Archivierter Artikel vom 18.03.2011, 14:30 Uhr

Eierlauf am Mörderbacken: Damen überraschen

Falun (dpa). Für die einen war es ein Eierlauf, die anderen kamen sich vor wie beim Schildkröten-Rennen: Der Prolog für das Weltcup-Finale der Skilangläufer im schwedischen Falun verlangte den Athleten alles ab.

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Starkes Rennen
Nicole Fessel hat beim Weltcup-Finale in Falun ein starkes Rennen hingelegt.
Foto: DPA

Dass dabei aber die deutschen Damen um Nicole Fessel und Katrin Zeller den besser eingestuften Herren den Rang abliefen, war nicht zu erwarten. Ungekröntes Königspaar am gefürchteten, 800 Meter langen «Mörderbacken» wurden Marit Björgen aus Norwegen und Ilja Tschernoussow aus Russland.

«Das war ein einziger Eierlauf», meinte die Oberstdorferin Nicole Fessel, die mit einem hervorragenden sechsten Platz ihr gewachsenes Leistungsvermögen auch zum Saisonende noch einmal unter Beweis stellte. 25 Zentimeter Neuschnee seit Mitternacht hatten die Strecke zu einer Tortur für alle Aktiven werden lassen. «Eine Spur für die klassische Technik war nicht mehr zu erkennen, zumal die Mädchen alle nur den Berg hinauf gegrätscht sind», meinte der Oberwiesenthaler Tom Reichelt. «Ich bin sehr glücklich. Es ging ziemlich gut. Aber die Saison hat gezehrt», meinte Fessel.

Auch Katrin Zeller schaute überaus zufrieden drein. «Platz zehn hatte ich nicht erwartet. 2,5 Kilometer sind nicht unbedingt meine Lieblingsdistanz. Aber um unter die besten 15 in der Gesamtweltcup-Wertung zu kommen, war das eine gute Sache. Es geht immer noch voran», meinte die Oberstdorferin.

Das mussten die Herren neidlos anerkennen. Als bester DSV-Läufer kam Tobias Angerer auf Rang 28. «Es ging wohl am Anfang zu leicht. Ich bin den Anstieg zum Mörderbacken einfach zu schnell angegangen. Am höchsten Punkt hat es mir dann die Beine fast weggedreht», erzählte der Vachendorfer, der ebenso wie sein Teamkollege Jens Filbrich (Frankenhain) auch noch stürzte. «Das darf bei so einem kurzen Rennen einfach nicht passieren. Vielleicht war es eine Unaufmerksamkeit bei dem tiefen Schnee, vielleicht bin ich nach der langen Saison einfach nur müde», sagte Filbrich, der 31. wurde.

«Was soll's?», fragte Bundestrainer Jochen Behle. «Heute sahen die Damen viel besser aus. Auch das tut gut. Tobi und Fibs machten generell nicht den besten Eindruck», fasste Behle das Rennen zusammen.