. Er habe das komplette Training mit der Mannschaft absolvieren können, hieß es aus dem Quartier der «Three Lions» nahe Rustenburg. Wegen einer Knöchelblessur hatte der 24-Jährige von Manchester United nach dem Einzug in die K.o.-Runde zunächst um einen Einsatz gegen das deutsche Team bangen müssen. Rooney sucht bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika noch seine Form. In den drei Gruppenspielen blieb der Hoffnungsträger des Fußball-Mutterlands ohne Treffer.

    «Es würde mir Spaß machen, die Deutschen zu schlagen», hatte Superstar Wayne Rooney bereits gesagt, lange bevor das Wiedersehen feststand. So selbstbewusst sich die Superstars aus der Premier League vor dem Showdown jedoch geben, so sehr wird auf der Insel gezittert. Zu allem Überfluss erinnerte Michael Ballack die Engländer in seiner «Times»-Kolumne noch einmal an das Zitat von Gary Lineker, der seinen Landsleuten einst erklärte, dass am Ende eines Fußballspiels doch immer die Deutschen gewinnen.

    Der verletzte Capitano, der in den vergangenen vier Jahren beim FC Chelsea spielte, diente Bundestrainer Joachim Löw auch als wichtiger Ratgeber vor dem England-Knüller. «Über einzelne Spieler und die Liga» habe er sich mit Ballack ausgetauscht, berichtete Löw. Sein Eindruck: «Die Achse Terry, Lampard, Gerrard, Rooney – das ist die höchste Qualität, die es in Europa gibt.»

    «Wir wissen, was auf uns zukommt», meinte auch DFB-Kapitän Phillip Lahm. «England bleibt England, laufstark, kampfstark, mental stark», fasste Löw zusammen. Vor allem aber die an denkwürdigen Partien reiche Geschichte dieses Duells macht für beide Seiten den Reiz des Achtelfinales aus. «Das war immer ein Spiel von hoher Wichtigkeit, mit viel Brisanz», sagte Löw.

    Für Englands Boulevard sind die Vergleiche mit den Deutschen auch immer eine Gelegenheit, die alten Klischees zu beleben. Zwar hielten sich die Blätter mit den großen Buchstaben bis Freitag noch ungewöhnlich zurück, auf der DFB-Pressekonferenz musste sich Löw aber wieder einmal nach dem Zweiten Weltkrieg fragen lassen. «Macht Euch bereit für die deutsche Kriegsmaschine», schrieb zuvor die «Sun».

    «Für die Nation ist das ein Riesenspiel, darüber bin ich froh. Aber an unserer Vorbereitung ändert das nichts. Es ist ein weiteres Fußballspiel gegen eine gute Mannschaft», meinte Keeper James. Der Mann mit dem Spitznamen «Calamity» wird am Sonntag sicher mehr gefordert sein als bei seinen beiden ersten Einsätzen gegen Algerien (0:0) und Slowenien (1:0) – die Deutschen wissen um die Anfälligkeit des fast 40-Jährigen für spektakuläre Missgeschicke.

    Hoffnung dürfte Löws Rasselbande auch Rooneys tiefe Formkrise machen. Der Torjäger von Manchester United steht in Südafrika bislang völlig neben sich, zudem plagt ihn eine Knöchelblessur. «Wir wären auch zufrieden, wenn wir weiterkommen, ohne dass Wayne trifft», versicherte Torwart-Veteran James.

    Zuversicht ziehen die Engländer vor allem aus der bestandenen Nervenprobe im letzten Gruppenspiel gegen Slowenien. «Jetzt beginnt für uns die WM. Man bekommt nichts dafür, wenn man in der ersten Runde schön spielt und rausfliegt», tönte Lampard. Beim Sieg gegen die Slowenen zeigte der Champion von 1966 einen deutlichen Aufwärtstrend, von der Höchstform der überzeugenden WM-Qualifikation aber ist das Team weit entfernt. Capello aber wischt alle Zweifel beiseite. «Jetzt sind wir in einem Playoff-Duell und das können wir», erklärte der Coach.

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