Archivierter Artikel vom 10.09.2013, 14:20 Uhr

Die Einsätze: 5700 Soldaten sind im Ausland

Rund 5700 deutsche Soldaten beteiligen sich derzeit an Einsätzen im Ausland. Seit 1992 sind nach Angaben der Bundeswehr bei allen Operationen insgesamt 102 Männer und Frauen zu Tode gekommen – 37 davon unter Fremdeinwirkung. Rund 17 Milliarden Euro haben die Auslandseinsätze seit 1992 gekostet.

An vielen Orten im Einsatz: Die Grafik zeigt die fünf größten deutschen Auslandskontingente. In Somalia und im Libanon agieren Verbände der deutschen Marine vor der Küste.
An vielen Orten im Einsatz: Die Grafik zeigt die fünf größten deutschen Auslandskontingente. In Somalia und im Libanon agieren Verbände der deutschen Marine vor der Küste.

Afghanistan: 3973 Soldaten sind derzeit allein in Afghanistan stationiert. Es ist der bisher verlustreichste Einsatz: 54 Soldaten sind bisher gestorben – darunter 35 unter Fremdeinwirkung. Die Kosten belaufen sich seit 2002 auf mittlerweile 7,6 Milliarden Euro. Die Internationale Schutztruppe in Afghanistan (Isaf) unterstützt die Regierung des Landes dabei, ihre Bevölkerung zu schützen sowie Wiederaufbau und Entwicklung des Landes voranzutreiben. Die Bundesregierung hilft besonders beim Aufbau der afghanischen Polizei und der Armee. Das Mandat hat der Bundestag erstmals am 22. Dezember 2001 erteilt.

Kosovo: 729 Soldaten unterstützen aktuell die Kosovo Force (KFOR). Seit 1999 sind dabei 26 Soldaten gestorben, die Kosten belaufen sich bisher auf 3,3 Milliarden Euro. Ziel ist es, ein multi-ethnisches, friedliches, rechtsstaatliches und demokratisches Umfeld mit aufzubauen und militärisch abzusichern. Nach der Unabhängigkeit des Kosovo 2008 hat die Nato beschlossen, dass die internationale Truppe im Land bleiben soll.

Somalia (Horn von Afrika): 258 Soldaten sind momentan an der Anti-Piraterie-Operation Atalanta am Horn von Afrika beteiligt, zu der die Bundeswehr seit 2008 vor allem mit Kriegsschiffen und Seefernaufklärern ihren Beitrag leistet. Die Kosten schlagen mit 291 Millionen Euro zu Buche. Die Marineoperationen zeigten Wirkung. Die Anzahl der Piratenüberfälle ging zurück. Deutlich wurde aber auch, dass der Einsatz auf See das Problem nicht an seiner Wurzel packt.

Libanon: 150 Soldaten sind aktuell im Rahmen des Unifil-Einsatzes vor der Küste des Libanon im Einsatz. Seit 2006 hat die Operation 330,8 Millionen Euro gekostet. Hintergrund: Nach dem Krieg zwischen Israel und dem Libanon im Sommer 2006 stellte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen fest, dass die Situation dort eine Gefährdung der internationalen Sicherheit darstellt. Neben der Kontrolle der Seewege beteiligt sich Deutschland auch an der Ausbildung der libanesischen Marine. Ziel ist es, die libanesischen Streitkräfte zu befähigen, die Seewege eigenständig zu kontrollieren. Der Bundestag hat das Mandat am 13. September 2006 beschlossen.

Türkei: 300 Soldaten sind aktuell zum Schutz des Nato-Partners Türkei mit Flugabwehrsystemen des Typs „Patriot“ im Einsatz. Seit Beginn der Aktion im Januar sind knapp 7 Millionen Euro fällig geworden. Hintergrund: Der Bürgerkrieg in Syrien bedroht auch die Türkei. Zudem verfügt das syrische Regime über Chemiewaffen und ein Arsenal an Trägersystemen. Mit ihrer Reichweite von rund 700 Kilometern könnten syrische Raketen einen großen Teil des türkischen Territoriums erreichen. Deshalb hat die Türkei ihre Partner im Nato-Bündnis um Unterstützung gebeten. Die Bundesregierung stimmte einer deutschen Beteiligung am 6. Dezember zu, der Bundestag gab schließlich am 14. Dezember grünes Licht.

Weitere Kontingente der Bundeswehr sind momentan im Rahmen der Operation Active Endeavour im Mittelmeer (63 Soldaten), in Mali (96), im Senegal (71), im Südsudan (15) sowie im Sudan (10) stationiert.