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    Berlin/Rheinland-Pfalz

    Der Gast, das noch (zu) unbekannte Wesen

    Auf der Jagd nach Urlaubsgästen nimmt Rheinland-Pfalz nun verstärkt den Gast ins Visier. Was ebenso banal wie logisch klingt, hat durchaus einen tieferen Hintergrund. Radfahren, Wandern oder auch Wein, Kultur und Kulinarik sind Schwerpunkte, mit denen das Land schon länger um die Gunst der Reisenden wirbt.

    Arbeitet an einem neuen Marketingansatz: Tourismusexpertin und stellvertretende Geschäftsführerin der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH (RPT), Anja Wendling.
    Arbeitet an einem neuen Marketingansatz: Tourismusexpertin und stellvertretende Geschäftsführerin der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH (RPT), Anja Wendling.

    „Diese Themen werden uns von außen auch zugesprochen, so Anja Wendling, stellvertretende Geschäftsführerin der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH (RPT). „Doch wir wissen, dass unsere Gäste nicht monothematisch unterwegs sind“, schlägt sie die Brücke zu einem neuen Marketing-Ansatz. Und der stellt nun unterschiedliche Zielgruppen in den Mittelpunkt – nicht nur auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin.

    Elf verschiedene Zielgruppen entspringen dem Mobilitätsmonitor der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die monatlich das Reiseverhalten der Deutschen repräsentativ auswertet. Fünf davon hat die RPT gemeinsam mit den zehn Tourismusregionen im Land ausgesucht, bei denen man sich die größten Chancen verspricht, sie für einen Aufenthalt in Rheinland-Pfalz zu begeistern. Aus diesen fünf Gruppen – den vielseitig Aktiven, den Nur-Wanderern, den aktiven Naturgenießern, den reiferen Natur- und Kulturliebhabern sowie den Kleinstadt-Genießern – haben sich vom Westerwald bis in die Pfalz die Regionen auf zwei bis drei spezialisiert, für die nun die touristischen Angebote und Produkte passgenauer aufbereitet werden sollen.

    Experten erarbeiten gemeinsam touristisches Zukunftskonzept

    Damit dies nicht im stillen Kämmerlein passiert, hat sich die RPT Experten aus unterschiedlichen Bereichen an den Tisch geholt, die gemeinsam an dem Konzept für die touristische Zukunft stricken wollen. Die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz etwa. Direktor Thomas Metz sieht das kulturelle Interesse als Bestandteil des Reiseverhaltens aller fünf Zielgruppen. „Die Menschen wollen Erlebnisse haben“, bringt er es auf einen kurzen Nenner. Auch die Ideenschmiede Rheinland-Pfalz in philosophischer und wirtschaftlicher Sicht ließ er dabei nicht unerwähnt – mit Blick auf die 200. Geburtstage von Karl Marx und Friedrich Wilhelm Raiffeisen im kommenden Jahr.

    Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) rührt mit in diesem Topf. Der rheinland-pfälzische Präsident Gereon Haumann sieht es als Ziel an, die Idee eines gästezentrierten Marketings in möglichst viele gastronomische Betriebe hineinzutragen. „Wir müssen mehr regionale Produkte in einer authentischen Umgebung präsentieren“, formuliert er das Rezept.

    Quereinsteiger fit für die Branche machen

    Auf eine bessere Servicequalität zielt Christian Dübner ab, Tourismusreferent bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Koblenz. „Wir bieten spezielle Veranstaltungen mit Trainern an, um die Branche in diesem Punkt fit zu machen, skizziert er eine Maßnahme. Das gelte insbesondere für Quereinsteiger. Zudem habe man mit dem Fraunhofer-Institut ein Programm aufgelegt, das die Leitlinien für das „Hotel der Zukunft“ erarbeiten soll.

    Für Anja Wendling ist diese übergreifende Zusammenarbeit ein wichtiger Baustein, auch vor dem Hintergrund, dass eine Enquete-Kommission des Landtags derzeit die Weichen für eine Tourismusstrategie 2025 stellt, die im November präsentiert werden soll. Sie wünscht sich, dass noch deutlicher herausgestrichen wird, welche Wertschöpfung das Land aus dem Tourismus zieht und dass die Branche sowohl von den Gästen als auch von den politischen Vertretern die gebührende Wertschätzung erfährt.

    Von der ITB in Berlin berichtet unser Redakteur Markus Kratzer

    Kommentar: Hochglanz-Papier reicht nichtRheinland-Pfalz wirbt auf der ITB: Ein Interview mit Wirtschaftsminister Volker Wissing
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