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Frankfurt/Main

DFB weist Einspruch Jenas zurück

dpa

Der FC Carl Zeiss Jena hat vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eine bittere Niederlage hinnehmen müssen. Das Gremium wies in Frankfurt/Main den Einspruch der Thüringer gegen das mit 1:2 verlorene Drittliga-Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim zurück.

Das Gericht folgte damit nicht der Auffassung Jenas, wonach Heidenheim in Martin Klarer einen Spieler eingesetzt hatte, der nach zehn Gelben Karten gesperrt werden musste. In der «fragwürdigen Szene» des Spiels Braunschweig gegen Heidenheim am 3. Oktober 2009 liege eine «Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters» vor, begründete Achim Späth, stellvertretender Vorsitzender des Sportgerichtes, das Urteil. «Der Unparteiische Jan Seidel hat in besagter Begegnung die Gelbe Karte dem Heidenheimer Spieler Christian Essig zugeordnet und dies auch im Spielbericht so vermerkt. Ein Abgleich mit seinen Assistenten und dem Schiedsrichter- Beobachter ergab nichts anderes, auch die heutige Befragung vor Gericht nicht. Und Tatsachenentscheidungen werden weltweit von der FIFA geschützt», erklärte Späth in der Pressemitteilung des DFB.

Club-Präsident Hartmut Beyer zeigte sich enttäuscht über das Urteil: «Dass die Tatsachenentscheidung vom Spielgeschehen auf das Ausfüllen des Spielberichtsbogens erweitert wurde, verstehen wohl nur Juristen.» Der Traditionsverein prüft nach eigenen Angaben nun innerhalb der Frist (bis 4. Mai 19.00 Uhr), ob er weitere Rechtsmittel einlegen wird.

Klarer hatte im Spiel gegen Eintracht Braunschweig Gelb gesehen. Dafür gibt es Foto- und Video-Beweise. Im Spielberichtsbogen tauchte der Name Klarer nicht auf, in zahlreichen Statistiken allerdings schon. Auch Heidenheim schien ihn als verwarnt zu führen, denn nach der fünften Gelben Karte am 25. Spieltag gegen den FC Erzgebirge Aue setzte er im anschließenden Spiel in Erfurt aus.

Selbst auf der DFB-Homepage wurde Klarer vor dem Jena-Spiel als nach zehn Gelben Karten gesperrt geführt. «Bindend ist der Spielberichtsbogen. Beide beteiligten Vereine zeichnen diesen ab», hatte DFB-Sprecher Stephan Brause vor einer Woche nach Eingang des Protests gesagt. Dem widersprach der Weltverband FIFA nach Angaben des Mitteldeutschen Rundfunks: Eine Tatsachenentscheidung gebe es nur während des Spiels, nicht danach.

Hätte der DFB dem Einspruch statt gegeben, wäre Jena mit 63 Zählern – punktgleich mit dem Tabellen-Dritten Ingolstadt – noch ein heißer Kandidat auf den Relegationsplatz für die 2. Liga gewesen.

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