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    Dortmund

    Deutsche Ringer schrammen am EM-Minimalziel vorbei

    Der Traum von einem Titel bei der Heim-Europameisterschaft hat sich für den Deutschen Ringer-Bund (DRB) nicht erfüllt. Top-Favoriten patzten oder schieden verletzt aus, nur die Youngster nahmen ihr Herz in die Hand und überzeugten in Dortmund.

    Ringer
    Der deutsche Ringer Mirko Englich (rot) kämpft im EM-Achtelfinale in der Gewichtsklasse bis 96 kg gegen den Ungaren Balazs Kiss.
    Foto: DPA

    «Es war eine EM der verpassten Möglichkeiten», bilanzierte DRB-Präsident Manfred Werner leicht enttäuscht, auch wenn es viel Lob vom Weltverband FILA für Organisation der Titelkämpfe gab. Der DRB wurde sogar zu einer WM-Bewerbung aufgefordert.

    Doch dies konnte die schlechte Stimmung am Schlusstag nicht aufheitern, denn die hoch eingeschätzten Athleten im griechisch- römischen Stil enttäuschten und holten keine Medaille. Der mitfavorisierte Olympia-Zweite Mirko Englich aus Frankfurt/Oder schied sang- und klanglos im Achtelfinale aus. Greco-Bundestrainer Maik Bullmann war stinksauer: «Er hat viel zu wenig gezeigt.» Weil auch die meisten anderen Athleten im Klassiker-Bereich enttäuschten, drohte Bullmann mit Blick auf die WM: «Es kann ganz schnell gehen und dann wird der ein oder andere in der Mannschaft ausgetauscht. Die Leistungsdichte bei uns ist eng.»

    Nur eine konnte sich im Hause Englich nach der EM doppelt freuen: Ehefrau Yvonne. Die 32-Jährige holte in der für sie ungewohnten höheren Klasse bis 67 Kilogramm Bronze und kündigte frech an, dass «Mirko jetzt zu Hause den Abwasch machen muss». Frauen-Bundestrainer Jörg Helmdach, der seine Vorgaben mit der Bronzemedaille erfüllt sah, war trotzdem nicht zufrieden. «Wir werden jetzt nicht groß feiern, sondern sollten die Zeit besser nutzen, um uns zu unterhalten», kündigte Helmdach an.

    Vor allem Maria Müller aus Altenburg (72 kg) warf er «leichtfertige Fehler» vor, die schon im Viertelfinale zum Aus führten. Die Favoritin Alexandra Engelhardt wurde von einer Schulterverletzung gestoppt. «Schade, für mich war sie eine Medaillenkandidatin, wenn nicht gar für Gold», sagte DRB-Präsident Werner.

    Ein Hoffnungsschimmer waren die Youngster. Vor allem Saba Bolaghi aus Mömbris-Königshofen, denn der 21-Jährige gewann im freien Stil trotz angebrochener Rippe im Limit bis 66 Kilogramm Bronze. «Das war kein Sieg, das war eine Gala», lobte Freistil-Bundestrainer Alexander Leipold. Mit Nick Matuhin aus Luckenwalde (120 kg) und Marcel Ewald aus Weingarten (60 kg) verpassten zwei Youngster im «kleinen Finale» nur knapp eine Medaille. Die Routiniers David Bichinashvili (84 kg/Mainz) und Andriy Shyyka (74 kg/Köllerbach) enttäuschten hingegen mit ihrem Erstrunden-Aus.

    «Auf jeden Fall sind wir auf Augenhöhe mit der Weltspitze», bilanzierte Leipold mit Blick auf die WM. Dort warten andere Kaliber: Die Iraner, die Kubaner und auch die US-Amerikaner gehören zur absoluten Weltelite.

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