Archivierter Artikel vom 14.05.2012, 16:15 Uhr

dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Opel-Chef: Astra nur noch in zwei Werken

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Rüsselsheim (dpa) – Opel tritt auf die Kostenbremse: Weil der Absatz stetig sinkt und die Werke bei weitem nicht ausgelastet sind, lässt der defizitäre Autohersteller sein Hauptmodell Astra künftig nur noch in zwei Werken bauen. Doch wo der Astra zukünftig vom Band rollen darf, verkündete Unternehmenschef Karl-Friedrich Stracke am Montag nach einer Betriebsversammlung in Rüsselsheim nicht. Es gilt aber als sicher, dass der Opel-Bestseller künftig nicht mehr in Deutschland hergestellt wird. Stracke blieb auch die Antwort auf die Frage schuldig, ob sein Sanierungsplan weitere Werksschließungen oder einen neuerlichen Stellenabbau in Europa vorsieht. Der Unternehmensplan solle im Juni dem Aufsichtsrat vorgelegt werden, sagte Stracke: «Er ist keineswegs ein Sparplan, sondern eine umfassende Strategie, mit der wir schnell wieder in die Gewinnzone fahren werden, ganz egal ob mit oder ohne Rückenwind des Marktes.»

Deutsche Anleihen auf Rekordjagd – Anleger suchen sichere Häfen

Frankfurt/Main (dpa) – Spanischer Bankenstress und griechisches Polit-Chaos treiben Anleger zum Wochenauftakt an den deutschen Anleihemarkt. Die als besonders sicher geltenden Titel des Bundes jagen von einem Rekordstand zum nächsten. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf ein neues Rekordtief von 1,433 Prozent. Unterdessen eskaliert die Lage an den Anleihemärkten der großen Euro-Krisenländer Italien und Spanien immer weiter. Zu Wochenbeginn stiegen die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen und die Prämien für Kreditausfallversicherungen (CDS) auf neue Rekordstände. Die Bankenreform Spaniens vom vergangenen Freitag wird an den Finanzmärkten offenbar verschmäht.

Eurogruppen-Chef Juncker: Austritt Griechenlands kein Thema

Brüssel (dpa) – Ein möglicher Austritt Griechenlands aus dem Euro ist für die Euro-Finanzminister nach Worten ihres Vorsitzenden Jean-Claude Juncker kein Thema. Auf die Frage, ob die Minister bei ihrem Treffen am Montag in Brüssel über diese Möglichkeit beraten wollten, sagte Juncker am Montag kurz und knapp: «Nein.» Darüberhinaus wollte er sich dazu nicht äußern. Die öffentliche Debatte über ein Ausscheiden Griechenlands aus dem gemeinsamen Währungsraum war wegen der schwierigen Regierungsbildung in Athen zuletzt wieder aufgeflammt. Die EU-Kommission machte am Montag klar, dass Griechenland in der Eurozone bleiben solle. Nach Angaben von Diplomaten kann beim Treffen der Finanzminister der 17 Euro-Länder in Brüssel zu Griechenland nichts entschieden werden, da es in Athen bisher keine neue Regierung gibt. Ein wichtiges Thema des Treffens wird die Lage im krisengeschüttelten Spanien sein.

Umbruch bei Yahoo: Chef geht nach Titel-Tricksereien

Sunnyvale (dpa) – Der kriselnde Internet-Pionier Yahoo muss sich schon wieder einen neuen Chef suchen. Nach nur vier Monaten an der Spitze des Konzerns ist Hoffnungsträger Scott Thompson über eine frisierte Biographie gestolpert. Er packte nach tagelangen Gerangel mit einem Großaktionär am Sonntag die Koffer. Ein endgültiger Nachfolger steht noch nicht fest. Einstweilen hat ein Werbefachmann das Ruder übernommen. Damit hat Großaktionär Daniel Loeb sein Ziel erreicht. Er war es, der im offiziellen Lebenslauf von Thompson einen Bachelor-Abschluss in Computerwissenschaften entdeckte, der dort nicht hinein gehörte. Denn Thompson hat lediglich einen Abschluss in Buchhaltung. Für Loeb war diese Entdeckung der Hebel, um den Firmenchef zu stürzen, der seinen eigenen Machtplänen im Weg stand.

Japans Atombetreiber Tepco mit hohen Verlusten

Tokio (dpa) – Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima, Tepco, steckt tief in den roten Zahlen fest. Wie das vor der Verstaatlichung stehende Unternehmen am Montag bekanntgab, fiel im Geschäftsjahr 2011/12 (31, März) unter dem Strich ein Fehlbetrag von Yen 781,6 Milliarden Yen (7,5 Mrd Euro) an. Das ist allerdings weniger als im Vorjahr, als Tepco ein Minus von 1,2 Billionen Yen verbucht hatte. Denn einen Großteil der durch die Katastrophe im AKW Fukushima Daiichi anfallenden Entschädigungszahlungen an die Opfer übernimmt der Staat, der mit einer Kapitalspritze in Höhe von einer Billion Yen die drohende Insolvenz des Unternehmens abwenden will. Damit übernimmt die Regierung gleichzeitig mehr als 50 Prozent der Stimmrechte.

Rekordauftakt für Luftverkehr – Fracht macht Sorgen

Wiesbaden (dpa) – Trotz Streiks hat die deutsche Luftverkehrswirtschaft einen Rekordstart ins Jahr 2012 hingelegt. In den ersten drei Monaten flogen 20,9 Millionen Passagiere von deutschen Flughäfen ab, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden berichtete. Das waren 3,0 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie in einem ersten Quartal. Im Fracht- und Luftpostverkehr gingen hingegen die Mengen zurück. Mit einer guten Million Tonnen Ein- und Ausladungen lag der Wert 4,2 Prozent unter dem aus dem Jahr 2011. Der Anstieg der Passagierzahlen ging allein auf den Auslandsflugverkehr zurück: Hier stiegen die Passagierzahlen um 4,4 Prozent. Im Inlandsverkehr sank dagegen die Zahl der Fluggäste um 0,4 Prozent.

Studie: Strompreise steigen bis 2025 um 70 Prozent

Karlsruhe (dpa) – Die Strompreise in Deutschland werden einer Studie zufolge bis zum Jahr 2025 um 70 Prozent steigen. Schuld daran seien die Kosten für die Energiewende und der geplante Ausstieg aus der Atomkraft, heißt es in dem Gutachten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Sie wurde von der Industrie- und Handelskammer Baden-Württemberg in Auftrag gegeben. «Wenn die Strompreise so drastisch steigen, fürchten wir um die Konkurrenzfähigkeit deutscher Unternehmen», sagte der Karlsruher IHK-Präsident Bernd Bechtold am Montag in Eggenstein-Leopoldshafen (Kreis Karlsruhe). Die Preiserhöhungen gelten laut Studie für Großkundenverträge. «Bei Privathaushalten werden die Preise wohl noch stärker steigen, da sie keine so hohen Rabatte aushandeln können», sagte Ingenieur Karl-Friedrich Ziegahn, der die Studie koordinierte.

Loewe-Aktie steigt trotz Dementi zu Apple-Kaufangebot

New York/Kronach (dpa) – Der Fernsehgeräte-Spezialist Loewe hat zwar Berichte über ein angebliches Kaufangebot von Apple zurückgewiesen – die Aktie schoss am Montag aber trotzdem hoch. Bis zum Nachmittag stieg der Kurs um gut 22 Prozent auf zeitweise 5,55 Euro. Der Börsenwert erreichte damit allerdings noch nicht die Höhe der kolportierten Apple-Offerte von 87,3 Millionen Euro. Zum Handelsschluss am Freitag war Loewe gut 59 Millionen Euro wert gewesen. Das Blog «AppleInsider» hatte am Wochenende unter Berufung auf einen nicht näher benannten Informanten geschrieben, Apple habe ein Übernahmeangebot vorgelegt und Loewe wolle eine Entscheidung bis Freitag treffen. An den Angaben sei «überhaupt nichts dran», erklärte ein Loewe-Sprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Am Montag hieß es erneut: «Unserem Management liegen aber aktuell keine Informationen vor, dass sich Apple finanziell an Loewe beteiligen will.»

Dax tief im Minus – Schwach spanischer Anleihemarkt belastet

Frankfurt/Main (dpa) – Eine schwache Anleiheauktion in Spanien hat den ohnehin schwach gestarteten Dax am Montag noch tiefer ins Minus gedrückt. Für anhaltende Verunsicherung sorgt die wohl erfolglose Regierungsbildung in Griechenland. Bis zum Nachmittag ging es für den deutschen Leitindex um 2,08 Prozent auf 6443 Punkte nach unten. Das Kursbarometer nimmt damit wieder Kurs auf den tiefsten Stand seit Ende Januar, der in der Vorwoche markiert worden war. Der MDax verlor am Montag 1,59 Prozent auf 10 387 Punkte und der TecDax sank um 1,45 Prozent auf 772 Punkte. Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,23 Prozent am Freitag auf 1,17 Prozent. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2863 (Freitag: 1,2944) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7774 (0,7726) Euro.