Archivierter Artikel vom 04.12.2011, 13:55 Uhr

Düsseldorf für Längläufer kein Erfolgs-Kurs

Düsseldorf (dpa). Josef Wenzl und der Weltcup in Düsseldorf passen seit 2008 nicht mehr zusammen. Der Top-Sprinter unter den deutschen Skilangläufern wurde wegen einer angeblichen Behinderung eines russischen Konkurrenten nach dem Halbfinale disqualifiziert.

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Disqualifiziert
Josef Wenzl wurde im Teamwettbewerb disqualifiziert.
Foto: Patrick Seeger – DPA

Damit nahm die Rennleitung dem deutschen Team die Chance auf eine durchaus mögliche Top-Platzierung. Vor vier Jahren hatte Wenzl für den ersten und bislang einzigen deutschen Sieg in der Rheinmetropole gesorgt, konnte seitdem aber nicht wieder an den Erfolg anknüpfen.

«Ich glaube, ich brauche gar nicht mehr nach Düsseldorf zu kommen. Irgendwie haben die mich auf der schwarzen Liste», schimpfte dieser, nachdem er im Halbfinale des Teamsprints im Schlussspurt angeblich regelwidrig gehandelt hatte. «Er hat doch hinten keine Augen und hat die Spur noch vor dem Korridor gewechselt. Der Russe war klar hinter ihm», sagte ein sichtlich verärgerter Bundestrainer Jochen Behle und nannte die Disqualifikation «lächerlich». «Wenn das ein Blocken gewesen sein soll, wird ein Petter Northug zukünftig kein Massenstartrennen mehr gewinnen», ereiferte sich der Coach.

Die Jury-Entscheidung konnte keiner nachvollziehen. «Der Sport ist fair, aber das war heute von der Rennleitung unfair», meinte auch Teamsprint-Olympiasiegerin Claudia Nystad, die nach den Olympischen Winterspielen in Vancouver ihre Laufbahn beendet hatte und als Zaungast das Rennen verfolgte. Eine absichtliche Behinderung konnte sie nicht feststellen.

Dabei hatte das deutsche Team mit dem Frankenhainer Jens Filbrich und Wenzl alles richtig gemacht. «Die Taktik stimmte, Fibs hat hervorragend gearbeitet. Deshalb habe ich ihn ja auch aufgestellt», sagte Behle. Wenzl hatte nach dem letzten Wechsel die Führung übernommen und dann im Spurt um den zur direkten Finalteilnahme berechtigenden zweiten Platz die besseren Karten vor den Russen, die nach der Kollision auf Rang sieben zurückfielen. Sie durften im Finale starten und belegten Rang zwei hinter dem schwedischen Duo.

Bereits vor einem Jahr war Wenzl an gleicher Stelle wegen einer ähnlichen Verfehlung verwarnt worden und fuhr wegen dieser Bestrafung die gesamte Saison unter Bewährung. «Ich laufe hart, aber nicht unfair. Das ist nun mal der Sprint», versicherte der Zwieseler.

Neben diesem Aufreger hatte Düsseldorf aus deutscher Sicht nicht viel zu bieten. Der elfte Rang durch Hanna Kolb (Buchenberg) war sehr positiv, zumal die Allgäuerin wegen eines Sturzes im Startgarten des Halbfinals um alle Finalchancen gebracht wurde. «Sie wäre sicher weitergekommen», lobte Behle. Auch vier Herren im Viertelfinale waren ein erster Schritt in die richtige Richtung, wenngleich zahlreiche Weltklasse-Leute in Düsseldorf nicht am Start waren.

Die Siege am Rheinufer gingen an Kikkan Randall aus den USA und Ola Vigen Hattestad aus Norwegen in den Einzelsprints sowie Mari Eide/Maiken Caspersen Falla aus Norwegen und die Schweden Jesper Modin/Teodor Peterson in den Teamwettbewerben.