Archivierter Artikel vom 27.03.2012, 07:00 Uhr

Ein Anfang ist gemacht – Rena Lehmann zu einem Jahr Bildungspaket

Man würde das Bildungs- und Teilhabepaket hoffnungslos mit Erwartungen überladen, würde man ihm ganz allein die Aufgabe übertragen, in Deutschland endlich für Chancengleichheit zu sorgen. Aber es ist ein Anfang.

Rena Lehmann
Rena Lehmann
Foto: Jens Weber

Man würde das Bildungs- und Teilhabepaket hoffnungslos mit Erwartungen überladen, würde man ihm ganz allein die Aufgabe übertragen, in Deutschland endlich für Chancengleichheit zu sorgen. Aber es ist ein Anfang.

Nach dem sehr holprigen Start vor einem Jahr, als manche Kommune noch überhaupt keine Nachfrage verzeichnete, ist es inzwischen bei vielen Bedürftigen bekannt, nehmen Kinder Nachhilfe oder gehen zum Musikunterricht, die vorher gar nicht oder nur unter schwierigsten Bedingungen die Möglichkeit dazu hatten.

Allerdings kommt das Paket regional auch sehr unterschiedlich an. Sein Erfolg hängt grundsätzlich in erster Linie davon ab, ob die Eltern eines Kindes, das Anspruch hätte, diesen auch wahrnehmen und das einseitige Papier zum Beantragen der Leistungen ausfüllen. Damit diese aber überhaupt von den zahlreichen Möglichkeiten der Förderung ihres Kindes erfahren, müssen Jobcenter, Kreisverwaltungen und Rathäuser engagiert daran arbeiten, sie darauf aufmerksam zu machen. Wenn das bereitgestellte Geld des Bundes dauerhaft nicht abgerufen wird, könnte es demnächst für anderes verwendet werden. Und Kinder, die eigentlich Anspruch auf Hilfe hätten, gingen weiter leer aus.

E-Mail an: rena.lehmann@rhein-zeitung.net