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Deutsche Tischtennis-Teams im EM-Halbfinale

Team-Europameister bei den Männern und Frauen zu werden: Das ist das große Ziel der deutschen Tischtennis-Stars. Bei der EM in Luxemburg zogen beide Mannschaften am Freitag locker ins Halbfinale ein.

Timo Boll
Steht mit dem DTTB-Team im EM-Halbfinale: Timo Boll.
Foto: Rolf Vennenbernd – dpa

Luxemburg (dpa). Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Co. sind nur noch zwei Siege von Europas Tischtennis-Thron entfernt. Bei der Team-EM in Luxemburg spazierte die deutsche Nationalmannschaft der Männer genauso souverän ins Halbfinale wie die deutschen Frauen.

Ohne Satzverlust fertigten Ovtcharov, Boll und Ruwen Filus in der Runde der letzten Acht auch die Ukraine mit 3:0 ab. Der Topfavorit dieses Turniers hat damit im Sport- und Kulturzentrum d'Coque weiterhin kein einziges Match verloren. „Wir sind absolut im Soll. Aber wir haben hier noch gegen keine Top-Mannschaft gespielt. Das wird sich im Halbfinale ändern“, sagte der Weltranglisten-Vierte Ovtcharov. Auch Boll betonte: „Wir haben hier bislang noch nichts erreicht. Deshalb gibt es auch noch nichts zu feiern.“

Bei den Frauen siegte Titelverteidiger Deutschland ebenfalls mit 3:0 gegen Polen und trifft nun am Samstag im Halbfinale auf die Niederlande. „3:0 in einem Viertelfinale zu gewinnen, ist nicht so einfach. Polen hat eine gute Mannschaft. Aber ein Halbfinale ist noch einmal etwas anderes. Die Niederlande haben bisher super gespielt und gekämpft“, sagte die die deutsche Nummer eins Han Ying.

Ein Doppel-Triumph bei Männern und Frauen am Sonntag ist das große Ziel des Deutschen Tischtennis-Bundes. „Ich bin stolz auf beide Mannschaften. Bislang haben alle aus einem Guss gespielt“, sagte Sportdirektor Richard Prause. Die Ausgangsposition beider Teams ist jedoch sehr unterschiedlich. Die Frauen gewannen zuletzt drei Mal nacheinander den Titel, sind diesmal aber nur mit einer vergleichsweise unerfahrenen Mannschaft am Start. Die Herren dagegen können sich mit Topspielern wie Boll und Ovtcharov bei diesem Turnier nur selbst schlagen. Ihr Antrieb ist, dass sie nach sechs EM-Erfolgen in Serie zuletzt 2014 und 2015 das Finale verloren.

Gegen die Ukraine wurde die Mannschaft von Bundestrainer Jörg Roßkopf genauso wenig gefordert wie bei ihren Vorrunden-Siegen gegen Spanien, Kroatien und Weißrussland. Boll gegen Kou Lei, Ovtcharov gegen Viktor Jefimow und Filus gegen Jewgen Prischepa: Alle drei Einzel gingen mit 3:0 Sätzen für den deutschen Spieler aus. Am Abend zuvor hatten die Ukrainer nur knapp mit 2:3 gegen Mitfavorit Frankreich verloren.

Bei den Frauen wird immer mehr die erst 20 Jahre alte Nina Mittelham zur Entdeckung dieses Turniers. Die EM-Debütantin vom TuS Bad Driburg feierte gegen die Polin Natalia Partyka ihren vierten Sieg im vierten Spiel (3:1). „Ich habe ein gutes Selbstvertrauen. Und das wird hier von Spiel zu Spiel stärker“, sagte Mittelham. Die anderen beiden Punkte holten Han Ying gegen die ebenfalls in China geborene Li Qian (3:1) sowie Shan Xiaona gegen Katarzyna Grzybowska (3:0).

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