Archivierter Artikel vom 15.09.2010, 16:12 Uhr

dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Brummi-Branche kommt in Schwung – Optimismus auf IAA =

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Hannover (dpa) – Die Brummi-Branche kommt nach ihrem tiefen Absturz in der Rezession immer besser in Schwung. Die Lastwagenbauer verbreiteten am Dienstag zum Auftakt der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover Optimismus. Der weltweit wichtigste Wachstumsmarkt ist China. Allerdings dürfte es noch dauern, bis das Vorkrisen-Niveau wieder erreicht wird. «Die IAA 2010 markiert einen Wendepunkt – der Aufschwung ist da», sagte der Chef der Daimler-Lastwagensparte, Andreas Renschler. Beim weltweit zweitgrößten Nutzfahrzeughersteller ziehen die Geschäfte deutlich an. Bis August wurde ein Anstieg von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbucht. Der Auftragseingang legte in den ersten acht Monaten sogar um 65 Prozent zu.

Chinesen wollen deutsche Autos – Absatz brummt =

Wiesbaden (dpa) – Autos aus Deutschland sind in China gefragt wie nie: Im ersten Halbjahr 2010 lieferten die Hersteller rund 128 000 neue Personenkraftwagen im Wert von 4,4 Milliarden Euro ins Reich der Mitte, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Das war mehr als eine Verdreifachung gegenüber dem ersten Halbjahr 2009, als rund 40 000 Autos «Made in Germany» nach China exportiert wurden. Gleichzeitig kauften Chinesen im ersten Halbjahr 2010 schon mehr Wagen aus Deutschland als im gesamten Vorjahr, als sie 122 000 Personenkraftwagen importierten. Schon das war ein enormes Plus von 33,9 Prozent gegenüber 2008.

Vattenfall hält in Deutschland an Kohle und Atomkraft fest =

Stockholm (dpa) – Vattenfall will sich mit mehr erneuerbarer Energie neu ausrichten, hält aber an seinen deutschen Atom- und Kohlekraftwerken unverändert fest. Konzernchef Øystein Løseth kündigte am Dienstag in Stockholm zudem eine Schrumpfkur an: Investitionen werden gestrichen, Stellen abgebaut und Kohlekraftwerke in mehreren europäischen Ländern verkauft. Das Unternehmen will sich künftig auf seine Kernmärkte in Deutschland, Schweden und den Niederlanden konzentrieren. Die deutsche Vattenfall-Tochter als größten Unternehmensteil nahm Løseth von den Verkaufsabsichten ausdrücklich aus. «Wir werden unsere Positionen in Deutschland halten, weil es zu unseren Kernmärkten gehört.» An den Atomreaktoren Krümmel und Brunsbüttel will Vattenfall festhalten.

Deutsche Bank will 25 Euro je Postbank-Aktie zahlen =

Frankfurt/Main (dpa) – Die Deutsche Bank will den Postbank- Aktionären 25 Euro pro Aktie zahlen. Der deutsche Branchenprimus legte am Dienstag ein entsprechendes Angebot vor. Die Offerte orientiert sich am durchschnittlichen Börsenkurs der Postbank in den letzten drei Monaten. Schon am Sonntag vor einer Woche hatte die Deutsche Bank mitgeteilt, die Postbank übernehmen zu wollen und eine Preisspanne von 24 bis 25 Euro je Aktie genannt. Zur Finanzierung der Übernahme hatte die Deutsche Bank zugleich eine Kapitalerhöhung angekündigt. Dabei werden 308,6 Millionen neue Aktien angeboten. Wie die Deutsche Bank schon am Montagabend berichtete, sammelt sie nun noch mehr Geld ein, als zunächst angenommen: Der Preis je Aktie sei auf 33 Euro festgelegt worden. Damit nimmt die Deutsche Bank insgesamt rund 10,2 Milliarden Euro ein – 400 Millionen Euro mehr als vor einer Woche angekündigt.

Verschnaufpause für Irland – Anleihen stärker gefragt =

Frankfurt/Brüssel (dpa) – Aufatmen in Irland: Das stark verschuldete Euro-Land hat sich am Dienstag erfolgreich neue Mittel am Kapitalmarkt geliehen. Auf 1,5 Milliarden Euro beliefen sich die beiden Staatspapiere, die Dublin jetzt am Markt unterbringen konnte. Die Nachfrage war sogar stärker als von vielen erwartet. Damit sind aber noch längst nicht alle Ängste vertrieben. Die Investoren seien weiter misstrauisch, wie das Euro-Land seine großen Schuldenprobleme bewältigen will, hieß es am Markt. Deshalb muss Irland hohe Zinszahlungen leisten, um seine Anleihen zu platzieren. Befürchtet wird, dass Irland ein zweites Griechenland werden könnte. Die beiden Irland-Anleihen verteuerten sich am Dienstag deutlich.

Nur jeder neunte 65-jährige steht noch im Berufsleben =

Wiesbaden (dpa) – Nur jeder neunte 65-Jährige in Deutschland ist berufstätig. Die große Mehrheit der Beschäftigten schied im vergangenen Jahr zwischen 58 und 64 Jahren aus dem Berufsleben aus und damit schon vor dem heute geltenden gesetzlichen Rentenalter, das bald um zwei Jahre angehoben werden soll. Während noch knapp 90 Prozent der 50-Jährigen 2009 einer Beschäftigung nachgingen, war nur noch knapp jeder vierte (23,7 Prozent) 64-Jährige am Erwerbsleben beteiligt, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Von den 65-Jährigen waren es nur 11,6 Prozent. «Menschen über 65 Jahre stehen nur noch relativ selten im Erwerbsleben – wenn auch teilweise bis in ein hohes Alter», erklärten die Statistiker.

Landesbanken drücken aufs Tempo – Bedenken in Brüssel =

München/Düsseldorf (dpa) – Die Landesbanken WestLB und BayernLB drücken bei ihren Fusionsplänen aufs Tempo. Die Buchprüfung werde schon bald beginnen, hieß es am Dienstag in Finanzkreisen. BayernLB- Chef Gerd Häusler und WestLB-Chef Dietrich Voigtländer sprächen bereits seit Wochen und relativ konkret über Möglichkeiten für einen Zusammenschluss. Die Pläne stoßen bei der EU-Kommission auf Bedenken. «Angesichts der Tatsache, dass beide Banken sich in einem Restrukturierungsprozess befinden, führt eine Fusion nicht automatisch zur Wiederherstellung ihrer langfristigen Lebensfähigkeit», warnte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Dienstag in Brüssel in einer Erklärung.

Luftfahrtgeschäft erheblich profitabler als erwartet =

Singapur (dpa) – Das Geschäft mit dem Fliegen läuft in diesem Jahr weit besser als noch im Juni erwartet. Trotz Aschewolke und anhaltender Wirtschaftssorgen verdreifachte der internationale Luftfahrtverband IATA am Dienstag seine Gewinnprognose. Er rechnet jetzt mit 8,9 Milliarden Dollar in diesem Jahr, nach einer Juni-Prognose von 2,5 Milliarden Dollar. Damit fliegt die Branche weltweit erstmals seit 2007 wieder in die Gewinnzone. Dem Dachverband IATA gehören rund 230 Fluggesellschaften an. Sie decken etwa 93 Prozent aller internationalen Flüge ab. 2009 lagen die Verluste bei 9,9 Milliarden Dollar. Als einzige Region bleibt Europa in den roten Zahlen. Allerdings halbierte die IATA ihre bisherige Prognose auf ein Minus von 1,3 Milliarden Dollar.

Sondersitzung bei UniCredit – Tritt Profumo zurück? =

Mailand (dpa)- Der Chef der italienischen Großbank UniCredit, zu der auch die deutsche HypoVereinsbank gehört, könnte bei einer für Dienstagabend angesetzten Sondersitzung des Aufsichtsrats zurücktreten. Der 53-jährige Alessandro Profumo ist wegen einer umstrittenen Anteilsaufstockung vonseiten Libyens bei der Bank unter Druck geraten. Dies berichteten italienische Medien am Dienstag unter Berufung auf bankinterne Quellen. UniCredit bestätigte bisher nur die für 18.00 Uhr angesetzte Aufsichtsratssitzung, in der es um «Entscheidungen im Hinblick auf die Verwaltung und Direktion sowie Beziehungen mit dem Topmanagement» gehen solle, wie ein Sprecher mitteilte.

Deutsche Aktien im Plus =

Frankfurt/Main (dpa) – Die geglückte irische Kapitalaufnahme hat dem Dax am Dienstag Gewinne beschert. Der Leitindex stieg um 0,56 Prozent auf 6330 Punkte und nahm damit weiter Kurs auf sein Jahreshoch von 6386 Punkten. Für den MDax ging es um 0,51 Prozent auf 8848 Punkte nach oben, der TecDax legte um 0,46 Prozent zu auf 786 Punkte. Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere mit 2,16 Prozent auf dem Stand des Vortages. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3120 (1,3074) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7622 (0,7649) Euro.