Archivierter Artikel vom 05.06.2014, 11:10 Uhr

Deutsche Hockey-Teams bei der WM unter Druck

Den Haag (dpa). Verlieren verboten! Die deutschen Hockey-Herren stehen bei der WM in Den Haag bereits vor ihrem dritten Vorrundenspiel gewaltig unter Druck.

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Duell
Die deutschen Hockey-Herren unterlagen Argentinien mit 0:1.
Foto: Bas Czerwinski – DPA

Den Haag (dpa) – Verlieren verboten! Die deutschen Hockey-Herren stehen bei der WM in Den Haag bereits vor ihrem dritten Vorrundenspiel gewaltig unter Druck.

Eine Niederlage am Freitag im Prestigeduell gegen Gastgeber Niederlande und die angestrebte Halbfinal-Teilnahme wäre fast schon Illusion. Der 0:1-Ausrutscher gegen Argentinien zeigte Wirkung, die deutschen Olympiasieger suchen nach Antworten für ihre Formschwäche. «Ich bin mir sicher, dass wir gegen Holland zu 100 Prozent besser als im letzten Spiel spielen müssen», sagte Kapitän Max Müller völlig zurecht. Vor allem, weil das Oranje-Team Revanche für die Pleite im Olympia-Finale von London angekündigt hat.

Nach zwei Spieltagen steht der Weltranglisten-Zweite nur auf Platz drei der Gruppe B, die von den noch ungeschlagenen Gastgebern angeführt wird, gefolgt von den ebenfalls zweimal siegreichen Neuseeländern. Nur die ersten beiden Teams der Sechsergruppe erreichen das Halbfinale.

15 000 Zuschauer und Gänsehauptatmosphäre werden an diesem Freitag in der zum Hockeystadion umgebauten Arena des Fußballclubs ADO Den Haag erwartet. Erfahrungsgemäß beflügelt eine solch große Kulisse das deutsche Team. Die Bilanz in entscheidenden Duellen mit dem Nachbarn spricht jedenfalls klar für die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB). Das Olympia-Finale 2012, das EM-Halbfinale 2013 und das EM-Finale 2011 gewann jeweils Deutschland.

Bei dieser WM scheint Bundestrainer Markus Weise ob der derzeit offensichtlichen Abschlussschwäche jedoch selbst ratlos zu sein. Gegen die aufstrebenden Südamerikaner rannte der Europameister über 70 Minuten lang an, blieb aber ohne Torerfolg. «Ich hoffe, dass wir am Freitag eine andere Mannschaft sehen werden», sagte Weise nur. Auch beim vermeintlich deutlichen 4:0 im Auftaktspiel gegen die klar unterlegenen Südafrikaner war er mit der Chancenverwertung unzufrieden. «Wir müssen nachdenken, was in der Vorbereitung und im Spiel falsch gelaufen ist», forderte Müller.

Auch die deutschen Damen können sich vor dem Duell mit Weltmeister Argentinien nicht entspannt zurücklehnen. Durch das überraschende 2:2 der «Leonas» gegen die USA sind in der Gruppe B die ersten vier Teams punktgleich – alles ist also noch möglich. «Die Verteidigung wird für dieses Spiel extrem wichtig werden», meinte Abwehrchefin Tina Bachmann. Bleibt die Frage: Von welcher Seite präsentieren sich die Damen gegen Argentinien: Nach dem mageren 1:1-Auftakt gegen China stimmte beim 3:1 im zweiten Spiel gegen Südafrika zumindest die Einstellung. Und was kommt jetzt?

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