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    Frankfurt/Main

    DFL: Keine Beteiligung an Polizeikosten

    Gut eine Woche vor dem Runden Tisch zum Thema Sicherheit hat DFL-Geschäftsführer Christian Seifert Forderungen nach einer Kostenbeteiligung an Polizeieinsätzen bei Bundesligaspielen eine eindeutige Absage erteilt.

    Einsatz
    Polizisten drängen in Berlin randalierende Zuschauer zurück.

    «Wir sind nicht bereit, Teilkosten zu übernehmen. Wir sehen schon verfassungsrechtlich keine Grundlage, uns an Polizeikosten zu beteiligen», sagte Seifert in Frankfurt am Main.

    Immerhin 1,7 Milliarden Euro brutto fließen an Steuern und Abgaben aus dem Profi-Fußball in die öffentlichen Kassen. Im Gegenzug beteiligt sich der Staat mit rund 200 Millionen Euro an den anfallenden Kosten für Bundesligaspiele. Dies geht aus der vorgelegten Studie «Wirtschaftsfaktor Bundesliga» der Unternehmensberatung McKinsey hervor. «Für die Polizeieinsätze wurden in der Untersuchung 150 Millionen Euro zugrunde gelegt. Wir haben uns dabei an der von der Polizei höchstgenannten Summe orientiert. Das ist aber keine Anerkennung dieser Zahl», sagte Seifert.

    Er sieht keinen Grund, den Forderungen der Polizeigewerkschaften nachzugeben. «Der Fußball ist ein effektiver Steuerzahler. Wir wollen uns aber einer fairen und sauberen Diskussion stellen.» Am 23. April werden die Vertreter der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit den Innenministern der Bundesländer an einem Runden Tisch in Berlin über Maßnahmen diskutieren, wie die Gewalt in und außerhalb der Stadien eingedämmt werden kann. «Wir wissen, welch große Bedeutung die Sicherheit auf das Gesamtbefinden der Zuschauer hat», meinte Seifert.

    Der Boom in den Stadien hat sich auch auf die Attraktivität und damit die Außenwirkung der Bundesliga ausgewirkt. Mit einer Wertschöpfung von jährlich 5,1 Milliarden Euro und einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von 0,2 Prozent trägt der Profi-Fußball mittlerweile wesentlich zum volkswirtschaftlichen Nutzen bei. «Der Fußabdruck des Profi-Fußballs ist größer als je betrachtet und die Schuhgröße der Bundesliga bemerkenswert», kommentierte Seifert das Ergebnis der Studie.

    Untersucht wurden der volkswirtschaftliche Nutzen des Profi-Fußballs, seine Beschäftigungswirkung sowie die Steuer- und Abgabenflüsse in der Saison 2007/08. Zu diesem Zeitpunkt gab es durch den Fußball 70 000 Vollzeitbeschäftigte. Dies entspricht der Hälfte der Belegschaft des Volkswagen-Konzerns oder der Deutschen Post. Die Nettosumme von 1,5 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben entspricht einem Anteil von 0,1 Prozent an den öffentlichen Einnahmen. «Mit dieser Summe könnte der Etat der fünf größten Universitäten in Deutschland finanziert werden», sagte der Leiter der Studie, Thomas Netzer.

    Bemerkenswert sei die Strahlkraft der Bundesliga. Immerhin zwei Drittel der Wertschöpfung werden außerhalb des Fußballs erzielt. «Die Clubs dürfen stolz darauf sein, was zur Volkswirtschaft beigetragen wird. Aber die Bundesliga bleibt in erster Linie ein sportlicher Wettbewerb. Die Zuschauer gehen nicht in die Stadien, um Bilanzen zu lesen, sondern spannende Spiele zu sehen», betonte Seifert.

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