Archivierter Artikel vom 05.08.2010, 16:48 Uhr

DSV-Springer starten in den Sommer

Rust (dpa). Neue Regeln, neue Technik: Der Auftakt des Sommer-Grand-Prix' in Hinterzarten wird für die deutschen Skispringen um Lokalmatador Martin Schmitt zu einer ersten Standortbestimmung im von Doppel-Olympiasieger Simon Ammann ausgelösten Material-Poker.

Lesezeit: 2 Minuten
Ausgewählt
Georg Späth ist für den Auftakt des Sommer-Grand-Prix' nominiert worden.

«Mit der Anerkennung der Ammann-Bindung durch die FIS ist ein anderes Fenster aufgegangen. Das hat die Vorbereitung sehr spannend gemacht. Wir sind noch in der Experimentierphase. Aber wir trauen uns es jetzt zu. Bei einem Teil der Mannschaft setzen wir auf ein neues Bindungssystem», erklärte Bundestrainer Werner Schuster bei einer Pressekonferenz in Rust.

Erfreut hat Schuster zur Kenntnis genommen, dass auch die arrivierten Springer im DSV-Team die neue Herausforderung mit großer Offenheit angegangen sind. «Man sagt den Älteren ja immer nach, dass sie sich neuen Dingen verschließen. Ich bin stolz darauf, dass sie alle mitgezogen haben, und froh, dass einige Springer das neue System schon am Wochenende einsetzen», sagte der Bundestrainer.

Österreichs Chefcoach Alexander Pointner, dessen Athleten schon nach Olympia auf neue Bindungen umgestiegen waren, kritisierte allerdings: «Schade, dass die FIS keine Regeln festgelegt hat. Jetzt bastelt jeder herum, dabei gehört die Bindung zu den sicherheitsrelevantesten Dingen im Skispringen.»

Schuster sieht dies eher gelassen, weiß aber auch, dass es ein steiniger Weg ist, bis jeder Springer das perfekte System für sich gefunden hat. «Wir haben eine klare Idee. Aber es ist ein langer Prozess, dass richtige Material zusammenzukriegen», meinte der Bundestrainer.

Beim Auftakt im Schwarzwald schickt er neben Schmitt noch Michael Uhrmann, Michael Neumayer, Severin Freund, Andreas Wank und Georg Späth ins Rennen. Vor heimischem Publikum erhofft sich Schuster einen gelungenen Saisoneinstand. «Im vergangenen Jahr waren wir nicht gut, das hat uns unter Druck gebracht. Ich gehe richtig zufrieden nach Hause, wenn wir im Mannschaftswettbewerb auf das Podium kommen und im Einzel zwei Springer unter die Top Ten kommen», formulierte Schuster das Ziel.

Neben der ersten Leistungsschau vor Beginn des WM-Winters steht die Materialfrage im Mittelpunkt des Interesses. «Es wird sicher viel nach links und rechts geschaut, was die Konkurrenz macht», mutmaßte Schuster. Zudem erhofft er sich weitere Aufschlüsse darüber, wie die Fans die im Vorjahr eingeführte und ab diesem Sommer für alle Wettkämpfe gültige Windregel annehmen: «Für mich gibt es da noch offene Fragen hinsichtlich der Transparenz und Glaubwürdigkeit.»