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    Chungju

    Doppelvierer nimmt WM-Gold ins Visier

    Als der große Regen kam, saßen die Olympiasieger bereits im Trockenen. Nur wenige Minuten nach dem Sieg im WM-Halbfinale nahm die Crew aus dem Doppelvierer bereits das nächste Ziel ins Visier.

    Finale
    Karl Schulze, Paul Heinrich, Lauritz Schoof und Tim Grohmann (v.l.) haben gute Medaillenchancen.
    Foto: Jeon Heon-Kyun - DPA

    Im Zelt des Deutschen Ruderverbandes (DRV) auf dem Bootsplatz von Chungju schmiedete sie Pläne, wie der Hauptrivale Kroatien im Endlauf am Samstag bezwungen werden kann. Untermalt vom Prasseln der Tropfen stellte Schlagmann Tim Grohmann (Dresden) einen Krimi in Aussicht: «Physisch sind wir ähnlich stark, es wird über den Kopf entschieden. So war es bei Olympia, hier wird es nicht anders.»

    Das Duell der beiden zuletzt dominierenden Teams könnte zu einem der Höhepunkte der Titelkämpfe in Südkorea werden. Wenige Minuten, bevor es erstmals seit WM-Beginn stark und anhaltend zu regnen begann, gaben beide Boote in unterschiedlichen Halbfinal-Rennen eine Kostprobe ihres Könnens. Anders als im Vorlauf, in dem der Olympia-Zweite Kroatien deutlich schneller war, kamen die Deutschen diesmal nahezu zeitgleich ins Ziel. Das wertete Grohmann als Indiz für einen Formanstieg: «Wir haben fünf Sekunden zu den Kroaten aufgeholt und noch Reserven. Wenn wir die Spurts konsequent fahren, kann es was werden.»

    Ähnlich wie dem Vierer, der die Konkurrenz aus Großbritannien und der Schweiz auf die Ränge zwei und drei verwies, werden auch dem leichten Frauen-Doppelzweier gute WM-Chancen eingeräumt. Der Erfolg im Halbfinale vor den Britinnen macht Lena Müller (Ulm) und Anja Noske (Saarbrücken) zu Anwärterinnen auf eine Medaille. «Im Finale ist sehr viel möglich. Aber es muss schon mehr als hundert Prozent passen, um die sehr starken Italienerinnen zu schlagen», sagte Schlagfrau Noske. Der leichte Männer-Doppelzweier zog als Dritter in den Endlauf ein.

    Dagegen gingen dem DRV im Kampf um weitere Finalplätze erneut Boote verloren. Am fünften Wettkampftag schwächelte der Riemen-Bereich. Der Vierer ohne Steuermann belegte im Halbfinale den letzten Rang. Zudem verpassten beide ungesteuerten Zweier den Finaleinzug. Damit blieben bereits fünf deutsche Boote aus den 14 olympischen Klassen auf der Strecke. «Das war heute der erwartungsgemäß schwere Tag», kommentierte Marcus Schwarzrock. Fortschritte in anderen Disziplinen trösteten den DRV-Cheftrainer: «Es ist mühsam, aber wir haben im leichten Skull-Bereich einen Schritt nach vorn gemacht. Ein leichter Aufwärtstrend ist erkennbar.»

    Fünf Final-Teilnahmen sind den Deutschen bereits sicher. Am Freitag will Marcel Hacker für eine weitere sorgen. Stärkster Halbfinal-Konkurrent des 36 Jahre alten Routiniers dürfte der Kubaner Angel Fournier Rodriguez sein. Dem Duell mit den olympischen Medaillengewinnern Ondrej Synek (Tschechien) und Alan Campbell (Großbritannien) geht der Magdeburger damit noch aus dem Weg. Der abermalige Kampf gegen die Hitze bleibt ihm jedoch nicht erspart. Am Freitag soll der Regen verschwunden sein - und die Temperatur zum Leidwesen von Hacker wieder steigen.

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