Archivierter Artikel vom 13.05.2011, 12:52 Uhr

Deutsche U 17 trotzt dem Druck – «EM-Pokal holen»

Novi Sad (dpa). Mit extremen Situationen kommt die deutsche U-17-Jugend prima zurecht. «Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, die mit dem enormen Druck gut umgegangen ist und sich für das Finale qualifiziert hat», betonte Trainer Steffen Freund nach dem Einzug seines Teams ins Endspiel der EM.

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Nun peilen die Junioren des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Serbien gegen die Niederlande den Titel an. «Wer in einem EM-Finale steht, will auch den Pokal holen», meinte Freund.

In Novi Sad kommt es damit zu einer Neuauflage des Finals der U-17-EM von 2009 in Deutschland, als Deutschland in Magdeburg die Niederlande mit 2:1 bezwang. Im Auftaktmatch des Turniers bekamen die DFB-Youngster von der «Oranje»-Auswahl allerdings die Grenzen aufgezeigt und kassierten gegen taktisch clevere Niederländer eine verdiente 0:2-Pleite. Inzwischen aber kennen sich Freunds Mannen mit Drucksituationen bestens aus.

Im WM-Verlauf wuchs die DFB-Auswahl schon mehrfach über sich hinaus. Im zweiten Gruppenspiel gegen Tschechien standen die Youngster unmittelbar vor dem Aus, ehe dem Leverkusener Samed Yesil in der letzten Minute der Nachspielzeit noch der Treffer zum 1:1-Endstand gelang. Damit hielt er die Mannschaft im Wettbewerb.

Im Halbfinale fehlten gleich vier Leistungsträger wegen einer Gelbsperre – trotzdem zeigte die ersatzgeschwächte deutsche Elf ihre beste Turnierleistung und schlug Dänemark nach einer souveränen Vorstellung mit 2:0. «Vielleicht sind wir für unseren großen Zusammenhalt belohnt worden», sagte der Trainer.

Für Freund, der gegen die Dänen vom Schiedsrichter aus dem Innenraum verwiesen wurde, sind das wichtige Erfahrungen. «Jeder Einzelne wird sich durch diese engen und wichtigen Spiele weiterentwickeln. Das bringt die Jungs für die Zukunft weiter», erklärte der Coach, der 1996 mit der A-Nationalmannschaft in England die EM gewann. Jetzt steht der 41-Jährige vor seinem ersten Endspiel als Juniorentrainer.

Im Finale, zu dem auch DFB-Präsident Theo Zwanziger anreisen will, stehen die in der Vorschlussrunde gesperrten Leistungsträger Mitchell Weiser, Nico Perrey, Fabian Schnellhardt und Samed Yesil wieder zur Verfügung. «Wir haben nicht nur elf, sondern ganz viele gute Spieler», befand Freund.