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    Port Louis

    Die FIFA-Reformen: Was war angedacht, was wird kommen?

    Nach den ersten Reformschritten mit der Erneuerung der FIFA-Ethikkommission erarbeitete die Statutenkommission des Fußball-Weltverbands unter der Leitung von Theo Zwanziger im Herbst 2012 einen 10-Punkte-Plan als Arbeitsgrundlage für einen Wandel zu mehr Transparenz und Demokratie.

    Die dpa dokumentiert die ursprünglichen Vorschläge und Ideen und was davon beim Kongress am 31. Mai auf Mauritius noch umgesetzt werden könnte.

    1. Bestätigung der Mitglieder des Exekutivkomitees durch den Kongress.

    Reformidee: Der Kongress muss der Ernennung der durch die Kontinentalverbände vorgeschlagenen Mitglieder des Exekutivkomitees zustimmen.

    Reformaussicht: Abgelehnt. Die UEFA und andere Konföderationen beharren darauf, ihre Mitglieder im Exekutivkomitee weiterhin selbst bestimmen zu können.

    2. Zusammensetzung des Exekutivkomitees

    Reformidee: Die Quote der Kontinentalverbände in der FIFA-Regierung soll zulasten der UEFA verändert werden, die künftig nur noch einen statt zwei Vize-Präsidenten stellen soll. Der garantierte Platz für einen Vertreter der vier britischen Verbände als Vize-Präsident wird gestrichen.

    Reformaussicht: Gescheitert. Die UEFA und die vier britischen Verbände lehnen die Veränderung ab und können diese mit ihren 53 Stimmen blockieren.

    3. Wahl des FIFA-Präsidenten

    Reformidee: Die Nominierungskriterien werden verschärft. Bislang reicht der Antrag eines Nationalverbandes für die Zulassung zur Wahl. Künftig müssen sich zehn Verbände aus mindestens zwei Konföderationen für einen Kandidaten aussprechen. Diese müssen sich schriftlich zu den FIFA-Statuten bekennen und zwischen 18 und 72 Jahre alt sein.
    Eine Wiederwahl ist nur einmal möglich.

    Reformaussicht: Nur teilweise möglich. Die Altersbegrenzung und Amtszeitbeschränkung ist durch den Beschluss des Exekutivkomitees vom Dienstag vorerst gekippt. Die weiteren Änderungen könnten am Freitag verabschiedet werden.

    4. Amtszeitbeschränkung

    Reformidee: Die Amtszeit des Präsidenten wird auf 2 x 4 Jahre, die der Mitglieder des Exekutivkomitees auf 3 x 4 Jahre beschränkt.

    Reformaussicht: Verschoben und fraglich. Die UEFA und andere Konföderationen haben die Vorschläge abgelehnt und modifizierte Anträge (Präsident 4 + 8 Jahre bzw. keine Beschränkung für Exko-Mitglieder) ausgearbeitet. Das FIFA-Exko konnte sich auf keinen Vorschlag zur Abstimmung einigen und hat das Thema auf den Kongress 2014 verschoben.

    5. Altersbegrenzung

    Reformidee: Der FIFA-Präsident sowie Mitglieder des Exekutivkomitees und weiterer diverser Komitees dürfen bei der Wahl höchstens 72 Jahre alt sein.

    Reformaussichten: Verschoben und fraglich. Die UEFA ist für ein Alterslimit von 72 Jahren, FIFA-Präsident Blatter führt die Riege der Gegner einer solchen Regelung an. Auch dieser Punkt ist auf 2014 vertagt.

    6. Stärkere Einbindung anderer Interessengruppen

    Reformidee: Die FIFA öffnet sich anderen (Fußball-)Institutionen. So sollen zum Beispiel zwei Vereinsvertreter pro Konföderationen künftig als Beobachter zum Kongress eingeladen werden.

    Reformaussicht: Wahrscheinlich. Gegen diese Vorschläge gibt es keinen Widerstand, zumal FIFA-Kritiker wie z. B. Transparency International außen vor bleiben.

    7. WM-Bewerbung und WM-Vergabe

    Reformidee: Die WM-Gastgeber werden nicht mehr vom Exekutivkomitee, sondern vom Kongress bestimmt. Dieser bekommt vom Exekutivkomitee drei Vorschläge präsentiert. Zeitgleiche Vergaben für zwei Turniere wird es nicht mehr geben, Turniere finden nicht zweimal in Serie in der gleichen Konföderation statt.

    Reformaussicht: Problemlos. Die Neuerungen werden vom Kongress akzeptiert.

    8. Diverse Klärungen und Präzisierungen der FIFA-Statuen.

    Reformidee: Die mehr als 100-seitigen FIFA-Statuen werden mit zahlreichen, meist juristischen Änderungen überarbeitet. Ein Kernpunkt ist die Einführung eines Integritätschecks der Kandidaten für alle wichtigen FIFA-Ämter.

    Reformaussicht: Überwiegend problemlos. Die Änderungen dürften angenommen werden. Es handelt sich hauptsächlich um Präzisierungen von bereits bestehenden Regeln. Auch der Integritätscheck dürfte kommen, wird aber von externen Anti-Korruptionsexperten als unzureichend kritisiert.

    9. International Football Association Board (IFAB)

    Reformidee: Das Regel-Gremium des Fußballs - bislang besetzt mit vier Vertretern der FIFA und vier Vertretern der britischen Verbände wird modernisiert. Zusammensetzung und Abläufe bei Regeländerungen werden verändert.

    Reformaussicht: Gescheitert. Das IFAB selbst lehnte bei seiner Generalversammlung im März alle Änderungen ab. Eingeführt wird nur eine externe Beraterkommission, die Ideen und Ratschläge geben kann.

    10. Reglement zur Kandidatur für das Amt des FIFA-Präsidenten

    Dieser Punkt deckt sich inhaltlich prinzipiell mit Punkt 3 (Wahl des Präsidenten)

    Entwurf überarbeitete FIFA-Statuten

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