Archivierter Artikel vom 09.11.2010, 16:06 Uhr

dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Scania prüft Zusammenschluss mit MAN

Lesezeit: 4 Minuten

München/Stockholm (dpa) – Die schwedische VW-Tochter Scania prüft einen Zusammenschluss mit dem Münchner Lastwagenbauer MAN. Die bisherigen Gespräche über eine engere technische Zusammenarbeit der Konkurrenten hätten ergeben, dass «eine engere Kooperation durch Kombination beider Unternehmen» notwendig sei, um das volle Potenzial auszuschöpfen, teilte Scania am Montag mit. Volkswagen ist mit knapp 30 Prozent auch an MAN beteiligt. Den Wolfsburgern wird seit langem nachgesagt, ihre Lkw-Geschäfte unter einem Dach bündeln zu wollen. Die Aktie von MAN legte zeitweise um mehr als 7 Prozent zu. Eine Entscheidung, ob und wie beide Konzerne zusammenfinden könnten, sei aber noch nicht gefallen. In jedem Fall sollten die beiden Marken erhalten bleiben, betonen die Schweden.

EU setzt WestLB neue Frist für Sanierungsplan =

Brüssel (dpa) – Die EU-Kommission hat der angeschlagenen WestLB drei Monate Zeit für einen neuen Sanierungsplan gegeben. Im Streit um Milliardenbeihilfen müssten bis Mitte Februar 2011 neue Vorschläge auf dem Tisch liegen, wie die Bank dauerhaft lebensfähig werden könne. Das sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Montag nach einem Spitzentreffen mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und dessen nordrhein-westfälischen Amtskollegen Norbert Walter- Borjans (SPD) in Brüssel. Diese Frist gelte auch für den Verkauf der Immobilientochter Westimmo. Die EU-Kommission und die WestLB streiten über Staatsbeihilfen, die die Landesbank bei der Ausgliederung fauler Wertpapiere erhalten hatte.

Studie: Deutschlands Süden hat beste Perspektiven =

München/Düsseldorf (dpa) – Bayern und Baden-Württemberg hängen die übrigen Regionen Deutschlands bei den wirtschaftlichen Perspektiven immer mehr ab. Das geht aus dem «Zukunftsatlas 2010» hervor, den das Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos für das «Handelsblatt» (Montag) erstellt hat. Darin werden dem Landkreis und der Stadt München die besten Aussichten bescheinigt. Auf den Plätzen Drei und Vier folgten die Stadt Erlangen und der Landkreis Starnberg vor dem Kreis Böblingen auf Rang fünf und Ingolstadt auf dem sechsten Platz. Damit liegen sechs der sieben Städte und Regionen, denen Prognos «Top-Zukunftschancen» attestiert, in Bayern und Baden- Württemberg. Den siebten Platz belegt die Banken-Metropole Frankfurt am Main.

Brüssel sieht keine Notlage bei Irland =

Brüssel (dpa) – In der Debatte um mögliche europäische Finanzhilfen für das angeschlagene Euro-Mitglied Irland sieht die EU- Kommission keine Notlage. «Der Bedarf ist bis Sommer nächsten Jahres gedeckt», sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Montag mit Blick auf Irlands Finanzierung. Die Lage der öffentlichen Finanzen Irlands sei aber «ernst». Die Kommission sei mit den irischen Behörden in engem Kontakt. Das sei normal, es werde dabei kein Hilfsprogramm verhandelt. Es gebe weder von Irland noch von Portugal – einem anderen Wackelkandidaten – einen Antrag auf europäischen Finanzhilfen.

Megaübernahme geplatzt: BHP gibt bei Potash auf

Sydney/Saskatoon (dpa) – Eine der größten Übernahmen der Wirtschaftsgeschichte ist endgültig vom Tisch: Der australische Bergbaukonzern BHP Billiton hat nach scharfem Widerstand aus der Politik den Versuch aufgegeben, den weltgrößten Kali-Förderer Potash aus Kanada zu schlucken. Das 39-Milliarden-Dollar-Angebot sei hinfällig, teilte BHP am Montag in Melbourne mit. Die kanadische Regierung hatte die Übernahme Anfang November blockiert. Potash selbst hatte stets von einem zu niedrigen Angebot gesprochen und die Übernahme deshalb abgelehnt.

Rheinmetall lässt Krise hinter sich – Ausblick enttäuscht =

Düsseldorf (dpa) – Der Autozulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall steuert auf den höchsten operativen Gewinn seit 2002 zu. Konzernchef Klaus Eberhardt hob am Montag bei der Vorlage von Quartalszahlen die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2010 an. Demnach erwartet der Düsseldorfer Konzern ein operatives Ergebnis (EBIT) von 270 bis 280 Millionen Euro nach nur 15 Millionen Euro im Jahr 2009. Beim Umsatz rechnet er wegen einer etwas verhalteneren Einschätzung für das Rüstungsgeschäft unverändert mit einem Anstieg um etwa 15 Prozent auf rund 3,9 Milliarden Euro im Gesamtjahr.

Ebay-Studie: Online-Handel wächst stark =

Berlin (dpa) – Der Handel über das Internet hat in Deutschland Konjunktur. Der unter den Online-Händlern verbreitete Optimismus werde vom wirtschaftlichen Aufschwung derzeit spürbar angeheizt, teilte Ebay am Montag zur Vorstellung seines neuen Online-Barometers mit. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zuversicht der Händler für das laufende Geschäft um 10 Prozent gewachsen. Insgesamt erwarten die Händler beim E-Commerce in Deutschland in diesem Jahr Umsatzerlöse in Höhe von 23,7 Milliarden Euro.

Dax schafft den Sprung in die Gewinnzone =

Frankfurt/Main (dpa) – Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag nach anfänglichen Verlusten in die Erfolgsspur zurückgefunden. Der Leitindex Dax fiel nach dem Auftakt zunächst bis auf 6680 Punkte, konnte sich im Laufe des Morgens jedoch erholen und stieg zuletzt um 0,62 Prozent auf 6776 Punkte. Für den Index mittelgroßer Werte MDax ging es um 0,49 Prozent auf 9395 Punkte nach oben und auch der Technologiewerte-Index TecDax legte 0,35 Prozent auf 786 Punkte zu. Am Rentenmarkt kletterte die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,27 (Freitag: 2,17) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,26 Prozent auf 127,11 Punkte. Der Bund Future verlor 0,46 Prozent auf 128,81 Punkte. Der Kurs des Euro gab etwas nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3626 (1,3711) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7339 (0,7293) Euro.