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    Paramonowo

    Ein Jahr danach: Gedenken an verunglückten Rodler

    Die Erinnerung ist allgegenwärtig. Am 12. Februar 2010 versetzte der Unfalltod des Rodlers Nodar Kumaritaschwili bei den Winterspielen in Vancouver die olympische Welt in einen Schockzustand. Ein Jahr nach dem schrecklichen Geschehen wird dem Georgier gedacht.

    Gedenken
    In Whistler liegen Blumen und Kerzen vor einem Foto des tödlich verunglückten georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili.

    Wenn Felix Loch an den 12. Februar 2010 zurückdenkt, wird der Rodel-Olympiasieger plötzlich ganz leise. «Es ist passiert. Es hätte nicht passieren dürfen. Und so etwas darf künftig auf keinen Fall mehr passieren», sagt der Berchtesgadener im Rückblick auf den schrecklichen Todessturz des jungen Georgiers Nodar Kumaritaschwili bei den Winterspielen in Vancouver vor einem Jahr.

    Am 12. Februar jährt sich der Todestag des mit nur 21 Jahren ums Leben gekommenen Rodlers zum ersten Mal - bei der Weltcup-Premiere auf der neuen Eisrinne im russischen Paramonowo soll Kumaritaschwili mit einer Gedenkminute geehrt werden.

    Rückblick. Am 12. Februar 2010 - wenige Stunden vor Eröffnung der Winterspiele in Kanada - geschah das Unfassbare. Im Training auf der rasanten Hochgeschwindigkeitsbahn von Whistler stürzte der 21-Jährige, schoss aus der Eisrinne und prallte gegen einen Stahlpfeiler. Für den Georgier kam jede Hilfe zu spät.

    Nach dem ersten Schock stand die Frage nach möglichen Schuldigen im Raum. Doch nach monatelangen Untersuchungen befanden die kanadischen Behörden: Es war ein tragischer Unglücksfall. Auch der Rodel-Weltverband FIL sah eine «unvorhersehbare Verkettung unglücklicher Umstände».

    Für den Todessturz wurde kein Schuldiger gefunden - auch wenn alle verantwortlichen Stellen wussten, dass die Bahn in Whistler schneller als ursprünglich geplant war. Dies bestätigte noch in dieser Woche John Furlong, Chef des Organisationskomitees in Vancouver (VANOC). «Wir prüfen alles», sagte dazu Wachtang Gegelia, Vize-Präsident des Olympischen Komitees von Georgien. «Dann werden wir alles dafür tun, dass alle endlich die Wahrheit erfahren. Und die Wahrheit ist, dass in Vancouver die Sicherheit der Rodler nicht gewährleistet war.»

    40 Tage nach dem tödlichen Unfall reiste auch Olympiasieger Loch zur traditionellen Gedenkfeier in Kumaritaschwilis georgischen Heimatort Bakuriani. Inzwischen erinnert dort eine nach dem Rodler benannte Straße an den jungen Athleten, auch ein Denkmal wurde errichtet. Die Familie erhielt vom Rodel-Weltverband sowie vom kanadischen Organisationskomitee VANOC finanzielle Unterstützung. Der geplante Bau einer Rodelbahn steht dagegen noch aus. In der örtlichen Verwaltung heißt es, das Projekt sei auf dem Papier praktisch fertig. «Es wurde alles gemacht, was versprochen wurde. Nur die Strecke ist noch nicht gebaut», sagte Ex-Bürgermeister Lewan Schawkani.

    Der Olympia-Unfall ist vor allem Mahnung für die Zukunft. Für neue Bahnen ist nun ein Tempolimit das höchste Gebot - auch für die Olympia-Eisrinne 2014. «Wir haben Sotschi gebeten, bitte sorgt für eine sichere Bahn. Sicherheit ist unser oberstes Gebot», mahnte IOC-Präsident Jacques Rogge.

    Geplant war Sotschi laut FIL-Präsident Josef Fendt auf ein Tempo von «ein bisschen über 140». Nach dem Whistler-Unfall wurde reagiert: «An drei Stellen hat man nun leichte bis etwas stärkere Auffahrten drin», erklärt Fendt. «Tempo 135 ist das Planungsziel, das nicht überschritten werden darf.»

    Auch ansonsten reagierte der Rodel-Weltverband: Alle Bahnen wurden vor der Saison einem Sicherheitscheck unterzogen. Im Rückblick auf den Todessturz wurden etwa Banden an manchen Kurvenausfahrten erhöht. Doch das Sicherheitsstreben hat Grenzen: «Wenn wir die Bahnen mit meterhohen Banden versehen würden, könnte man unseren Sport nicht mehr verfolgen», erklärte Fendt bereits zum Saisonstart.

    Dass der rasante Rodel-Sport alles andere als ungefährlich geworden ist, zeigte sich einmal mehr vor zwei Wochen bei der WM im italienischen Cesana. Dort stürzte die junge Französin Morgane Bonnefoy schwer und erlitt einen Oberschenkelbruch. «Rodeln ist ein harter Rennsport», weiß Präsident Fendt um die Gefahren. «Unfälle kann man nie ausschließen. Da müsste man jeden Rennsport einstellen. Aber man kann alles dafür tun, um Unfälle möglichst unmöglich zu machen.»

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