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    KOBLENZ

    Die Toiletten der BBS stinken zum Himmel

    Eine Frauentoilette, eine Männertoilette - und das für ein 150-köpfiges Lehrerkollegium? Mehr als 6000 Schüler teilen sich eine Handvoll sanitärer Einrichtungen, die mehr als drei Jahrzehnte alt sind, und auch so aussehen und riechen? Schülerinnen durchqueren für jeden Toilettengang einen riesigen Gebäudekomplex - oder versuchen sich jedes dringende Bedürfnis zu verkneifen, einen vollen Acht-Stunden-Tag lang? All das ist derzeit traurige Realität in der Julius-Wegeler-Schule.

    Und es ist für Schulleitung, Lehrer und Schüler gleichermaßen Grund genug für einen Appell in Richtung Schulverwaltung und Politik. Mit einem Schreiben wandte sich die Klasse Fachschule Hotel-Betriebswirtschaft im Februar 2010 an die Schulleitung. „Die hygienischen Verhältnisse lassen einfach unglaublich zu wünschen übrig“, berichtet Klassensprecherin Ann-Kirsten May. Bei Veranstaltungen mit Gästen sei das ein Grund zum Schämen.

    Und diese Einschätzung teilt auch das Lehrerkollegium, wie Horst Böcking vom Team Schulleitung bei einem Rundgang durch die Schule betont. „Es ist vieles an einem Punkt, an dem es nicht mehr geht.“ Seit Mitte der 70er-Jahre wurde an den sanitären Anlagen fast gar nichts mehr gemacht. Zudem war auch beim Bau bereits eine Kapazität angelegt, die der Anzahl der Schüler nicht im Mindesten gerecht wird. Zuletzt musste eine Damentoilette geschlossen werden - aus den Leitungen tropfte es in den darunter liegenden Werkraum. Seitdem teilen sich im Grunde alle Schülerinnen des riesigen Schulkomplexes eine Anlage - oder versuchen, auf jeden Toilettengang zu verzichten. Und die Haupttoilette der männlichen Schüler im Foyer-Bereich kann man am Ende eines Schultags bis vor die Eingangstür riechen.

    Bei den Lehrern sieht es auch nicht besser aus. Auch hier gilt: viel zu wenig, viel zu alt. „Das ist alles weit unter dem heutigem Standard“, meint auch Heidi Bonni, die Vorsitzende des örtlichen Personalrats.

    Sprechen beide „nur“ für die Julius-Wegeler-Schule, also den einen Teil der BBS, betonen sie aber, dass von der Carl-Benz-Schule nichts anderes zu hören sei - zumal man sich ja die Toiletten weitgehend teile. Und die Toiletten sind auch nur eines der vielen baulichen Probleme, die es an der Schule in den kommenden Jahren zu lösen gelte - von einer energetischen Sanierung bis zum Brandschutz. Doch sie sind eben ein in jeder Hinsicht drängendes Problem.

    Nach dem Brief der Schüler wandte sich Böcking an die Schulverwaltung und bat um Beseitigung der „unhaltbaren Zustände“. Mittlerweile ist auch die Politik aktiv geworden. Die CDU hat im Stadtrat eine Anfrage gestellt. Baudezernent Martin Prümm erklärte, die Wohnbau ermittele jetzt die Kosten einer Sanierung. Anschließend werde die Verwaltung entsprechende Mittel beantragen. Diese, so betont Prümm, müssen dann aber im städtischen Haushalt zur Verfügung gestellt werden. Mit anderen Worten: Bald wird sich auch der Stadtrat wieder mit den stinkenden Toiletten der BBS beschäftigen müssen.

    Ingo Schneider

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