Archivierter Artikel vom 06.06.2010, 15:12 Uhr
Duisburg

Deutsche Kanuten mit 13 Siegen – Gerüstet für EM

Die EM kann kommen: Die deutschen Kanuten haben sich einen Monat vor den Europameisterschaften in Spanien beim Heim- Weltcup in Siegerlaune präsentiert. 13 erste Plätze, davon sieben in olympischen Disziplinen, gab es in Duisburg.

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Kajak
Max Hoff paddelt auf der Duisburger Regattabahn zu Platz sieben über 500 Meter.

Nicht zu schlagen waren Ronny Rauhe und Nicole Reinhardt in den bei Olympia neuen Sprint-Kajak-Einern. Die beiden Olympiasieger lösten damit über 200 Meter auch die Tickets für EM und WM. Über den Kilometer zeigte sich Weltmeister Max Hoff im Kajak in guter Form und will seine Titel bei den anstehenden Wettkämpfen verteidigen.

«In zehn von zwölf olympischen Disziplinen Medaillen zu holen ist gut. Aber bei der Europameisterschaft wird das deutlich anders sein», sagte Chef-Bundestrainer Reiner Kießler mit Blick auf die dann stärkere Konkurrenzsituation. «Wir dürfen jetzt kurz verschnaufen, müssen dann aber wieder lang anfangen.»

Die EM vom 2. bis 4. Juli in Trasona ist nur ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften, die vom 19. bis 22. August in Posen stattfinden. Die viermalige Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin wird den Deutschen Kanu-Verband (DKV) in Polen im Kajak-Einer über 500 Meter vertreten. Am Sonntag paddelte die Potsdamerin hinter Siegerin Rachel Cawthorn (Großbritannien) und Henriette Engel Hansen (Dänemark) auf Rang drei. «Irgendwie war das nicht mein Rennen. Ich war von den Bedingungen etwas abgelenkt», sagte die 32-Jährige. «Bei 250 Metern dachte ich noch, was mach ich da. Aber dann hat es vom Ergebnis letztlich doch noch gepasst.»

Zwei Jahre nach dem Gold-Rennen von Peking finden Andreas Ihle/Martin Hollstein immer mehr zurück zu alter Stärke. Dem Sieg im Kajak-Zweier über 1000 Meter ließen die beiden Sportler, die im Vorjahr leistungs- und gesundheitsbedingt aussetzen mussten, einen weiteren Erfolg über 500 Meter folgen. «Es kann wieder der alte Zweier werden, wir sind auf dem richtigen Weg. Aber wir müssen uns steigern, Ungarn und Spanien kommen noch dazu», sagte Hollstein.

Ohne die Konkurrenz des Dauerrivalen Ungarn fuhr auch der Damen- Vierer um Wagner-Augustin über 500 Meter zum erwarteten Sieg. Im Canadier-Einer paddelte Sebastian Brendel zum Abschluss zum Erfolg über 500 Meter. Erik Leue/Thomas Lück im Canadier-Zweier auf der Kilometer-Strecke sowie der Kajak-Zweier Silke Hörmann/Conny Waßmuth über 500 Meter und 200 Meter steuerten die restlichen ersten Plätze bei. In den Sprint-Staffeln zum Abschluss waren dann die deutschen Quartette bei den Damen und Herren im Kajak-Einer sowie bei den Herren im Canadier-Einer zu schnell für die Konkurrenz.

Besonders spannend waren die Einer-Siege von Rauhe und Reinhardt, denn beide ließen Teamkollegen auf Rang zwei hinter sich. Jonas Ems und Fanny Fischer hatten das Nachsehen beim Kampf um diese begehrten EM-und WM-Tickets. Sie müssen ihre Medaillen-Chancen nun in Mannschaftsbooten suchen. «Wir sind froh, dass die Entscheidung jetzt gefallen ist. Wir haben uns in den letzten Wochen wirklich harte Duelle geliefert. Das war von der Konzentration schon sehr anstrengend. Man durfte sich keinen Fehler erlauben», sagte der deutsche Rekordmeister Rauhe.