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    Lissabon

    EM-Premiere für Plastikball beim Tischtennis

    Mit Beginn der Team-Europameisterschaft in Lissabon hat eine neue Tischtennis-Ära begonnen. Erstmals seit 88 Jahren wird bei einer WM oder EM nicht mehr mit dem Zelluloidball, sondern mit einer kleinen Kugel aus Plastik gespielt.

    Tüftler
    Dimitrij Ovtcharov testete die neuen Spitzenbälle ausführlich zu haus - sein Vater hatte ein Paket mit 400 Plastikbällen bestellt.
    Foto: Friso Gentsch - DPA

    Weil Zelluloid leicht entflammbar ist und die in China oder Japan hergestellten Bälle als Gefahrengut mit Container-Schiffen transportiert werden mussten, hat der Weltverband ITTF das Aus für den Zelluloidball zumindest auf internationaler Ebene beschlossen.

    «Da gibt es keinen Riesenunterschied, nur Nuancen. Der neue Ball hat einen Tick weniger Spin, die Bedingungen sind aber für alle gleich», berichtete Top-Star Timo Boll über seine Erfahrungen mit dem neuen Spielgerät. Die zahlreichen Bedenken, die wegen der Produktion und Distribution der Plastikbälle geäußert worden waren, haben sich weitgehend nicht bestätigt.

    Auch in der Tischtennis-Bundesliga wird seit einigen Wochen ohne Komplikationen mit den neuen Bällen gespielt. In den unteren Spielklassen sind teilweise noch die alten aus Zelluloid erlaubt. «Der Plastikball ist kein Problem. Die Spieler, die vorher gut waren, sind es auch weiterhin», sagte Bundestrainer Jörg Roßkopf.

    Für den normalen Zuschauer sind die Unterschiede kaum sichtbar, die Top-Spieler registrieren die schwankende Qualität der Plastikbälle aber genau. Es gibt Bälle mit und ohne Naht, je nach Firma fliegen sie mal höher oder flacher, sind schwerer oder leichter, hart oder weich. «Das ist schon ein Problem. Ich hoffe, dass sich die verschiedenen Hersteller mit der Zeit auf eine Qualität einpendeln werden. Dann wäre der neue Ball mit weniger Rotation eine gute Sache», erklärte Einzel-Europameister Dimitrij Ovtcharov.

    Der Weltranglisten-Fünfte, der wegen seiner Zahnprobleme den EM-Auftakt in Portugal verpasste, gilt als großer Tüftler. Sein Vater und Heimtrainer hatte im heimischen Tündern bei Hameln ein Paket mit 400 Plastikbällen jener Firma (Nittaku) bestellt, mit deren Premium-Produkten auch in Lissabon gespielt wird. Von diesen Spitzenbällen erhielt im EM-Vorfeld laut Ovtcharov jeder Verband nur zwölf Bälle für Übungszwecke.

    Boll beurteilte die Qualität der EM-Bälle nach den ersten Einheiten in der riesigen Meo-Arena als positiv, auch wenn beim Teamkollegen Patrick Franziska einige kaputt gingen. «Ich bin ein Typ, der sich nicht so leicht verrückt machen lässt», sagte der 33 Jahre alte Routinier vor dem Auftaktmatch gegen Österreich. Das gilt auch für die vereinzelten Regentropfen, die auf den Hallenboden fielen. «Der Dachdecker kommt wohl bald», scherzte Boll. Eher dürfte aber die Sonne in den nächsten Tagen die Regenwolken aus Lissabon vertreiben.

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