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Saarbrücken

DOSB-Funktionär: «Bei uns wird nichts vertuscht»

dpa

Der deutsche Sport geht nach Aussage von DOSB-Präsidiumsmitglied Ingo-Rolf Weiss entschieden gegen sexuellen Missbrauch in seinen Reihen vor.

«Bei uns wird nichts vertuscht, weil alle Fälle, die bei uns bekannt sind, auf jeden Fall in der Öffentlichkeit behandelt werden, strafrechtlich behandelt werden, aber auch immer mit dem Schutz des Opfers», versicherte Weiss in einem Interview mit dem Saarländischen Rundfunk. «Manchmal ist es gar nicht so wichtig, die Öffentlichkeit zu informieren, manchmal ist es viel wichtiger, dass man den Täter aus dem Verkehr zieht, dass das, was der gemacht hat, nicht mehr passieren kann.»

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird auf Einladung der Bundesregierung mit an dem Runden Tisch gegen sexuellen Missbrauch sitzen. Zu den Teilnehmern einer ersten Sitzung am 23. April gehören unter anderem auch Vertreter der Kirchen, von Bildungseinrichtungen und Kinderschutzverbänden. In den vergangenen Wochen waren zahlreiche Fälle von Missbrauch an Kindern in katholischen und anderen Einrichtungen bekanntgeworden.

Eine zentrale Stelle zur Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs sei im Sport nicht geplant, «ganz einfach, weil wir keine Fälle aufzuarbeiten haben», sagte Weiss. «Alle Fälle würden angezeigt, zudem werde Übungsleitern ihre Lizenz entzogen.» Als Ansprechpartner für Beschwerden nannte Weiss zum einen sich selbst als Vorsitzenden der Sportjugend, zum anderen die Landes- und Kreissportbünde.

Zur Vorbeugung, so Weiss, werde den Vereinen empfohlen, sich bei der Neueinstellung von Übungsleitern ein polizeiliches Führungszeugnis zeigen zu lassen. Außerdem sei bereits seit 2005 die Verhinderung sexueller Übergriffe Thema der Übungsleiter-Ausbildung. Da, wo es um Hilfestellung und körperlichen Einsatz gehe, sollten die Vereine mit zwei Übungsleitern arbeiten, «so dass man dort ein Vier- Augen-Prinzip hat».

Kinder, Eltern und andere Vereinsmitglieder ermutigte er, sich zu melden: «Wenn unsere Kinder das Gefühl haben, dass sie in irgendeiner Weise belästigt werden, dann sollen sie es sagen, dann sollen sie diesen Mut auch haben; und wir stehen für eine Kultur des Hinsehens und nicht für eine Kultur des Wegsehens.»

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