Archivierter Artikel vom 22.08.2010, 15:28 Uhr

DTM: Wieder Mercedes-Doppelerfolg – Paffett vorn

Zandvoort (dpa). Noch mehr Rückenwind für Mercedes, weiter Sand im Getriebe bei Audi: Gary Paffett hat die «Sternflotte» an der niederländischen Nordseeküste zu einem weiteren Doppelerfolg im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) geführt.

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Erfolgreich
Gary Paffett geht mit seinem Mercedes vor Briten Paul di Resta in die Kurve.
Kalt erwischt
Der Brite Gary Paffett bekommt bei der Siegerehrung Champagner in den Kragen geschüttet.

Der Brite holte sich auf dem Dünenkurs von Zandvoort seinen zweiten Saisonsieg vor Landsmann Paul di Resta und Timo Scheider im besten Audi. Der Titelverteidiger gab seine Siegchancen mit einem total verpatzten Start selbst aus der Hand. An der Spitze des Gesamtklassements bleibt trotz eines dürftigen siebten Ranges Mercedes-Mann Bruno Spengler (Kanada).

Sieger
Der Brite Gary Paffett fährt in Zandvoort zum Sieg.

«Einfach großartig – unser fünfter Sieg im sechsten Rennen – Gary und Paul sind in einer eigenen Liga gefahren», schwärmte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Auch der Blick auf die Fahrerwertung sorgt im Lager der Stuttgarter weiterhin für gute Laune. Hier führt das Mercedes-Trio Spengler (44 Punkte), Paffett (35), di Resta (33) vor Mattias Ekström (Schweden/28) als bestem Audi-Fahrer. «Bruno hat ein klein wenig Haare lassen müssen, aber das kann er verschmerzen», meinte Haug.

Siegerehrung
Der Brite Gary Paffett bejubelt mit dem Pokal seinen Sieg in Zandvoort.

Champion Scheider, der sich erstmals in dieser Saison die Pole Position gesichert hatte, ließ alle Hoffnungen auf seinen ersten Sieg seit September 2009 mit einen Katastrophen-Start schon auf den ersten Metern liegen. Der 31-Jährige kam überhaupt nicht vom Fleck und fiel bis auf Platz zehn zurück. «Ich muss mich entschuldigen bei meinem Team. Das war ganz klar mein Fehler, das geht auf meine Kappe», sagte der Gesamtsieger der vergangenen beiden Jahre.

Freude
Mercedes-Motorsportdirektor Norbert Haug freut sich mit Gary Paffett über den Sieg.

Wie ärgerlich der Lapsus war, zeigte der weitere Rennverlauf: Mit schnellen Rundenzeiten, einigen Überholmanövern und guter Boxen-Strategie fuhr Scheider noch aufs Podest. «Ich hatte einen dicken Hals, sonst fährt man in der DTM nicht noch so weit vor. Wenigstens ist es unser erstes Podium.»

Pole-Mann
Nach der Qualifikation freute sich Timo Scheider (m) noch über seine Pole vor Paffett (r) und di Resta.

Dass für den Altacher viel mehr drin gewesen wäre, zeigte auch sein Streckenrekord von 1:32,967 Minuten bei seiner schnellsten Rennrunde. Durch den dicken Start-Schnitzer ist Scheiders Traum vom historischen DTM-Hattrick angesichts von 21 Punkten Rückstand auf den Gesamtführenden Spengler aber wohl endgültig ausgeträumt.

Vorne war dank Scheiders «Geschenk» der Weg frei für das hinter ihm startende Mercedes-Duo Paffett/di Resta. Die silberne Doppelspitze setzte sich schnell ein Stückchen vom Feld ab und behauptete ihre Führung auch in den beiden Boxenstopp-Phasen sicher. Nach 42 Runden à 4,307 Kilometer (Gesamtdistanz: 180,894 Kilometer) kam Paffett in 1:07:04,346 Stunden 0,396 Sekunden vor di Resta wie im Vorjahr als Erster ins Ziel. «Die Strecke liegt mir enorm. Du kannst hier unheimlich viel aus dem Auto herausholen», sagte Paffett.

Gegen die rasante Fahrt der beiden C-Klasse-Mercedes hatte auch Audi-Hoffnung Ekström keine Chance. Der Schwede, der seinen Rückstand auf Spengler eigentlich um fünf Punkte verringern wollte, fuhr vor 39 000 Zuschauern (am Rennwochenende) lange auf Rang drei, den er am Ende sogar noch an Scheider verlor.