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Pyeongchang

Eine der Goldhoffnungen in Pyeongchang: Jacqueline Löllings olympisches Abenteuer beginnt [Teil 1]

Marco Rosbach

An diesem Freitag werden die Olympischen Spiele in Südkorea eröffnet. Eine der Goldhoffnungen ist Jacqueline Lölling aus Brachbach im Kreis Altenkirchen. Wir begleiten die 23-Jährige auf dem Weg zu ihrem großen Wettkampf.

Olympia-WG mit goldiger Perspektive: Anna Fernstädt, die Brachbacherin Jacqueline Lölling und Tina Hermann (von links) haben sich im Olympischen Dorf gut eingelebt. In einer Woche beginnt für das deutsche Skeleton-Trio der Wettkampf im Alpensia Sliding Centre.  Foto: dpa
Olympia-WG mit goldiger Perspektive: Anna Fernstädt, die Brachbacherin Jacqueline Lölling und Tina Hermann (von links) haben sich im Olympischen Dorf gut eingelebt. In einer Woche beginnt für das deutsche Skeleton-Trio der Wettkampf im Alpensia Sliding Centre.
Foto: dpa

Die olympischen Terminplaner haben es gut gemeint mit Jacqueline Lölling. An diesem Freitag, genau eine Woche nach ihrem Abflug aus Deutschland, werden im südkoreanischen Pyeongchang die 23. Winterspiele eröffnet, eine weitere Woche später stehen die ersten beiden der insgesamt vier Läufe im Skeleton-Wettbewerb auf dem Plan, ehe einen Tag darauf, am Samstag, 17. Februar, die Entscheidung im Kampf um Gold, Silber und Bronze fällt.

Für die aktuell beste Pilotin der Welt, die gerade erst zum zweiten Mal in Folge den Gesamtweltcup gewonnen hat, bedeutet das: Sie kann sich gut akklimatisieren, dann jeden Moment der Eröffnungsfeier genießen und sich in den folgenden Tagen auf das wichtigste Rennen ihrer gleichermaßen jungen wie erfolgreichen Karriere vorbereiten.

„Zu wissen, dass man bei der Eröffnungsfeier dabei sein kann, gibt noch einmal zusätzliche Motivation“, freut sich die 23-Jährige auf die perfekte Einstimmung bei ihrer Olympiapremiere. „Wir haben mit unserer Mannschaft das Glück, dass bis zu unserem Wettkampf noch genügend Zeit ist. Denn wie man hört, muss man sehr lange warten und rumstehen, ehe man wirklich ins Olympiastadion einmarschieren darf – wo dann wieder gestanden wird. Kurz vor einem Rennen ginge das so sicher nicht.“ Davon weiß so mancher Olympionike ein Lied zu singen, dessen Wettkampf extrem früh auf dem Programm steht und der dadurch auf einen der emotionalen Höhepunkte der Spiele verzichten muss.

Dieses Problem haben Jacqueline Lölling und ihre Zimmernachbarinnen Tina Hermann und Anna Fernstädt nicht. Zumindest Lölling und Hermann dürften auch gute Chancen haben, dass sie beim Einmarsch von „Team Deutschland“, wie die Mannschaft (wohl aus Vermarktungsgründen) genannt wird, auch in der Übertragung zu sehen sein werden. Mit ein oder zwei Medaillen wird gerechnet – gar Gold und Silber scheinen möglich. Derlei glänzende Aussichten locken die Kameras wie von selbst an. Das ist aus Sicht des Skeletonsports erfreulich, eine Selbstverständlichkeit ist die TV-Präsenz aber nicht. Bei den oft ganze Nachmittage füllenden Wintersportübertragungen, die sich eines Millionenpublikums erfreuen, haben sich die Skeletonpiloten in den vergangenen Jahren mehr und mehr Sendezeit erkämpft. Wer Erfolg hat, wird gezeigt, das Rezept ist einfach. Doch trotz der schon drei Winter währenden Dominanz der deutschen Frauen mit Jacqueline Lölling und Tina Hermann an der Spitze sowie einem nicht zu verachtenden Aufschwung bei den Männern um Axel Jungk stehen die bäuchlings und mit dem Kopf voraus auf dem Schlitten liegenden Wintersportler, die in atemberaubenden Fahrten Geschwindigkeiten von 140 km/h und mehr aufnehmen, noch immer im Schatten von Biathleten, Skispringern, Nordischen Kombinierern, Bobfahrern oder Rodlern.

Wenn ein Biathlonrennen läuft, gibt's Skeleton nur aus der Konserve – oder auch mal gar nicht, wie vor einem Jahr, als die beiden ersten Läufe der Heim-WM am Königssee gänzlich unter den Tisch fielen und erst einen Tag später als kurze Zusammenfassung vor den Läufen drei und vier eingespielt wurden. Dass sich auf der klassischen Wintersport-Landkarte hier und da aber Verschiebungen erkennen lassen und manches Mal gar der Sportblock in den Abendnachrichten mit einer Skeleton-Meldung eröffnet wird, hat die Sportart auch ihrem inzwischen bekanntesten Gesicht zu verdanken. Es ist das Gesicht von Jacqueline Lölling.

Jacqueline Lölling in ihrem Element. Foto: dpa
Jacqueline Lölling in ihrem Element.
Foto: dpa

154 Athleten hat der der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) für die Spiele in Pyeongchang nominiert, das ist ein Sportler mehr als vor vier Jahren im russischen Sotschi. Das Ziel ist klar: Die eher durchwachsene Medaillenbilanz – Deutschland landete im Ranking der Nationen mit achtmal Gold, sechsmal Silber und fünfmal Bronze auf Platz sechs – soll aufpoliert werden. Insbesondere die Frauenkonkurrenz im Skeleton könnte am zweiten Wochenende der Spiele helfen, diese Vorgabe zu erfüllen. Läuft alles nach Plan, steht nach vier Läufen Jacqueline Lölling ganz oben auf dem Podest, eventuell mit Teamkollegin Tina Hermann an ihrer Seite. Zwei Wochen nach der Abreise aus Deutschland und eine Woche nach der Eröffnungsfeier wäre das die Krönung für die Brachbacherin. Und da die olympischen Zeitplaner es gut mit der besten Pilotin der Welt gemeint haben, wäre nach ein paar Tagen Freizeit im Zeichen der fünf Ringe auch die Teilnahme an der Schlussfeier noch möglich...

Von unserem Redakteur Marco Rosbach

Auf dem Weg zu Gold

Skeletonpilotin Jacqueline Lölling aus Brachbach gehört im südkoreanischen Pyeongchang zu den großen deutschen Goldhoffnungen. Bis zu ihrem Wettkampf stellen wir die 23-Jährige, ihren Werdegang und ihr Umfeld vor.

Teil 1: Das Abenteuer beginnt
Teil 2: Der Weg nach oben
Teil 3: Der große Rückhalt
Teil 4: Der Bundestrainer
Teil 5: Die Vertraute
Teil 6: Die Materialfrage
Teil 7: Der große Tag

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