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Richmond

DESG-Präsident: Pechstein-Antrag ohne Chance

dpa

Eisschnelllauf-Präsident Gerd Heinze hat sich erstmals kritisch zur juristischen Offensive von Claudia Pechstein geäußert und hält den Antrag für einen Last-Minute-Start in Vancouver für aussichtslos.

«Ich gebe dem Antrag keine Chance, weil die Rechtsgrundlagen dafür fehlen», sagte der Chef der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) am Dienstag (Ortszeit) in Richmond. Heinze begründete seine Haltung damit, dass das Kontingent des Weltverbandes ISU mit 180 Startplätzen für die olympischen Eisschnelllauf-Wettbewerbe längst ausgeschöpft sei.

Auch die fünf Plätze im deutsche Team für den Mannschaftswettbewerb, bei dem die gesperrte Pechstein doch noch starten will, seien vergeben. «Eine Ausnahme-Regelung wird es nicht geben.» Das sei dem Verband von der ISU bereits signalisiert worden, betonte Heinze. Pechstein geht es nach Heinzes Ansicht darum, dass sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit ihrem Fall beschäftigt, in dem es neue wissenschaftliche Erkenntnisse geben soll, die zu ihrer Entlastung beitragen könnten.

«Sie will sich rechtliches Gehör verschaffen», vermutet Heinze. «Die vorliegenden neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse könnten der Türöffner für ein Revisionsverfahren vor dem Schweizer Bundesgericht sein. Die Zulassung der Revision wäre für Pechstein schon ein Erfolg», fügte er hinzu.

Überraschend meldete Heinze Kritik am Vorgehen Pechsteins an. «Ob das hier aber der richtige Rahmen ist, wage ich zu bezweifeln», kritisierte er ihre Strategie. «Mit den Gutachten kann sich doch hier keiner beschäftigen. Weder Herr Rogge noch sonst wer wird sich damit beschäftigen», weiß Heinze. Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sehe derzeit keinerlei Handlungsbedarf. Heinze ist der Meinung, dass der juristische Streit auf die Zeit nach Olympia vertagt werden müsse.

Pechstein hatte am 15. Februar einen Antrag an das Ad-hoc-Schnellgericht bei den Winterspielen gestellt, um doch noch im olympischen Team-Wettbewerb starten zu können. Die fünfmalige Olympiasiegerin war wegen überhöhter Blutwerte für zwei Jahre gesperrt worden. Der CAS hatte bereits ein entsprechendes Urteil der ISU in einem Berufungsverfahren in seinem Richterspruch am 25. November für rechtens erachtet. Zudem bestätigte das Schweizer Bundesgericht nach einer Beschwerde Pechsteins den CAS-Spruch.

Am folgenden Tag hatte das Ad-hoc-Gericht mitgeteilt, dass es im Fall Pechstein nun die Stellungnahmen von DOSB und IOC bis 17. Februar erwartet. Wann die Anhörung sein wird, hat die Ad-hoc-Kammer noch nicht festgelegt, hieß es in einer Mitteilung.

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