Archivierter Artikel vom 30.03.2011, 16:04 Uhr

dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

GDL bestreikt Bahn-Konkurrenten für 47 Stunden =

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Frankfurt/Main (dpa) – Die Lokführergewerkschaft GDL erhöht den Druck auf die großen Konkurrenten der Deutschen Bahn: 47 Stunden lang sollen bei den sechs Unternehmen die Züge stillstehen, wie die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Der Arbeitskampf beginnt an diesem Donnerstag um 3.00 Uhr und wird bis Samstag um 2.00 Uhr morgens dauern. Davon betroffen sind die Verkehrsgesellschaften Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn. Die GDL fordert einen einheitliche Tarifvertrag für die 26 000 Lokführer in Deutschland auf dem Niveau des Branchenführers Deutsche Bahn. Mit der Deutschen Bahn AG verhandelt die Gewerkschaft derzeit darüber, daher gibt es nur bei den Bahn-Konkurrenten Streiks.

Wirtschaft warnt: Meilerabschaltung könnte Wohlstand gefährden =

Berlin (dpa) – Die Industrie warnt vor einem überstürzten Ausstieg aus der Kernenergie. Eine vorschnelle Energiewende könne den Wohlstand in Deutschland gefährden, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, dem Magazin «Stern». Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mahnte, wegen der Abschaltung weiterer Atomkraftwerke könne es zu Stromausfällen kommen – was auch die Wirtschaft treffen würde. Die Ökoenergiebranche steht bereit, für die Atomkraftwerke in Deutschland einzuspringen: Mit Milliardeninvestitionen rüsten sich die Firmen für das atomfreie Energiezeitalter.

BayernLB macht nach Milliardenverlusten wieder Gewinn =

München (dpa) – Die BayernLB fährt nach ihrer schweren Krise mit Milliardenverlusten wieder Gewinne ein. 2010 erreichte die Bank ein Ergebnis nach Steuern von 590 Millionen Euro, nach minus 3,1 Milliarden Euro im Jahr davor. Vor Steuern werden 885 Millionen Euro ausgewiesen. «Für das Geschäftsjahr 2011 erwartet die BayernLB ein positives Ergebnis vor Steuern, das allerdings hinter dem sehr guten Wert des Geschäftsjahres 2010 zurückbleiben dürfte», teilte das Institut am Mittwoch in München mit. In den Jahren 2008 und 2009 fuhr die Bank durch milliardenschwere Fehlspekulationen auf dem US-Immobilienmarkt und das Desaster um den Fehlkauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) Verluste von zusammen nahezu acht Milliarden Euro ein.

Bilfinger sieht Geschäftschancen in Energiewende =

Mannheim (dpa) – Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger Berger rechnet sich bei einer schnellen Energiewende in Deutschland gute Geschäftschancen aus. Der Rückbau von abgeschalteten Atomkraftwerken würde dem Unternehmen mehr Perspektiven eröffnen als das aktuelle Geschäft mit Wartung und Instandhaltung, sagte der scheidende Vorstandschef Herbert Bodner bei der Vorstellung der Bilanz 2010 am Mittwoch in Mannheim. Auch die Renovierung stillgelegter Kohlekraftwerke, die möglicherweise für eine Übergangzeit wieder ans Netz müssten, könnte ein wichtiges Geschäft werden. Ab Juli steht der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) an der Spitze des Konzerns.

Konzernumbau: Praktiker schreibt vorerst weiter rote Zahlen =

Kirkel (dpa) – Die Baumarktkette Praktiker ist 2010 tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Angesichts der Kosten für den Konzernumbau und Rückstellungen für eine drohende Kartellstrafe in Polen habe sich der Verlust mit 33,6 Millionen Euro mehr als verdreifacht. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Bilanz der Baumarktkette für 2010 hervor. Für dieses Jahr rechnet der Konzernvorstand mit einem ähnlich niedrigen Umsatz wie im Vorjahr und setzt darauf, dass die laufende Umstrukturierung von 2012 an Früchte trägt. Das operative Ergebnis (EBITA) ging 2010 aufgrund der Kosten für die Neuausrichtung von 62,8 Millionen auf 35,3 Millionen Euro zurück.

Weniger Unternehmen im Boomjahr gegründet =

Wiesbaden/Frankfurt (dpa) – Im Boomjahr 2010 sind in Deutschland weniger Unternehmen gegründet worden als zuvor in der Krise. Das Statistische Bundesamt zählte 149 000 neue Betriebe, deren «Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen». Die Zahl der Neugründungen sank damit gegenüber 2009 um 2,8 Prozent, teilte das Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. Damals war die Zahl der neu gegründeten Betriebe erstmals seit 2004 wieder angestiegen (+ 3,0% gegenüber 2008).

Saab immer stärker in Not =

Stockholm (dpa) – Der angeschlagene schwedische Autohersteller Saab gerät wegen unbezahlter Rechnungen unter zunehmenden Druck von Zulieferern. Wie die Ortsmedien berichteten, lag die Produktion im Stammwerk Trollhättan am Mittwoch wie schon am Vortag wegen fehlender Komponenten eines unzufriedenen Zulieferers still. Der niederländische Saab-Eigner Victor Muller allerdings bestritt, dass sein Unternehmen in akuten Zahlungsproblemen steckt.

Dax steigt auf Niveau vor der Erdbeben-Katastrophe in Japan =

Frankfurt/Main (dpa) – Die Hoffnung auf eine Eingrenzung der Atomkatastrophe in Japan hat den Dax am Mittwoch angetrieben. Der Leitindex stieg am frühen Nachmittag um 1,66 Prozent auf 7049 Punkte und erreichte damit wieder den Stand vor dem verheerenden Erdbeben. Der MDax der mittelgroßen Werte lag mit 1,07 Prozent im Plus bei 10 329 Punkten, der TecDax gewann 0,68 Prozent auf 922 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,4090 (Dienstag: 1,4066) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7097 (0,7109) Euro.