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Duell zweier Quarterback-Legenden: Brady trifft auf Rodgers

Tom Brady ist der erfolgreichste Quarterback in der Geschichte der NFL – aber ist er auch der beste? Für viele Fans ist Aaron Rodgers der bessere Spieler auf der wichtigsten Position. Am Wochenende kommt es zum direkten Duell der beiden Ausnahmespieler. Das ist selten.

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Quarterback-Legenden
Tom Brady (r) trifft auf Aaron Rodgers.
Foto: Steven Senne/AP/dpa

Tampa (dpa). Tom Brady ist mit sechs Siegen im Super Bowl der erfolgreichste Quarterback der NFL-Geschichte – aber ist er auch der beste?

Vor allem Anhänger der Green Bay Packers halten Aaron Rodgers für den stärksten Spielmacher des vergangenen Jahrzehnts und haben dabei nicht nur viele Unterstützer aus anderen Teilen des Landes, sondern durch die ersten vier Spiele der Packers in dieser Saison auch weitere Argumente bekommen. In der Nacht zu Montag (2.25 Uhr MESZ) treffen die Packers auf die Tampa Bay Buccaneers und damit auch der 36 Jahre alte Rodgers auf den 43 Jahre alten Brady. Für die beiden Offensivspieler ist es wegen der komplexen Spielplangestaltung der NFL das erst dritte direkte Duell ihrer Karriere. Bislang steht es 1:1 nach Siegen.

DIE KARRIERE UND DIE ERFOLGE

Sechs Siege im Super Bowl bei insgesamt neun Teilnahmen – diese Marke von Tom Brady ist unerreicht. Er hat damit zudem mehr Siege im wichtigsten Football-Spiel der Welt, als jeder andere NFL-Quarterback Teilnahmen. Mit den New England Patriots dominierte „TB12“ die NFL. Als er das Team nach 20 Jahren in Richtung der Buccaneers verließ hatte er mit 219 Siegen in der Hauptrunde auch hier mehr als jeder andere Spielmacher in der NFL-Geschichte. In den Playoffs sammelte er in dieser Zeit 30 Siege – auf Rang zwei liegt Joe Montana mit 16 Siegen. Brady kommt zudem auf drei MVP-Auszeichnungen in der Hauptrunde und wurde vier mal als wertvollster Spieler eines Super Bowls ausgezeichnet. All das zusammen macht ihn zum GOAT („Greatest of all times“), dem besten aller Zeiten – sagen seine Fans auf der ganzen Welt.

Rodgers-Anhänger argumentieren, all die Erfolge verdankt Brady auch den starken Mitspielern und Patriots-Trainer Bill Belichick – und Rodgers sei, geht es allein um die Fähigkeiten, der bessere. Der 36-Jährige hat den Super Bowl ein Mal gewonnen und wurde zwei Mal als wertvollster Spieler einer Saison ausgezeichnet. Rodgers ist zudem der Quarterback mit den der besten Interceptions-Quote aller Profis mit mindestens 1500 Würfen und dem besten Verhältnis zwischen Interception und Touchdown. 2018 wurden nur zwei seiner 597 Würfe vom Gegner abgefangen – NFL-Rekord. Sogar Bradys Trainer bei den Buccaneers, Bruce Arians, sagt über Rodgers: „Er ist wahrscheinlich besser als jeder andere in der Liga bei tiefen Würfen.“

DIE AKTUELLE FORM

Eines der aktuellsten Bilder von Tom Brady zeigt ihn mit verdutztem Gesichtsausdruck und vier in die Luft gehaltenen Fingern. Bei der Niederlage gegen die Chicago Bears am vergangenen Wochenende schien es, als habe der Superstar beim letzten Wurf nicht gewusst, dass dies sein letzter Wurf sein würde – und nicht erst der dritte Versuch war. Es passte jedenfalls ins Bild jener Kritiker, die den Wechsel nach Florida für einen Fehler und Brady für zu alt halten, um in einem neuen Umfeld noch mal das alte Niveau erreichen zu können. Seinen zwölf Touchdown-Pässen stehen nach fünf Spielen schon vier Interceptions gegenüber. Gegen die Bears sah man Brady wütend auf seine Mitspieler einbrüllen. Drei Siege und zwei Niederlagen sind nicht die Zwischenbilanz, mit der ein Tom Brady zufrieden ist.

Rodgers dagegen ist noch ungeschlagen in dieser Saison und unübersehbar in absoluter Topform. Im Gegensatz zu Brady kennt er seine Umgebung und seine Mitspieler bestens, viel getan hat sich nicht im Kader der Packers im Vergleich zur vergangenen Saison. Im Schnitt kommt Rodgers auf sehr gute 303,5 geworfene Yards pro Spiel, 13 Würfe zu Touchdowns und noch keiner Interception. „Er spielt auf einem wirklich hohen Niveau. Du musst ihn unter Druck setzen, so viel ist sicher, und darfst nicht ängstlich spielen“, sagte Arians vor dem Duell am Sonntag. „Wenn er improvisieren muss, ist er am besten.“

DIE PROGNOSE

Die ungeschlagenen Packers sind der klare Favorit. Kaum ein Experte in den USA setzt auf einen Sieg der Buccaneers, selbst in der Vorschau auf der NFL-Homepage gibt es von den Fachleuten keine einzige Stimme für die Heimmannschaft. Die Buccaneers haben nicht nur Abstimmungsprobleme in ihrer noch nicht gut eingespielten Offensive um den Superstar-Quarterback, sondern auch Pech mit Verletzungen. So fehlte Brady etwa Receiver Chris Godwin in drei der fünf Spielen als Anspielstation.

© dpa-infocom, dpa:201015-99-952032/2

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