Archivierter Artikel vom 20.03.2011, 12:04 Uhr
Freiburg

Dutt verlässt Freiburg – neuer Coach in Leverkusen

Das verrückte Trainerkarussell in der Fußball-Bundesliga hat durch den bevorstehenden Wechsel von Robin Dutt zu Bayer Leverkusen noch mehr Fahrt aufgenommen.

Lesezeit: 2 Minuten
Robin Dutt
Robin Dutt hat eine neue Trainer-Stelle in Aussicht.
Foto: DPA

Der Coach des SC Freiburg verlässt nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa die Südbadener nach vierjähriger Tätigkeit zum Saisonende und wechselt nach Leverkusen. Damit endet die dortige Amtszeit von Jupp Heynckes, der wiederum für den FC Bayern als van-Gaal-Nachfolger frei wäre.

Die Freiburger haben sich wiederum für eine interne Lösung entschieden: Neuer Cheftrainer wird der Coach des Regionalligateams des SC, Marcus Sorg. Unterstützt wird der 45-Jährige vom bisherigen U-19-Bundesligatrainer der Südbadener, Christian Streich. Auch die «Badische Zeitung» berichtet in ihrer Online-Ausgabe von den Wechseln. Der SC hat für den 21. März zu einer Pressekonferenz mit Präsident Fritz Keller, Sportdirektor Dirk Dufner und Dutt eingeladen. Dabei wird der Nachfolger verkündet.

Da Dutt in Freiburg noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2012 hat, muss der Champions-League-Anwärter Leverkusen eine Ablöse wohl in Millionenhöhe für den gebürtigen Kölner zahlen. «Es gibt definitiv keine Entscheidung», sagte jedoch Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser vor dem Bundesliga-Spiel gegen den FC Schalke 04 auf dpa-Anfrage. Für den 21. März sei ein Gespräch mit dem derzeitigen Cheftrainer Heynckes angesetzt, das auch in diesem Punkt Klärung bringen dürfte.

Der 65-Jährige gilt bei Bayern München als wahrscheinlicher Nachfolger des zum Saisonende scheidenden Niederländers Louis van Gaal. Heynckes hatte eine Entscheidung über seine Zukunft für den Wochenbeginn angekündigt.

Bei Bayer machte man zuletzt keinen Hehl mehr daraus, dass man das lange Zaudern von Heynckes leid und im Hintergrund auf der Suche nach einem Nachfolger war. «Es gibt eine Alternative und viele Varianten», hatte Holzhäuser gesagt und einen Plan B bestätigt. Dass der Werksverein Dutt favorisierte, war längst ein offenes Geheimnis. «Wenn es dann einen Neuen gibt, kann das auch sehr schnell gehen», sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler dem Internet-Fernsehsender Liga total. Die Gespräche mit dem neuen Mann seien «sehr weit» gediehen.

Dutt war 2007 vom Regionalligisten Stuttgarter Kickers als Nachfolger des langjährigen Coaches Volker Finke nach Freiburg gekommen. Er übernahm den SC in der zweiten Liga und führte ihn nach zwei Jahren zurück in die Bundesliga. Auf die Frage, ob er in der kommenden Saison noch Trainer in Freiburg sei, hatte Dutt am Samstag im ZDF-Sportstudio gesagt: «Da müssen Sie sich noch etwas gedulden.» Mit ihm gehen nun der Freiburger Co-Trainer Damir Buric und Torwarttrainer Marco Langner nach Leverkusen.

Der als Spieler nicht über die Verbandsliga hinausgekommene Dutt gehört zur neuen, noch relativ jungen Gilde der Konzept-Trainer, zu der auch der Dortmunder Jürgen Klopp oder der Mainzer Thomas Tuchel gezählt werden. Unter seiner Leitung absolviert der SC trotz des 1:2 gegen den FC Bayern München und damit vier Niederlagen nacheinander derzeit eine seiner besten Bundesliga-Spielzeiten.

Der Sohn eines Inders und einer Deutschen hat sich als Coach Schritt für Schritt von der Verbands- bis in die Bundesliga hochgearbeitet und seine Fußball-Lehrer-Lizenz als Lehrgangsbester erworben. Zudem besitzt er ein gutes Händchen im Umgang mit jungen Spielern, was ihm auch bei Bayer 04 zugutekommen dürfte. Und er bevorzugt eine ruhige Medienlandschaft, wie es sie in Freiburg gibt – und auch in Leverkusen.