Archivierter Artikel vom 31.03.2015, 16:00 Uhr

dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

März-Arbeitslosigkeit auf Rekordtief – 2,932 Millionen ohne Job

Lesezeit: 5 Minuten

Nürnberg (dpa) – Der milde Winterausklang und die robuste Konjunktur haben die Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten März-Stand seit 24 Jahren sinken lassen. Zum Frühjahrsbeginn waren in Deutschland 2,932 Millionen Männer und Frauen ohne Job; das sind 85 000 weniger als im Februar und 123 000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 6,8 Prozent zurück. Nach Einschätzung von BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise profitiert der Arbeitsmarkt derzeit verstärkt von der konjunkturellen Aufwärtsentwicklung. Viele Firmen seien gut ausgelastet und schafften neue Stellen, wie die Beschäftigtenstatistik zeige. «Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen bleibt hoch.»

Arbeitslosigkeit in Euro-Ländern sinkt weiter

Luxemburg (dpa) – In den Euro-Ländern sind so wenig Menschen arbeitslos wie zuletzt vor knapp drei Jahren. Die Arbeitslosenquote fiel im Februar auf 11,3 Prozent. Dieser Wert war zuletzt im Mai 2012 erreicht worden, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg mitteilte. Ein Mehrjahrestief hatten die Statistiker bereits für Januar 2015 gemeldet. Sie korrigierten die zuvor errechneten 11,2 Prozent nun allerdings auf 11,4 Prozent nach oben. In den 19 Staaten mit der Gemeinschaftswährung hatten insgesamt 18,204 Millionen Frauen und Männer keinen Job. Den höchsten Arbeitslosenanteil hatte Griechenland nach den jüngsten verfügbaren Zahlen vom Dezember mit 26 Prozent, gefolgt von Spanien mit 23,2 Prozent im Februar.

Wieder Streiks bei Amazon – sechs Standorte im Visier von Verdi

Werne/Rheinberg (dpa) – Neue Streikwelle bei Amazon kurz vor Ostern: Zahlreiche Mitarbeiter des Onlineversenders an den Standorten Rheinberg und Werne (Nordrhein-Westfalen), Koblenz (Rheinland-Pfalz), Bad-Hersfeld (Hessen), Leipzig sowie in Elmshorn (Schleswig-Holstein, Amazon Prime Instant Video) legten am Dienstag die Arbeit nieder. Nach Angaben der Verdi-Landesbezirke beteiligten sich von den rund 10 000 Amazon-Mitarbeitern rund 1500 Beschäftigte an dem Ausstand. Unterdessen sicherte Amazon seinen Kunden trotz der Streiks eine pünktliche Zustellung bis Ostern zu, wenn die Ware bis zum Dienstagabend bestellt wird. Die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter arbeite ganz normal.

Bauern sehen Risiken und Chancen durch Ende der Milchquote

Berlin (dpa) – Nach dem Wegfall der EU-Milchquote sehen Bauern neue Risiken und Chancen. Milcherzeuger und Molkereien müssten sich darauf einstellen, dass die Preise zukünftig stärker schwanken, teilte der Bauernverband am Dienstag in Berlin mit. Ab 1. April gebe es aber auch mehr unternehmerische Entscheidungsfreiheit, bisherige Kosten der Quote würden gespart. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) fürchtet, dass die Produktion ausgeweitet wird und die Preise für Erzeuger weiter sinken. Die Mengenbegrenzung über Quoten war 1984 als Schutzmechanismus eingeführt worden und lief am 31. März aus. Der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber sagte im WDR5-Morgenecho, derzeit sei Rohmilch bereits so billig, dass die Kosten der Bauern bei weitem nicht gedeckt würden.

Philips nimmt Abschied vom Licht: LED-Sparte verkauft

Amsterdam (dpa) – Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat einen weiteren Schritt zum tiefgreifenden Umbau gesetzt und einen Teil seiner Lichtsparte verkauft. Über 80 Prozent des Geschäfts mit LED- und Autobeleuchtung werde an die chinesisch-amerikanische Investorengruppe Go Scale Capital abgegeben, teilte Philips am Dienstag in Amsterdam mit. Der Verkauf soll dem Konzern rund 2,7 Milliarden Euro einbringen und im dritten Quartal abgeschlossen sein. Im vergangenen Sommer hatte Philips den Abschied vom Licht bereits angekündigt. Das 124 Jahre alte Unternehmen, das mit der Entwicklung der Glühbirne groß geworden war, will sich künftig auf die Gesundheitstechnologie ausrichten. Die Medizinsparte soll mit der Verbraucherelektronik wie Rasierapparate und Zahnbürsten zusammengelegt werden. Die Produktion von TV-Apparaten hatten die Niederländer bereits abgestoßen.

Verfall der Verbraucherpreise im Euroraum weiter abgebremst

Luxemburg (dpa) – Die Verbraucherpreise in den Euro-Ländern fallen langsamer. Ein wichtiger Grund dafür sind weniger stark sinkende Energiepreise. Im März lag die jährliche Inflationsrate bei minus 0,1 Prozent, nach minus 0,3 Prozent im Februar. Dies teilte die EU-Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg in einer ersten Schätzung mit. Damit ist die Inflation allerdings noch immer weit entfernt vom Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt eine Rate von knapp unter 2 Prozent an.

Urabstimmung bei der Postbank gestartet

Bonn (dpa)- Im festgefahrenen Tarifkonflikt bei der Postbank um eine Verlängerung des Kündigungsschutzes hat am Dienstag die Urabstimmung begonnen. Bis zum 18. April können die Tarifbeschäftigten für einen flächendeckenden Streik bei dem Geldinstitut votieren, sagte ein Verdi-Sprecher am Dienstag. Einen Tag zuvor war im Bundesvorstand der Gewerkschaft die Urabstimmung beschlossen worden. Die Warnstreiks sollen in ausgewählten Regionen auch in den kommenden Tagen fortgesetzt werden, hieß es. Am vergangenen Freitag war ein Spitzentreffen zwischen Verdi und Vorständen der Deutschen Bank, Postbank und Verdi ohne Ergebnis geblieben.

Aldi will auf giftige Chemie in Textilien und Schuhen verzichten

Essen/Mülheim (dpa) – Deutschlands größter Lebensmitteldiscounter Aldi will seine Umweltstandards bis 2020 erhöhen und auf giftige Chemie in der Textil- und Schuhproduktion verzichten. Gemeinsam mit Greenpeace sei ein Kriterienkatalog erarbeitet worden, in welchem anspruchsvolle und ökologische Standards definiert worden seien, teilte Aldi am Dienstag mit. Der Aktionsplan sehe vor, stufenweise bis 2020 auf den Einsatz bestimmter Chemikalien zu verzichten. Aldi habe erkannt, dass die Textilien und Schuhe ohne giftige Chemie produziert werden müssen, begrüßte Greenpeace den Schritt des Unternehmens. Die Umweltschützer hatten im vergangenen Jahr Kinderkleidung und -schuhe verschiedener Discounter auf Schadstoffe getestet. In dem Urteil von Greenpeace waren dabei besonders Aldi Nord und Aldi Süd schlecht weggekommen.

Starker Februar für Deutschlands Einzelhändler

Wiesbaden (dpa) – Starker Februar für Deutschlands Einzelhändler: Die Umsätze lagen sowohl nominal (2,8 Prozent) als auch preisbereinigt (3,6 Prozent) über dem Vorjahresmonat. Real wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Dienstag die höchsten Erlöse in einem Februar seit dem Jahr 2000 verzeichnet. Schon zu Jahresbeginn hatte die Kauflust der Verbraucher den Unternehmen ein kräftiges Umsatzplus beschert. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres setzte die Einzelhändler real 4,3 Prozent und nominal 3,3 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum. Von Januar auf Februar 2015 sanken die Erlöse leicht um 0,5 Prozent (real) beziehungsweise 0,2 Prozent (nominal).

Dax-Anleger machen Kasse am Ende eines Rekordquartals

Frankfurt/Main (dpa) – Dem Dax winkt trotz aller Krisen in der Welt der höchste Quartalsgewinn seit 2003. Da verwundert es wenig, dass Anleger am Dienstag Kasse machten. Am Dienstag, dem letzten Handelstag des Quartals, fiel der Dax nun um 1,04 Prozent auf 11 959,96 Punkte. Für den MDax ging es um 0,67 Prozent auf 20 680,65 Zähler nach unten; der Technologiewerteindex TecDax verlor 0,76 Prozent auf 1616,50 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank um knapp 1 Prozent. Die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere stieg von 0,14 Prozent am Vortag auf 0,15 Prozent. Der Kurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0759 (Montag: 1,0845) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9295 (0,9221) Euro.