Archivierter Artikel vom 09.03.2012, 13:15 Uhr

Die Teams der Formel 1: Red Bull

BOLIDE

Lesezeit: 3 Minuten
Fahrer / Startnr:Sebastian Vettel (Deutschland) / 1
Mark Webber (Australien) / 2
Testfahrer:Sébastian Buemi (Schweiz)
Teamchef:Christian Horner
Technischer Direktor:Adrian Newey
Hauptquartier:Milton Keynes (Großbritannien)
Bolide:RB8
Motor:Renault RS 27 – 2012
F 1 Debüt:2005 Australien
Größte Erfolge:Konstrukteurs-Weltmeister 2010, 2011
Fahrer-Weltmeister 2010, 2011
Saison 2011:1. der Konstrukteurs-WM
Homepage: www.redbullracing.com
Twitter: http://dpaq.de/z0u6z
Facebook: http://dpaq.de/yBS8d
Red Bull
Der Rennwagen RB8 vom Team Red Bull. Quelle: Red Bull
Foto: DPA

Der RB8 für Doppel-Champion Sebastian Vettel ist keiner Wundertüte entfahren. «Das Auto ist zum größten Teil aufgebaut auf dem letztjährigen Auto. Es sind kleine, aber feine Unterschiede», erklärte der Titelverteidiger. Das Auffälligste am blau-gelben Boliden ist die im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich veränderte Frontpartie, die ähnlich wie bei den meisten anderen Teams einen mächtigen Höcker aufweist. «Wir haben dieses Auto in Rekordzeit gebaut», sagte Boss Horner. Nach der überragenden Vorsaison mit insgesamt zwölf Siegen habe das Team beim Bau des neuen Autos auf Kontinuität gesetzt.

Das Team um Chefdesigner Adrian Newey habe sich bemüht, auch in diesem Jahr die kleinen Lücken im Reglement auszunutzen, verriet Vettel. Möglicherweise könnte es noch zu einem Streit in Sachen Regelauslegung kommen. Gerade die neue Auspuffvariante am Red Bull scheint der Konkurrenz ein Dorn im Auge. «Ich fühl mich gut in dem Auto», erklärte Pilot Mark Webber, «es macht so ziemlich das, was wir erwartet haben. Das ist immer schön.» Die Tests vor der Saison offenbarten bis zuletzt große technische Probleme.

FINANZEN

Red Bull lässt sich den Erfolg und die Vorherrschaft einiges kosten. 205 Millionen Euro investierte das Privatteam des österreichischen Milliardärs Dietrich Mateschitz im vergangenen Jahr – und wurde mit zwei Titeln wieder reich belohnt. Ende der vergangenen Saison stieg das Team aus der Formel-1-Teamvereinigung FOTA aus. «Die FOTA hatte in der Krisenzeit ihre Aufgabe erfüllt, es kam zu einer Kostenreduzierung, aber dann ging einfach nichts mehr weiter», sagte Helmut Marko, Motorsportberater beim Weltmeister-Rennstall. Es droht angesichts des jüngsten Zerwürfnisses ein neues Wettrüsten der finanzstarken Topteams im Titelrennen. «Wir haben beschlossen, jetzt mal auszutreten und zu schauen, wie entwickelt sich das weiter», sagte Christian Horner vieldeutig. Die Formel 1 will zum Erhalt der Serie aber ein erneutes Wettrüsten wie zu früheren Zeiten, als 300 bis 400 Millionen Euro verpulvert wurden (oft genug ohne Erfolg), nicht mehr zulassen.

SAISONZIEL

Schon vor Beginn der ersten Testfahrten machte Teamchef Christian Horner klar: «Unser Ziel ist simpel: Wir wollen beide Titel verteidigen.» Es wäre der Titel-Hattrick für das Team und Weltmeister Sebastian Vettel. «Es wird extrem eng», urteilte der Hesse. «Der Raum für die Designer war sehr gering, deshalb werden die Abstände noch geringer werden.» Neben dem Fahrer-Champion geht wieder Mark Webber als Zweiter Pilot ins Rennen. Für Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz sind Vettel und der Routinier eine «Wunschpaarung».

PROGNOSE

Der Titel geht erneut nur wieder über Red Bull. Das Team wird von allen Experten ganz vorne eingestuft, allerdings mit deutlich kleinerem Abstand zur Konkurrenz als zuvor. Dass die Verfolger aufholen, ist eigentlich logisch. Das Reglement ist seit drei Jahren stabil. Und die Fesseln, die man den Ingenieuren anlegt, werden immer enger. Das trifft Red-Bull-Stardesigner Adrian Newey mehr als andere. Obwohl die Rundenzeiten vor der Saison stimmten, war beim Weltmeisterteam nicht alles im Lot. Das Auto stand bei den Tests häufig in der Box. Red Bull muss sich im Laufe der Saison steigern. Dann ist wieder der Konstrukteurstitel drin.

(Stand: März 2012)