Archivierter Artikel vom 05.06.2011, 13:40 Uhr

DFB-Elf statt Urlaub: Holtby und Rudy im Stress

Wien (dpa). Baku statt Urlaub: Die U 21-Nationalspieler Lewis Holtby und Sebastian Rudy kommen völlig unverhofft in den Genuss einer Fernreise mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

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Nachnominiert
Lewis Holtby wird mit dem DFB-Team nach Aserbaidschan reisen.
Foto: DPA

Nach den Ausfällen der angeschlagenen Mittelfeldspieler Sami Khedira und Simon Rolfes für das abschließende EM-Qualifikationsspiel der DFB-Auswahl am Dienstag in Baku gegen Aserbaidschan nominierte Bundestrainer Joachim Löw die beiden Juniorenspieler nach.

Die Wahl fiel auf den Mainzer Holtby (1 Länderspiel) und Neuling Rudy vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim, «weil sie zuletzt noch mit der U 21 in Portugal gespielt haben», wie Löw in Wien erläuterte. Holtby und Rudy hatten am vergangenen Dienstag mit der U 21 in Portimao mit 2:4 verloren. Der 21 Jahre alte Rudy erzielte gegen die Portugiesen ein Tor. Beide Akteure agierten 90 Minuten im Mittelfeld. «Sie könnten beide dort spielen», begründete Löw die Auswahl des Duos wegen des personellen Engpasses im Mittelfeld.

Nach dem Anruf des Bundestrainers verlebten Holtby und Rudy ein turbulentes und stressiges Wochenende. Rudy erreichte der DFB im Urlaub im italienischen Bibione – der Youngster nahm die plötzliche Unterbrechung seiner Ferien aber gerne in Kauf: «Ich freue mich sehr. Bei der A-Nationalmannschaft mit dabei sein zu dürfen, ist ein Traum für jeden Fußballer.» Holtby war auf der Hochzeit seines Mainzer Teamkollegen Malik Fathi in Berlin. Dort mussten die beiden Nachrücker auch zunächst wegen des Visums für die Baku-Reise in die Botschaft von Aserbaidschan.

Im Anschluss flogen sie weiter nach Wien, wo sie am Abend mit der DFB-Auswahl trainieren sollten. Der 20-jährige Holtby hat schon einmal im A-Team gespielt. Am 17. November 2010 debütierte er als Spielmacher beim 0:0 im Länderspiel gegen Schweden in Göteborg.

Der strapaziöse Trip nach Vorderasien bleibt dagegen neben Khedira und Rolfes auch Ersatztorhüter Tim Wiese erspart. Der Bremer reiste wegen eines Krankheitsfalles in der Familie schon am Samstag aus Wien ab. Sein Vater ist operiert worden, wie Löw berichtete: «Das hat ihn sehr stark beschäftigt.» Er habe «Verständnis» gehabt für Wieses Wunsch, vorzeitig nach Hause reisen zu dürfen. In Manuel Neuer und René Adler verfügt Löw noch über zwei einsatzfähige Torhüter.

Die Liste der Ausfälle umfasst inzwischen sieben der ursprünglich 23 nominierten Spieler. Bei Khedira, der beim 2:1 gegen Österreich sein Comeback nach einem Muskelbündelriss gegeben hatte, wollte Löw nichts riskieren. «Der Muskel ist weiterhin in Ordnung. Wir hatten Real Madrid und Trainer José Mourinho versichert, dass wir kein Risiko eingehen», erläuterte Löw. Der Leverkusener Rolfes fällt wegen einer Zerrung aus, wie eine Kernspin-Untersuchung in Wien ergab. Er hatte wegen der Verletzung schon gegen Österreich nicht gespielt.

Zuversichtlich ist der Bundestrainer noch beim ebenfalls angeschlagenen Lukas Podolski. Der Kölner, der am Samstag 26 Jahre alt wurde, leidet an einer Knöchelblessur. «Ich denke, dass Lukas gegen Aserbaidschan einsatzfähig sein wird», sagte Löw.