Archivierter Artikel vom 11.04.2010, 09:20 Uhr

Deutsches Trio träumt vom Stanley-Cup

Boston (dpa). Für Jochen Hecht beginnt die Zeit, «in der Eishockey am meisten Spaß macht», für seinen Nationalmannschaftskollegen Dennis Seidenberg hingegen sind «die Schmerzen ab Mittwoch doppelt so stark».

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Dann starten in der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL die Playoffs – und dann wird's ernst für 16 Teams und die sechs Deutschen, die die Ko-Runde erreicht haben. «Es wird härter und noch einen Tick schneller gespielt als in der regulären Saison. Jeder ist aufgepumpt, voller Energie. Ein Fehler kann die Saison entscheiden», sagt Hecht im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Während er sich mit seinen Buffalo Sabres berechtigte Chancen auf den Titel ausrechnen kann, verfolgt Seidenberg die entscheidende Phase der Saison nur von der Tribüne aus. Zwar qualifizierten sich seine Boston Bruins durch das 4:2 gegen die Carolina Hurricanes für die Ko-Runde, dennoch erlebt der Verteidiger die Playoffs aufgrund eines Sehnenrisses im linken Unterarm nur aus der Zuschauer- Perspektive. «Falls wir das Stanley Cup-Finale erreichen, könnte ich vielleicht noch einmal spielen, aber ich gehe davon aus, dass die Saison für mich beendet ist», meinte Seidenberg gegenüber dpa.

Sein Teamkollege Marco Sturm ist indes auf dem besten Weg, erneut Bostons bester Torschütze zu werden. Einen Tag vor Abschluss der regulären Saison führt der 31-Jährige die interne Torschützenliste mit 21 Treffern an. Genauso oft hat auch Jochen Hecht bislang getroffen und somit seinen Teil dazu beigetragen, dass Buffalo erstmals seit 2007 wieder in der Ko-Runde steht.

Zwar sind die Sabres in der Eastern Conference ein wenig im Schatten des besten Team der Vorrunde, den Washington Capitals, und von Titelverteidiger Pittsburgh Penguins, doch Hecht und Co fühlen sich in der Rolle des Underdogs ganz wohl. «Wir sind vielleicht ein bisschen der Außenseiter, aber wir wollen die Meisterschaft, deshalb spielen wir Eishockey. Und wir werden alles daran setzen, um das zu erreichen. Das bedeutet natürlich auch, durch Pittsburgh oder Washington durchzugehen, um ins Endspiel zu kommen», betonte Hecht.

Im Westen haben Ersatztorwart Thomas Greiss mit den San Jose Sharks und Verteidiger Christian Ehrhoff mit den Vancouver Canucks die größten Chancen, Uwe Krupp zu beerben. Der Bundestrainer ist bislang der einzige Deutsche, der den Stanley Cup gewann – 1996 triumphierte der Kölner mit der Colorado Avalanche. «Ich denke, diesmal gibt es so viele Deutsche, wie noch nie, die den Stanley Cup gewinnnen können», sagt Ehrhoff. Der Verteidiger hat seine beste NHL- Saison gespielt, mit 14 Toren und 30 Torvorlagen so viele Punkte erzielt, wie nie zuvor.

Dennoch gibt sich Ehrhoff noch lange nicht zufrieden. «In der ganzen Stadt ist nach dem Highlight Olympische Winterspiele jetzt der Stanley-Cup das Ziel. Es muss natürlich alles stimmen, um Meister zu werden, aber ich hoffe, dass bei uns bis Mitte Juni alles klappt», so Ehrhoff. Wie er hat auch Marcel Goc bei den Nashville Predators eine persönliche Saison der Superlative gespielt. Zwölf Tore und 18 Assists sind für den Stürmer Karrierebestwert. Dennoch zählt Goc zusammen mit Teamkollege Alexander Sulzer mit Nashville im Westen nur zu den Außenseitern.