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    Ehrgeizige Tischtennis-Führungsspielerin Han Ying

    Auf Han Ying ist Verlass. Deutschlands neue Tischtennis-Vorzeigefrau knüpft bei der EM in Lissabon nahtlos an ihre Top-Leistungen von Schwechat 2013 an.

    Führungsspielerin
    Han Ying startete stark in die Tischtennis-EM.
    Foto: Ole Spata - DPA

    Lissabon (dpa) – Auf Han Ying ist Verlass. Deutschlands neue Tischtennis-Vorzeigefrau knüpft bei der EM in Lissabon nahtlos an ihre Top-Leistungen von Schwechat 2013 an.

    Vor einem Jahr führten die 31 Jahre alte Abwehrspielerin und die ebenfalls aus China stammende Shan Xiaona die deutsche Damen-Auswahl nach einer langen Durststrecke von 15 Jahren zurück auf Europas Thron. In Portugal soll am Sonntag der Titel verteidigt werden.

    Das EM-Gold löste vor zwölf Monaten aber nicht nur Jubel, sondern auch teilweise hitzige und kontroverse Diskussionen in der deutschen Tischtennis-Gemeinde aus. Die Debatte um gebürtige Chinesinnen im Nationalteam hat sich inzwischen beruhigt, das Selbstbewusstsein der beiden Spielerinnen ist dadurch erheblich gestiegen. «Ich bin in einem Jahr sehr viel besser geworden», stellte Han Ying fest.

    In der Weltrangliste ist sie bereits die Nummer neun, das entspricht der Position von Timo Boll bei den Herren. Beim Bekanntheitsgrad gibt es gewaltige Unterschiede, bei den Leistungen kaum. Gleich am ersten EM-Tag deklassierte Han Ying Österreichs Topspielerin Liu Jia mit 3:0-Sätzen und führte die DTTB-Damen ins Viertelfinale. «Das hatte ich mir schwerer vorstellt», berichtete die Mutter einer zweijährigen Tochter im fast perfekten Deutsch.

    Ihre Sprachkenntnisse sind noch besser geworden. «Sie ist eben in allen Bereichen sehr ehrgeizig», stellte Bundestrainerin Jie Schöpp mit einem Schmunzeln fest. Von der zielstrebigen Han Ying, die mit ihrem Mann Lei Yang in Düsseldorf lebt und für den polnischen Club Tarnobrzeg spielt, profitieren auch die anderen Nationalspielerinnen im Trainingszentrum. «Alle sind besser geworden», sagte Schöpp.

    Als Han Ying im Sommer 2002 aus der Millionenstadt Shenyang in den 5000-Einwohner-Ort Busenbach kam, war daran nicht zu denken. «Es hat geregnet, es war dunkel, ich kam in dieses Dorf und dachte: Wo bin ich überhaupt?», berichtete Han Ying der Fachzeitschrift «Tischtennis» über ihre Ankunft. Nach mehreren Bundesliga-Jahren für Busenbach und Tostedt entschloss sie sich erst Anfang 2012 für eine späte Karriere beim Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB).

    Deshalb dürfen Han Ying und die deutsche Meisterin Shan Xiaona auch nicht bei Weltmeisterschaften für den DTTB aufschlagen. «Ich weiß, dass ich dieses Jahr nur bei der EM für Deutschland spielen darf. Deshalb habe ich mich speziell auf Lissabon vorbereitet», erläuterte Han Ying ihre Fokussierung auf das EM-Turnier. Am Tisch wirkt die ballsichere Spielerin wie eine Frau ohne Nerven. «Meine Trainerin sieht schon, wenn ich nervös werde», verriet die Defensivkünstlerin.

    Ihr großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2016 in Rio. Dort gelten die Teilnahmebestimmungen wie bei EM-Turnieren. Auch dank Han Ying sind die Chancen auf die erste Olympia-Medaille für die DTTB-Damen realistisch. «Wir haben hier in Lissabon taktische Möglichkeiten wie bei Olympia», sagte Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig.

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