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    Warschau

    EM-Stadt Warschau setzt auf die Moderne

    Warschau hat nicht die Schönheit von Krakau oder das hanseatische Flair von Danzig. Reisende haben meist einen weiten Bogen um die polnische Hauptstadt gemacht. Zur Fußball-EM wird sich das ändern.

    Fußball-Fan in Rot-Weiß
    Fußballverrückte Hauptstadt: In Warschau wird unter anderem das Eröffnungsspiel der Fußball-EM 2012 ausgetragen.
    Foto: Pawel Supernak - DPA

    Früher war es für Ortsfremde recht einfach, sich im Warschauer Stadtzentrum zurecht zu finden - sie mussten einfach nach dem Kulturpalast Ausschau halten, der weithin sichtbar aufragte. Dieser ist noch immer das höchste Gebäude der polnischen Hauptstadt, aber moderne Bürogebäude haben die Skyline verändert. Inzwischen gilt Warschau als eine der zehn Städte mit der höchsten Wolkenkratzerdichte Europas.

    Nationalstadion von Warschau
    In den polnischen Nationalfarben Weiß und Rot gehalten erinnert das Nationalstadion von Warschau ein wenig an die Königskrone des Adlers im polnischen Wappen.
    Foto: CNCS/J. Kosnik - DPA

    Die modernen Glasbauten stehen auch für das neue Selbstbild des einst so grauen, von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs gezeichneten Warschau. Die Stadt hat nicht die Schönheit Krakaus oder den hanseatischen Charakter von Danzig. Hier wird nicht geschlendert, der Puls Warschaus ist schnell. Und auch wenn viele Polen Warschau nicht gerade lieben, sind sich alle einig: Für Karriere, Erfolg und Geld sind in keiner anderen Stadt Polens die Chancen so groß.

    Nationalstadion von innen
    58 000 Plätze bietet das neue Nationalstadion in Warschau. Erst acht Monate nach dem geplanten Termin wurde es eröffnet.
    Foto: CNCS/J. Kosnik - DPA

    Städtereisende haben Warschau in der Vergangenheit eher die kalte Schulter gezeigt. Mit der Fußballeuropameisterschaft in diesem Jahr dürfte sich das ändern - das Eröffnungsspiel wird in Warschau ausgetragen, ebenso ein Viertelfinale und ein Halbfinale. Gute Gründe also, um die Stadt an der Weichsel doch einmal kennenzulernen.

    Glasbauten neben historischen Gebäuden
    Damals und heute: Neue Glasbauten bilden in Warschau einen Kontrast zu den historischen Bauten wie dem weithin sichtbaren Kulturpalast (r).
    Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt - DPA

    Die Häuser entlang des Königswegs und in der Altstadt mit ihren pastell- und bonbonfarbenen Fassaden mögen zwar aussehen als säumten sie schon ein paar Jahrhunderte die historische Flaniermeile Warschaus. Doch sie stammen fast ausschließlich aus der Nachkriegszeit - nach dem gescheiterten Warschauer Aufstand gegen die deutsche Besatzung im Sommer 1944 ließen die Nationalsozialisten die Stadt systematisch zerstören. Der Wiederaufbau des historischen Warschaus war für die Polen nach 1945 auch ein Stück Selbstbehauptung.

    Flaniermeile Krakowskie Przedmiescie
    Warschaus klassische Flaniermeile: Die Straße Krakowskie Przedmiescie mit ihren renovierten Häusern entlang des einstigen Königswegs lädt zum Bummeln ein.
    Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv - DPA

    Vom Warschauer Schlossplatz aus ist am östlichen Weichselufer das neue, moderne Nationalstadion sichtbar. Die Stadionwände sind in den polnischen Nationalfarben weiß und rot gehalten, ein wenig erinnert die Stadionform an die Königskrone des Adlers im polnischen Wappen. Das Stadion mit seinen rund 58 000 Plätzen ist das größte und modernste Polens, auch wenn die lange Bauzeit den EM-Planern reichlich Kopfschmerzen bereitete. Denn ursprünglich sollte das Ende Januar eröffnete Stadion bereits acht Monate vorher fertig sein.

    Königliche Sommerresidenz im Lazienki-Park
    Königliche Sommerresidenz: In dem Schloss im Lazienki-Park wohnten einst die polnischen Herrscher.
    Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt - DPA

    Reise-Infos über Warschau (engl.)

    Tourismus-Portal für Polen

    Warschau

    Anreise: Warschau ist entweder per Bahn - der mehrmals täglich verkehrende Berlin-Warszawa-Express ist gut fünf Stunden unterwegs - oder per Flugzeug zu erreichen. Es gibt auch Busverbindungen zwischen zahlreichen deutschen Städten und der polnischen Hauptstadt.

    Währung: Die polnische Währung ist der Zloty. Für 100 Euro erhält man derzeit etwa 400 Zloty (Stand: Ende März)

    Unterbringung: Es gibt in Warschau eine große Auswahl an Hotels, aber auch günstige Hostels. Die Preise entsprechen mittlerweile westlichem Niveau.

    EM-Spiele in Warschau: Das Eröffnungsspiel am 8. Juni zwischen Polen und Griechenland, am 12. Juni Polen gegen Russland, am 16. Juni Griechenland gegen Russland, ein Viertelfinale am 21. Juni und ein Halbfinale am 28. Juni.

    Alternativen für Fußballmuffel: Die historische Altstadt, den Lazienki-Park, das Kopernikus-Wissenschaftszentrum oder das Plakatmuseum in Wilanow. Außerdem gibt es in den Sommermonaten ein großes Angebot an Musikveranstaltungen.

    Informationen: Polnisches Fremdenverkehrsamt, Kurfürstendamm 71, 10709 Berlin; Telefon: 030/210 09 20, E-Mail: info.de@polen.travel; Web: Tourismus-Portal www.polen.travel

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